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Gesamtvorstandsitzung: Zuversichtlich in die Zukunft

Gesamtvorstandsitzung: Zuversichtlich in die Zukunft

20.03.2018 – Der Deutsche Schützenbund (DSB) kann dem Jahr 2018 und der Zukunft mit voller Zuversicht entgegen blicken. „Ich bin guten Mutes, dass wir etwas auf den Weg bringen. Vor allem die Geschlossenheit im Präsidium und im Gesamtvorstand ist mir wichtig“, betonte DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels auf der Gesamtvorstandsitzung am 17. März in Wiesbaden.

Die gute Finanzsituation, der Baufortschritt beim Bundesleistungszentrum sowie der sportliche Ausblick sorgten für eine positive Grundstimmung bei den Vertretern der 20 Landesverbände.

Bericht des Präsidenten

DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels hob in seinem Bericht die Bedeutung des Deutschen Schützenbundes bei der Leistungssportreform des DOSB hervor: „Das Papier zur Bekenntnis der Reform, auf das sich alle Fachverbände und Landessportbünde einigten, wurde von der DSB-Geschäftsleitung entworfen. Ich denke, das unterstreicht die besondere Stellung des DSB im organisierten Sport“, so von Schönfels. Damit der DSB auch weiterhin eine gewichtige Rolle im organisierten Sport einnimmt, „wird der DSB unter dem Arbeitstitel ,Agenda 2025‘ eine Expertenrunde einberufen, um den Verband in seiner Struktur und Organisation auf den Prüfstand zu stellen.“ Die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit unterstrich der Präsident als nächstes. Streamingangebote von den Bundesligafinals sowie ein positives Gespräch mit ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann verdeutlichen, dass der DSB auch im Bewegtbildbereich Schritte in die richtige Richtung tätigt. Dieser Weg müsse weiter beschritten werden, wofür es unerlässlich sei, „die olympischen Disziplinen zu erhalten. Denn ohne Olympia wird es in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und vielen anderen Bereichen einen Sturz in die Bedeutungslosigkeit geben.“

EU-Datenschutzvorgaben

Ein Thema, das derzeit für viel Verunsicherung an der Basis sorgt, ist das des Datenschutzes. Am 25. Mai tritt die neue EU-Datenschutzverordnung in Kraft, die bei Nichtachtung mit hohen Bußgeldern ausgelegt ist. Walter Wolpert, Vizepräsident Recht, beruhigte die Landesverbandsvertreter: „Man kann den Vereinsverantwortlichen die Angst nehmen! Über 80% der Vereine werden keinen Datenschutzbeauftragten benötigen, die hohen Bußgelder sind für mittlere und große Unternehmen angedacht.“ In den kommenden Tagen werden die nötigen Informationen an die Landesverbände verschickt, „denn uns ist es wichtig, dass wir den Vereinen Hilfen an die Hand geben. Das ist uns gelungen“, schloss Wolpert.

Sport

DSB-Sportdirektor Heiner Gabelmann bewertete die bisherigen Ergebnisse im Jahr 2018 und hob vor allem das starke Abschneiden im Nachwuchsbereich hervor: „Wir sind in Europa die einzige Nation, die im Kugelbereich mit vier Startern bei den Youth Olympic Games in Buenos Aires vertreten sein wird.“ Daneben glänzte vor allem Nachwuchs-Schützin Anna Janshen, die bei der Druckluft-EM in Györ mit Doppel-Gold ihr großes Talent bestätigte. Im Erwachsenenbereich sorgte Gewehrschützin Jolyn Beer bei der EM für den ersten „Top Team Tokio“-Platz, weitere Sportlerinnen und Sportler folgten beim ersten Weltcup in Mexiko. Dieser Platz bedeutet die Teilnahme an der internen Olympia-Qualifikation für Tokio 2020. Zugleich wies Gabelmann darauf hin, dass die sportlichen Erfolge wie in Rio 2016 nicht selbstverständlich seien, „es ist sehr eng in der Weltspitze!“

Im Bogensport sorgten Elena Richter sowie das Frauen-Team bei der nicht-olympischen Hallen-WM in Yankton für Doppel-Gold und somit ein echtes Ausrufezeichen. „Höhepunkt in diesem Jahr ist die Weltmeisterschaft in Changwon mit der Vergabe der ersten Quotenplätze für Tokio, als Vorbereitung dienen auch alle Weltcups, die wir komplett beschicken werden“, so Gabelmann.

