Europameisterschaften

Silber und zwei Mal Bronze für die Teams zum EM-Abschluss

 Silber und zwei Mal Bronze für die Teams zum EM-Abschluss

11.03.2017 – Auch ohne Olympia-Silbermedaillengewinnerin Monika Karsch haben die deutschen Luftpistolen-Damen in Maribor (Slowenien) bei den Europameisterschaften einen ersten Erfolg im neuen Olympiazyklus gelandet. Die Mannschaft mit Sandra Reitz (Regensburg), Julia Hochmuth (Ludwigsburg) und Stefanie Thurmann (Frankfurt/Oder) gewann Silber, Reitz und Hochmuth schafften es zudem ins Einzelfinale. Und Karsch wird zur Kleinkalibersaison nach ihrer Pause wieder zum Team stoßen.

Dazu gewannen die Luftgewehr-Männer Bronze im Mannschaftswettbewerb. Eine weitere Bronzemedaille gewannen Selina Gschwandtner und Maximilian Dallinger im neuen Mixed-Luftgewehrwettbewerb.

Für beide deutschen Finalistinnen bedeutete die Finalteilnahme einen riesigen Erfolg. Sandra Reitz, deren Ehemann Christian am Vortag Europameister geworden war, schaffte es erstmals überhaupt in ein Finale bei einem internationalen Großereignis und erreichte damit das beste Resultat ihrer Karriere. „Ich bin absolut zufrieden“, sagte sie. Hochmuth war ebenfalls erstmals in einem EM-Finale vertreten, im Weltcup von München 2011 hatte sie mit Platz acht ihre bisher einzige Finalplatzierung erreicht. „Das ist super, erst Silber mit dem Team und dann Finale“, fand Hochmuth.

Beide Deutschen hatten jedoch ihre Schwierigkeiten, ins Finale zu kommen. Mit der ersten Fünferserie traf Reitz vier, Hochmuth drei Mal die Neun. Während sich die Regensburgerin steigerte, wurde der Abstand nach oben für Hochmuth noch größer. Echte Sicherheit bekamen sie nicht in ihre Schüsse. Die für Kriftel in der Bundesliga schießende Beata Bartkow-Kwiatkowska (Foto rechts) schied nach sehr schwacher Vorstellung als Erste aus, danach erwischte es Julia Hochmuth nach einer 8,7 und 9,7 in der zweiten Ausscheidung. Mit 136,0 Ringen wurde sie Siebte.

Sandra Reitz, die sich zuvor mit einer 10,7 und einer 10,1 sogar an die Medaillenplätze heran getastet hatte, traf jetzt die 9,6 und 9,7. Drei Zehntel fehlten ihr zum Weiterkommen, mit 157,4 Ringen wurde sie Sechste.

Nach einer überragenden Vorstellung mit 246,9 Ringen und damit unglaublichen 7,4 Ringen Vorsprung auf die zweitplatzierte Olena Kostewitsch aus der Ukraine wurde die Serbin Zorana Arunovic (Foto links) Europameisterin und damit Nachfolgerin von Kostewitsch. „Dieser Weltrekord wird sehr lange Bestand haben“, sagte Hochmuth, und Reitz erkannte an: „Das ist ein Niveau, das ich nicht schießen kann.“ Bronze sicherte sich die Spanierin Sonia Franquet mit 218,9 Ringen.

Schon im Vorkampf hatte das deutsche Trio eine hervorragende Leistung abgeliefert. Sandra Reitz und Julia Hochmuth mit jeweils 382 Ringen im Finale, Stefanie Thurmann (Frankfurt/Oder) als Dritte im Bunde mit 375 Ringen auf Platz 25 – das war eine kompakte Vorstellung, die auch belohnt wurde. Das deutsche Team gewann mit 1139 Ringen Silber hinter Serbien, das vor allem aufgrund der mit 389 Ringen überragend schießenden Zorana Arunovic mit insgesamt 1145 Ringen nicht zu schlagen war. Bronze ging an Russland mit 1134 Ringen.

