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Bundestrainerin Beate Dreilich verstorben

Bundestrainerin Beate Dreilich verstorben

23.12.2013 – Die Bundestrainerin für Bildung und Wissenschaft des Deutschen Schützenbundes, Beate Dreilich, ist am 22. Dezember nach langer schwerer Krankheit im Alter von 52 Jahren verstorben.

Am Neujahrstag 1961 in Rüsselsheim geboren, trat sie bereits mit 14 Jahren in die Cronberger Schützengesellschaft ein und betrieb dort bis kurz vor den Prüfungen zum Abitur als Pistolenschützin Leistungssport.

Nach Abschluss ihres Hochschulstudiums in Mainz als Diplom-Sportlehrerin erfolgte 1987 die Anstellung beim damaligen Deutschen Sportbund als „Bundestrainerin für Leistungsdiagnostik“ im Schießsport. Nach dem Erwerb der Trainer A Lizenz des Deutschen Schützenbundes im Jahre 1987 kümmerte sich Beate Dreilich zunächst mit dem ehemaligen Verbandsarzt Dr. Lösel, später dann alleinverantwortlich, verstärkt um die Flinten-Nationalmannschaft des DSB im leistungsdiagnostischen Bereich.

Nach dem Erwerb der Trainerlizenzen des Internationalen Schießsportverbandes (damals noch UIT, heute ISSF) und internationalen Einsätzen als Referentin in der UIT/ISSF-Trainerausbildung gehörte sie mit zu den Initiatoren und ersten Dozenten der Ausbildungsakademie des Internationalen Schießsportverbandes – der ISSF-Academy. Beate Dreilich war es zu verdanken, dass die ersten ISSF-Maßnahmen in diesem Bereich in Wiesbaden stattfinden konnten. Auf internationaler Ebene war ihr Wissen und Engagement hoch geschätzt.

1997 erfolgte die Anstellung beim Deutschen Schützenbund als „Bundestrainerin für Bildung und Wissenschaft“, verbunden mit der Aufgabe als Koordinatorin und Dozentin für Schieß- und Bogensport an der Trainerakademie in Köln.

Bis heute begleitete Beate Dreilich eine Vielzahl von prominenten und weniger prominenten Schützen durch ihr Diplomtrainerstudium und hatte immer ein offenes Ohr für Fragen. Viele Tipps der erfahrenen Pädagogin konnten von den Studenten beim Studium erfolgreich umgesetzt werden. Für viele war Beate Dreilich mehr als nur die Dozentin oder Bundestrainerin. Mit ihrem Lächeln, ihrer menschlichen und motivierenden Art war sie vielen auch sehr freundschaftlich verbunden.

Darüber hinaus intensivierte sie die Zusammenarbeit mit den bekannten wissenschaftlichen Sportinstituten IAT und FES und koordinierte im Namen des Deutschen Schützenbundes so wichtige wissenschaftliche Projekte wie zum Beispiel „STEPS“, das neue Sportpsychologische Trainings- und Erfassungsprogramm Sportschießen, bei dem die psychomotorischen Leistungsvoraussetzungen im Sportschießen erfasst und trainiert werden können oder auch die Entwicklung und den Einsatz neuer Karbonschäfte, die beispielsweise Manfred Kurzer bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen die Goldmedaille in der Disziplin Laufende Scheibe bescherten.

Beate Dreilich hat die Bildungsarbeit im Deutschen Schützenbund als Vorsitzende des DSB-Bildungsausschusses lange Jahre maßgebend gestaltet, die Umsetzung der Rahmenrichtlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zur Bildungsarbeit in den Mitgliedsorganisationen im DSB geleitet, das gesamte Schulungsmaterial für die DSB-Ausbildungsgänge neu konzipiert und in moderner Medienform – die Serie der professionellen Lehrposter sei hier beispielhaft angeführt - zur Verfügung gestellt. Ganz besonders am Herzen lagen ihr die auch außerhalb des DSB viel beachteten und den neusten didaktischen Entwicklungen entsprechenden Lehrmappen für die verschiedenen olympischen Disziplingruppen. Diese sind die Basisdokumente und das Herzstück der gesamten Bildungsarbeit des DSB. Sie tragen unverkennbar die Handschrift von Beate Dreilich. Mit einem Engagement, das weit über das normale Maß hinausging und auch das ein oder andere Mal die eigene Familie hat hinten anstehen lassen, hat sie sich dieser Aufgabe gewidmet.

Als anerkannte Expertin für Bildungsfragen und verbandliche Bildung war Beate Dreilich auch Mitglied im Beirat „Bildung und Olympische Erziehung“ des DOSB, hat dort ihr umfangreiches Know-how eingebracht und die Interessen der Spitzenverbände vertreten. Auch der DOSB brachte ihr die höchste Wertschätzung entgegen.

Als Autorin einer viel beachteten Reihe von Lehrbüchern zum Thema „Ich lerne bzw. trainiere Sportschießen“, „Sportschießen – Modernes Nachwuchstraining“ hat sie sich neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit in literarischen Fachkreisen einen Namen gemacht.

Im Bereich des Aus- und Weiterbildungswesen und der trainingswissenschaftlichen Entwicklung des DSB hinterlässt sie eine riesige Lücke. Noch Jahre werden diese beiden Bereiche stets untrennbar mit ihrem Namen verbunden bleiben.

Der Deutsche Schützenbund hat Beate Dreilich unendlich viel zu verdanken. Sie verkörperte in vielen Institutionen des Sports das Gesicht des Deutschen Schützenbundes. Der DSB verliert mit Beate Dreilich nicht nur eine herausragende Persönlichkeit und profunde Pädagogin sondern auch eine stets kollegiale Mitarbeiterin und vor allem einen liebenswerten Menschen.