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Silber und Bronze beim Europacupfinale Pistole

Silber und Bronze beim Europacupfinale Pistole

13.10.2014 – Bei dem am Wochenende stattgefundenen Europacupfinale in den Disziplinen Zentralfeuer- und Standardpistole in Bordeaux (Frankreich) konnten die Teilnehmer des Deutschen Schützenbundes je eine Silber- und eine Bronzemedaille erkämpfen.

Am Samstag gelang es Patrick Meyer (Köln/Foto links), mit dem Gewinn der Silbermedaille den bisher größten Erfolg seiner Schießsportlaufbahn zu erzielen. Mit 582 Ringen musste er sich nur dem Norweger Paal Hembre (Foto Mitte/585 Ringe) unterordnen und verwies den Schweizer Steve Demierre mit 579 Ringen (Foto rechts) auf den Bronzeplatz.

In einer ständig spannenden Auseinandersetzung mit dem Schweizer über den gesamten Wettkampfverlauf konnte Meyer besonders im Duelldurchgang sein Leistungsvermögen umsetzen und damit Silber sichern. Mit dem vierten und fünften Platz von Michael Schleuter (Düren/578 Ringe) und Pierre Michel (Velbert/575 Ringe) waren die deutschen Schützen an diesem Tag der Konkurrenz überlegen.

Unter fast irregulären Bedingungen begann am Sonntag der Wettkampf mit der Standardpistole. Bei Regen und relativer Dunkelheit, eine Beleuchtung des Standes oder der Scheiben gab es nicht, hatten alle Schützen mit den widrigen Bedingungen – zuerst dunkel, später grelle Sonne – zu kämpfen.

Besonders hart traf es Pierre Michel, dem nach der ersten Wettkampfserie das Abzugzüngel der Pistole abbrach. Mit Genehmigung der Jury durfte er nach Beendigung des Durchganges seinen Wettkampf fertig schießen. Im normalen Wettkampfverlauf war einmal mehr Paal Hembre (Foto Mitte) überragend.

Mit den Bedingungen geschuldeten relativ schlechten 569 Ringen ließ er trotzdem den weiteren Startern keine Chance auf den Sieg und war damit der Doppelsieger des Wochenendes. Vom Sponsor des Europacups Pistole LAPUA wurde er dafür mit einem vierstelligen Eurobetrag belohnt. Den zweiten Platz belegte der Portugiese Joao Costa (Foto links) mit 566 Ringen.

Stephan Trippel (Linsengericht/Foto rechts) indes schoss sich im Verlauf des Wettkampfes immer weiter nach vorn. Nach einem eher schlechten Start in 150 Sekunden und nur 91 Ringen in der ersten 10-er Serie der 20 Sekunden, schob er sich bis auf den dritten Platz nach vorn. Doch dann wurde es noch einmal spannend. Pierre Michel musste ja den fast kompletten Wettkampf nachschießen. Wie weit konnte er sich noch in die Rangfolge nach vorne schießen ?

Eine Medaille für Deutschland stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest, Trippel oder Michel würden es schaffen. Die Schützen aller Nationen verfolgten jede Aktion des Westdeutschen. Nach jeder Serie wurden Hochrechnungen laut und die Spannung war mächtig groß. Klar, das besonders Stephan Trippel, der seinen bisherigen dritten Rang nicht einbüßen wollte, in mathematischer Hinsicht zur Hochform auflief.

Aber auch an Pierre Michel ging alles nicht spurlos vorüber. Vor Beginn der letzten Serie noch im Medaillenbereich, erreichte er mit einer abschließenden 88er-Serie nur noch den achten Rang (559 Ringe). Somit konnte sich Stephan Trippel an seiner Bronzemedaille erfreuen.

Patrick Meyer erreichte nach einer mäßigen Leistung in der 20-Sekunden Serie mit 559 Ringen den siebten Platz und Michael Schleuter reihte sich mit 556 Ringen auf dem zehnten Platz der Konkurrenz ein.

Ein erfolgreiches sportliches Wochenende für die DSB-Schützen. Lediglich die Reisen nach Bordeaux und zurück nach Frankfurt bleiben nicht in guter Erinnerung. In Bordeaux angekommen, wurde festgestellt, dass an beiden Sportgeräten von Michael Schleuter die Visierungen kaputt waren. Bei Pierre Michel war die Schäftung und eine acht Millimeter starke Rundfeile gebrochen sowie die Stoppuhr defekt. Bei Patrick Meyer fehlte gar das Vorhängeschloss am Koffer. Glücklicherweise konnten diese Probleme durch die Schützen soweit behoben werden, dass sich dieses nicht auf die Wettkämpfe negativ auswirkte. Zum Schluss öffnete sich auf dem Rückflug nach Frankfurt noch der Pistolenkoffer von Patrick Meyer, woraufhin sich der Inhalt des Koffers auf den gesamten Laderaum des Fliegers verteilt haben soll. Die Mitarbeiter der Air France gaben sich jedoch sehr viel Mühe, um alles wieder in Ordnung zu bringen.

Am Rande des Wettkampfes fand eine Beratung der Technischen Delegierten der ESC, Ursula Stäuble (Schweiz), mit allen Betreuern statt. Einvernehmlich wurde über zukünftige Belange der Wettkampfdurchführung und Auszeichnung der Sportler, sowie über die Wettkampforte der Saison 2015 gesprochen. Nachdem der Sichtungswettkampf des DSB für die kommende Wettkampfzeit abgesagt wurde, wird der gleiche leistungsstarke Kader wie 2014 zum Einsatz kommen.

Beitrag und Fotos: Jürgen Wiefel