Vizepräsident Sport Gerhard Furnier und Bundesgeschäftsführer Jörg Brokamp berichteten von den kommenden Top-Veranstaltungen auf deutschem Boden und hoben vor allem zwei Bogen-Events hervor: „Die DM Bogen in Wiesbaden im August 2018 findet auf dem Bowling Green und damit im Zentrum einer Landeshauptstadt statt. Das ist öffentlichkeitswirksam und eine attraktive Bühne, die dem Bogensport geboten wird“, so Brokamp. Ein Jahr später wird erstmals – unter dem Titel ,Die Finals‘ – ein Wochenende der Deutschen Meisterschaften durchgeführt. In Anlehnung an die Wintersportübertragungen zeigen ARD & ZDF ausgewählte Sportarten wie Leichtathletik, Schwimmen, BMX, Speedklettern und Bogen live und kompakt an einem Wochenende (2. bis 4. August), Brokamp: „Wir sind froh, dass wir den Bogensport in diesem Pool mit unterbringen konnten. Das ist eine einmalige Chance, von Anfang an bei diesem Top-TV-Ereignis dabei zu sein.“

Finanzen

Einstimmig wurde das Präsidium im Bereich Finanzen entlastet. „Die Vermögens-, Liquiditäts- und Ertragslage ist hervorragend“, berichtete Rechnungsprüfer Dr. Hermann Tallau, sagte aber im Hinblick auf das neue Bundesleistungszentrum, dass vor allem die zukünftige Belegung ausschlaggebend für ein weiteres gesundes Wirtschaften sei. Der Haushalts-Entwurf für das laufende Jahr wurde ebenfalls positiv beschieden, wobei der DSB aktuell aufgrund der langwierigen Regierungsbildung sehr viele Eigenmittel einsetzen muss, da erst 30% der Bundesmittel geflossen sind.

Gerd Hamm, Vizepräsident Finanzen, stellte dem Gesamtvorstand nochmals das alternative Beitragsmodell vor, das der Finanzausschuss erarbeitet hat. Zielvorgabe sei die Absicherung der DSB-Beitragseinnahmen und damit eine bessere Planbarkeit, ohne die Einnahmen zu erhöhen und Landesverbände stärker zu belasten. Hamm betonte, dass die Landesverbände ihre eigenen Modelle zur Beitragserhebung auch nach Einführung eines neuen Modells behalten könnten. Der Gesamtvorstand nahm die vorgestellten Ideen mit Interesse auf. Die im Detail erläuterten Rechenbeispiele sollen nun in den Landesverbänden diskutiert werden, und in der Novembersitzung des Gesamtvorstandes wird beschlossen, ob das alternative Beitragsmodell auf dem Deutschen Schützentag zur Abstimmung vorgelegt wird.

Waffenrecht

Wolpert berichtete, dass nach dem Inkrafttreten der Änderungen der EU-Regelungen in der Feuerwaffenrichtlinie die Bundesregierung nun bis 14. September dieses Jahres Zeit habe, die EU-Regelungen in nationales Recht umzusetzen. Die vergangene Regierung sah in wesentlichen Punkten im Hinblick auf unsere strengen nationalen Regelungen keinen gesteigerten Handlungsbedarf; es sei davon auszugehen, dass sich diese Haltung auch unter der neuen Konstellation nicht zum Nachteil des Sportschießens ändern werde, so der Vizepräsident Recht. Herausforderungen bei der Umsetzung seien derzeit zum einen das vorgesehene Verbot „übergroßer Magazine“ und deren Altbesitz. Zum anderen müsse die Frage der Kategorisierung und des Besitzes von historischen Waffen und insbesondere deren Nachbauten einer für Sportschützen einfachen und verträglichen Lösung zugeführt werden. Zu beiden Bereichen ist der DSB im Dialog mit der Politik und dem Bundesinnenministerium.