Im Viertelfinale des Mixedwettbewerbes kam insbesondere Julia Hochmuth nicht an ihre Form aus dem Einzel heran. Ihr unterliefen drei schwächere Schüsse, so dass sie zusammen mit Europameister Christian Reitz (Regensburg) als Dritte des Viertelfinales ausschied. Als Zweite wäre das Duo in den Kampf um Bronze eingezogen. Gold gewann Serbien mit Arunovic und Damir Mikec gegen Russland durch das 5:4, Bronze ging etwas überraschend an Aserbaidschan durch das 5:1 über Bulgarien.

Ein weiterer Medaillengewinn für Deutschland gelang dem Männer-Luftgewehrteam. Maximilian Dallinger (Lengdorf), Dennis Welsch (Eschenburg, Foto) und Robin Zissel (Burgwald) gewannen als Team Bronze mit 1868,5 Ringen. Sie mussten sich nur Russland und Serbien mit 1878,5 und 1869,2 Ringen geschlagen geben. Für die junge und international noch sehr unerfahrene Mannschaft – für alle Drei war es die erste EM bei den Männern – bedeutete das einen großen Erfolg.

Bester des deutschen Trios war erwartungsgemäß Maximilian Dallinger. Der zweifache Junioren-Europameister traf 623,7 Ringe und wurde damit 16, ihm fehlten 2,1 Ringe zur Finalteilnahme. Robin Zissel erreichte mit guten 622,9 Ringen den 23. Platz. Dennis Welsch, der kurzfristig für Julian Justus nach dessen gesundheitlichen Problemen eingesprungen war, erreichte ebenfalls gute 621,9 Ringe und damit Platz 32.

Neuer Europameister mit Welt- und Europarekord von 250,5 Ringen wurde der Russe Wladimir Maslennikow. Silber holte sich der Ukrainer Oleg Tsarkow mit 247,7 vor dem Franzosen Alexis Raynaud mit 225,5 Ringen.

Im Mixed hatten sich Selina Gschwandtner (Reischach) und Maximilian Dallinger als Zweite für das Viertelfinale qualifiziert. Hinter dem überragenden Serbien landete das Duo auf Rang zwei, nachdem es sich einen harten Fight mit Österreich geliefert hatte. Im Kampf um Bronze wartete Frankreich mit Jennifer Olry und dem aus der Bundesliga in Deutschland bekannten Pierre Edmond Piasecki. Doch sowohl Gschwandtner als auch Dallinger ließen sich nicht beeindrucken, schossen beide sehr stark und gewannen ganz glatt mit 5:0 die Bronzemedaille. Gold holte sich Serbien durch ein 5:2 über Russland.

In der Disziplin Laufende Scheibe fielen am Abschlusstag die Entscheidungen in den Mixedwettbewerben des Nachwuchses. Der Frankfurter Kris Großheim belegte als einziger deutscher Junior einen ordentlichen siebten Platz mit 362 Ringen, hatte allerdings zehn Ringe Rückstand auf die Medaillenränge. Gold gewann Ihor Kizima (Ukraine) mit 380 Ringen, drei Ringe vor seinem Landsmann Maksim Babuschok. Bronze sicherte sich der Russe Waleri Dawidow mit 372 Ringen. Die Ukraine gewann auch die Mannschaftswertung mit 119 Ringen vor Russland und Ungarn mit 1073 und 1024 Ringen.

Bei den Juniorinnen ging Teamgold an Russland mit 1062 Ringen, die Ukraine wurde diesmal mit 1047 Ringen Zweiter, Ungarn wieder Dritter mit 1043 Ringen. Im Einzel holte die Ungarin Veronika Major mit 378 Ringen ihren dritten Einzeltitel dieser EM. Sie distanzierte Anna Kostina (Russland) als Zweite um 15 Ringe, Bronze holte sich Viktoria Stetsiura (Ukraine) mit 355 Ringen.