Deutsche Meisterschaften

Die Allerbesten der letzten Jahre teilen sich die Medaillen

Die Allerbesten der letzten Jahre teilen sich die Medaillen

28.08.2016 – Am letzten Tag des „Olympischen Wochenendes“ bekamen die Zuschauer in der bis auf den letzten Platz gefüllten Finalhalle im Wettbewerb Dreistellungskampf der Damen bei den Deutschen Meisterschaften für Gewehr, Pistole, Flinte, Laufende Scheibe und Armbrust auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück einen absoluten Leckerbissen geboten.

Um die Medaillen stritten sich die aktuelle Olympiasiegerin Barbara Engleder (Triftern/Foto), die genauso vielfache Welt- und Europameisterin ist, wie auch ihre Kontrahentinnen Beate Köstel (Odenheim) und Sonja Pfeilschifter (Feldkirchen-Westerham). Diese drei Schützinnen haben in den letzten Jahren das sportliche Gewehrschießen in Deutschland repräsentiert.

An der Spitze lagen diese drei von Beginn des Finales an. Beate Köstel hatte nach dem Kniendschießen die Nase vorn, Sonja Pfeilschifter setzte sich während des Liegendschießens an die Spitze des Feldes und Barbara Engleder lag stets in kurzer Reichweite auf Rang zwei oder drei.

Keine der Schützinnen konnte einen markanten Vorsprung herausholen, in diesem Finale gab es nur Minimalabstände von wenigen Zehnteln. Ein Beweis für die kollektive Klasse dieses Trios.

Als diese drei Schützinnen in den konkreten Kampf um die Medaillen eintraten, lag zum allerersten Mal Barbara Engleder mit einem Zehntelring vor Beate Köstel. Einen weiteren Zehntelring dahinter lag Sonja Pfeilschifter. Ein Traumfinale für jeden Anhänger des Sportschießens.

Die Olympiasiegerin schoss im vorletzten Schuss eine 9,8 und alle in der Halle dachten, dies wäre die Bronzemedaille. Beate Köstel konterte mit einer 10,3 und zog vorbei. Sonja Pfeilschifter, wie immer die letzte Schützin löste den Schuss – 8,7, das war Rang drei mit 447,7 Ringen.

Nach einer 10,3 von Barbara Engleder schloss Beate Köstel das Finale so ab, wie die drei Schützen es gestalteten, optimal mit einer 10,9 und neuem deutschen Finalrekord von 460,3 Ringen. Barbara Engleder kam auf Rang zwei mit 459,3 Ringen.

"Ich bin superglücklich, dass dieses Jahr so erfolgreich gelaufen ist", zog die Olympiasiegerin Bilanz, "aber es war auch superstressig. Denn nach den Ereignissen in Rio kam gleich die Deutsche noch hinterher und da konnte ich überhaupt nicht durchschnaufen. Die nächsten Wochen werde ich mich jetzt ganz verstärkt um meine zwei "Kerle" zuhause bemühen, die viel zu lang auf ihre Frau und Mama gewartet haben. Ich werde sie dann so richtig auch bekochen, jetzt nicht lachen, das kann ich nämlich auch. Auf die kommenden, etwas ruhigeren Tage freue ich mich schon sehr. Trotzdem habe ich es genossen, so viele nette Menschen zu treffen, die mir gratuliert haben. Vor allem der Empfang zuhause war gigantisch, dafür danke ich ganz herzlich."

Die neue Deutsche Meisterin Beate Köstel nach dem Finale: "Deutsche Meisterschaften sind immer etwas ganz besonderes für mich und ich freue mich riesig über diesen zweiten Titel nach dem Luftgewehr-Gold gestern. Der Barbara hätte ich es aber auch gegönnt, sie hat eine ganz tolle Saison gehabt."

Tina Lehrich (Langlingen) siegte bei den Junioren, wo kein Finale geschossen wurde, mit 577 Ringen vor Catharina Westermayer (Bad Wurzbach) und Sabrina Hößl (Fuchsmühl), die beide auf 575 Ringe kamen.

Alle Ergebnisse der Deutschen Meisterschaften Sportschießen finden Sie nach Abschluss der Wettkämpfe über diesen Link.

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