Öffentlichkeitsarbeit

Der neue Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Thilo von Hagen, stellte sich und sein neues Team sowie die ersten Maßnahmen vor. Der Relaunch der DSB-Homepage habe oberste Priorität, zudem gebe es Veränderungen im Social Media-Bereich mit der Installation eines Instagram-Kanals sowie der Idee, zukünftig nur noch einen Facebook-Account zu führen. Der intensive Kontakt zu den SportlerInnen und Trainern sowie der Ausbau des Pressenetzwerkes seien weitere erste Maßnahmen gewesen, „im Laufe des Jahres gilt es, der gesamten Pressearbeit eine Struktur zu geben“, so von Hagen. Für die Basis kündigte er Workshops zu den Themen „Medienarbeit im Verein“ und „Fit für den Ernstfall“ an, zu der in Kürze die Einladungen verschickt werden.

Verbandsentwicklung

Zwar endete die langjährige Kampagne ,Ziel im Visier‘ im vergangenen Jahr, „dennoch ist die Mitgliedergewinnung weiterhin das Ziel und eine Daueraufgabe des DSB“, verdeutlichte Prof. Dr. Marcus Stumpf, Vizepräsident Verbandsentwicklung/Ethik, in seinem Bericht. Neben aktiven Sportlerinnen und Sportlern solle auch an der Ehrenamtsgewinnung gearbeitet werden, wozu ein Konzept entwickelt werden müsse, so Stumpf. Dabei sei die Aktivierung von jungen Leuten, aber auch von Älteren das Ziel.

Bundesleistungszentrum

„Wir sind auf der Zielgeraden, was den Rohbau angeht“, gab Brokamp einen aktuellen Stand zum Bau des Bundesleistungszentrums in Wiesbaden. Die Ausschreibungs-Thematik und das winterliche Wetter hätten für etwas Verzögerung gesorgt, dennoch liege der DSB aktuell mit 400.000 Euro unter der Plansumme. „Ziel ist, gegen Ende des Jahres den Weihnachtsbaum dort aufzustellen.“

Ehrungen

Anerkennung von ehrenamtlichem Engagement wird im Deutschen Schützenbund stets groß geschrieben. Und so wurden auch auf dieser Gesamtvorstandsitzung Ehrungen für verdiente Persönlichkeiten beschlossen. Folgende Frauen und Männer werden auf dem nächsten Deutschen Schützentag in Wernigerode 2019 bzw. auf den Landesschützentagen (Ehrenkreuz Gold Sonderstufe) geehrt:

  • Ehrenkreuz Gold (Sonderstufe): Jürgen Sostmeier (Bayern), Heinz Wilczynski (Bayern), Erwin Rose (Nordwestdeutschland), Volker Fiedelak (Saarland), Hans-Dieter Hof (Westfalen)
  • Protektorabzeichen Gold: Herta Zeiler (Oberpfalz), Gerd Schmeil (Pfalz)
  • Goldener Ehrenring: Horst Brehmer (Pfalz)
  • Ehrenmitgliedschaft: Peter Bleich (Südbaden), Karl Heinz (Sachsen), Klaus Stallmann (Westfalen)

Diverse Beschlüsse

  • Der DSB folgt den Neuerungen des DOSB/der NADA, womit die aktualisierte Verbotsliste Bestandteil der Satzung wird.
  •  Bei den Wettbewerben Vorderlader, Zentralfeuerwaffen und den Wettbewerben 2.5.f ist ein Augenschutz von vorne und seitlich zwingend erforderlich. Die Technische Kommission empfiehlt, diese sofort umzusetzen, ab dem 1.1.2019 kommt die Sicherheitsbestimmung in die Sportordnung.
  • Das Schützenwesen soll als Immaterielles Kulturerbe vom nationalen auf die europäische Ebene gehoben werden. Dabei ist der DSB federführend
  • Der Bereich Lichtgewehr wird sich (im Bereich der 8 bis 12-Jährigen) weiterentwickeln und ausgebaut werden. Es wird eine DM Lichtgewehr geben.
  • Eine außergerichtliche Einigung im Streit zwischen den Landesverbänden Rheinland (RSB) und (PSSB) wird angestrebt. Alle Landesverbände sollen ihre Gebietsgrenzen definieren, zukünftig soll es nur noch Vereinswechsel/-übernahmen geben, wenn beide Landesverbände dem schriftlich zustimmen.