Olympische Spiele

Lisa Unruh holt sich sensationell Silber mit dem Recurvebogen

Lisa Unruh holt sich sensationell Silber mit dem Recurvebogen

11.08.2016 – Lisa Unruh (Berlin/Foto) ist bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (Brasilien) im Einzelwettbewerb in das Finale um Gold und Silber eingezogen und unterlag im Finale nur gegen Hye Jin Chan (Südkorea) mit 2:6. Mit dieser herausragenden Platzierung ist sie die erste Gewinnerin einer Einzelmedaille in der deutschen Bogengeschichte bei Olympia.

Im Finale hatte Lisa Unruh gegen die Südkoreanerin zunächst einen 0:2-Rückstand auszugleichen, die Asiatin gewann den ersten Satz mit 27:26. Lisa Unruh konterte jedoch sofort und gewann denn zweiten Satz mit 28:26. 2:2 also nach zwei Sätzen. Doch ganz knappe Ausgänge mit 26:27 und 27:28 ermöglichten der Südkoreanerin schließlich die Goldmedaille.

"Das hätte ich mir nicht träumen lassen. Das ist der größte Moment in meinem Leben", sagte die Berlinerin nach dem Finale, "mein Ziel war es, unter die besten Zehn zu kommen. Ich habe viele starke Schüsse gemacht, vor allem in den richtigen Momenten haben die alle gesessen. Ich hoffe, dass jetzt viele Kinder mit dem Bogenschießen anfangen."

Im kleinen Finale standen sich die Titelverteidigerin Bo Bae Ki (Südkorea) und Alejandra Valencia (Mexiko) gegenüber. Die Südkoreanerin siegte mit  6:4 gegen die Mexikanerin.

Im Achtelfinale musste die 28-jährige Lisa Unruh heute am Vormittag brasilianischer Zeit zunächst gegen Hui Cao (China) antreten. Gegen die Asiatin, die nach der Qualifikation als 28. in die Direktausscheidung gegangen war, ging die Berlinerin zunächst mit 28:27 2:0 nach Sätzen in Führung und erhöhte kurze Zeit später durch ein 29:26 sogar auf 4:0.

Hui Cao kam noch einmal im die Partie zurück, als es ihr gelang, nach einem knappen 29:28 aus ihrer Sicht zum 2:4 zu verkürzen, musste dann jedoch nach einer Acht und zwei Neunern gegen Lisa Unruh die 2:6-Niederlage hinnehmen, denn die deutsche Neunte der Weltmeisterschaften von Kopenhagen ließ beim abschließenden 29:26 nichts mehr anbrennen.

Ya-Ting Tan (Taiwan) war dann aber im Viertelfinale noch ein ganz anderes Kaliber, denn die Schützin aus Taiwan hatte sich als Vierte für die Elimination qualifiziert und im Achtelfinale Kumari Deepika (Indien) glatt mit 6:0 abgefertigt.

Ein spannendes Match, denn die DSB-Schützin geriet zunächst mit 25:27 in Rückstand, doch sie konterte sofort mit einem 28:26 zum 2:2-Satzausgleich. Wieder ging die Taiwanesin in Führung durch ein 28:27 im dritten Satz.

Doch die Antwort des Schützlings von Bundestrainer Oliver Haidn folgte auf dem Fuße. Mit 28:26 gewann Lisa Unruh den vierten Satz und damit war der Ausgleich zum 4:4 wiederhergestellt. Nach 26:26-Remis im fünften Satz kam es zum Stechen, das die Deutsche mit 9:7 gegen die Asiatin gewann. Damit kämpfte Lisa Unruh im Halbfinale um die Medaillen.

Dort wartete Alejandra Valencia (Mexiko), die im Viertelfinale ganz überraschend die Qualifikations-Erste Misun Choi (Südkorea) mit 6:0 bezwungen hatte. Lisa Unruh ging mit 2:0 in Führung durch ein 27:26, setzte nach und hatte im zweiten Satz mit 28:26 die Nase vorn – 4:0 hieß es für die deutsche Bogensportlerin.

Bei starkem Wind kam die Mexikanerin noch einmal zurück, weil Lisa Unruh einen Pfeil in die Fünf setzte und damit den Satz mit 23:25 abgab, doch im vierten Satz ließ die Berlinerin nichts mehr anbrennen und siegte mit 27:26. Damit war sie im Finale um Gold – für den deutschen Bogensport ein sensationelles Ergebnis.

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Die Ergebnisse der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro finden Sie nach Abschluss der Wettkämpfe über diesen Link.

Foto 1 : © picture-alliance