FAQ

   

Was ist "strict liability"?

"Strict liability" ist das Prinzip der verschuldensunabhängigen Haftung. Das heisst, dass der Athlet in jedem Fall für alles, was in seinem Körper gefunden wird, selbst verantwortlich bist. Es ist deshalb äusserst wichtig, dass der Sportler bei einer medizinischen Behandlung immer darauf hinweist, dass für ihn die Verbotsliste gilt.


Was tun im Krankheitsfall?

Was tun bei Erkrankungen?
Ansprechpartner bei Erkrankungen sollte zuerst immer ein Arzt sein. In Trainingslagern und auf Wettkampfreisen wäre das der zuständige Arzt am OSP oder der Mannschaftsarzt. Die behandelnden Ärzte sollten über das aktuelle Doping-Reglement informiert sein. Bei Besuchen des Hausarztes sollte dieser darauf hingewiesen werden, dass man Leistungssportler ist und dem Doping-Kontrollsystem unterliegt.

Wenn ein Medikament nicht in der „Beispielliste“ enthalten ist - was tun?
Die Beispielliste ist ein Auszug aus der Vielzahl an Medikamenten, die in der „Roten Liste" zusammengestellt sind. Weitere rund 2.000 Medikamente und Wirkstoffe können Sie online in der Medikamenten-Datenbank der NADA unter www.nadamed.de finden. Anfragen auch schriftlich per Fax (0228) 812 92-28 oder -239 mit dem Formular Medikamentenanfrage oder per E-Mail medizin@nada.de.

Krank im Ausland und auf Wettkampfreisen - Was muss beachtet werden?
Viele Medikamente im Ausland haben den gleichen Namen wie deutsche Medikamente, jedoch sind die Wirkstoffe häufig unterschiedlich. In einigen Ländern (z.B. Frankreich) sind Medikamente mit Dopingrelevanz entsprechend gekennzeichnet. Sollten der behandelnde Arzt, der Arzt der Veranstaltung oder der Apotheker im Reiseland nicht in der Lage sein, eine entsprechende Auskunft zu erteilen, muss ein anderes Medikament eingesetzt werden. In einigen Ländern (z.B. USA, Österreich und Schweiz) bieten die dortigen Antidoping-Agenturen auch entsprechende Abfragen im Internet an.

Wo gibt es weitere Informationen?
Weiterführende Informationen zum Thema Regelwerk und Erkrankungen finden Sie auf der Internetseite der NADA unter www.nada.de, vor allem auch für das Vorgehen bei chronischen Erkrankungen (Asthma, etc.) oder bei anzeigepflichtigen Behandlungen. Bei Medikamentenanfragen sollte das Formular "Medikamentenanfrage" genutzt werden.

Darüber hinaus ist auf eine ausreichende Krankenversicherung insbesondere fürs Ausland zu achten.


Was ist RTP, NTP, ATP?

RTP = Registered Testpool
Mitglieder dieses Testpools haben folgende Verpflichtungen:

  • Tägliche Meldepflicht über ADAMS
  • Angabe einer Stunde täglich, an dem der Athlet sich verpflichtend zur einer Dopingprobe zur Verfügung halten muss
  • Meldungen 5 Tage vor Ablauf des alten Quartals für das neue Quartal
  • Nachträgliche Ergänzungen/Änderungen sind möglich

NTP = Nationaler Testpool
Mitglieder dieses Testpools haben folgende Verpflichtungen:

  • Tägliche Meldepflicht über ADAMS
  • Meldungen haben 5 Tage vor Ablauf des alten Quartals für das neue Quartal zu erfolgen
  • Nachträgliche Ergänzungen/Änderungen sind möglich

ATP = Allgemeiner Testpool
Mitglieder dieses Testpools haben folgende Verpflichtungen:

  • Rahmentrainingsplan ist der NADA zur Verfügung zu stellen
    (per Telefax oder e-mail)
  • Ansonsten keine Meldepflichten!

Testpoolzugehörigkeit

Athleten werden über sportliche Leistungen dem Testpool zugeordnet. Darüber hinaus kann auch der DSB aus Nominierungsgründen Sportler in höhere Testpools eingruppieren. In einem solchen Fall wird der Sportler direkt vom DSB informiert.
Die Testpoolzugehörigkeit bleibt jedoch bestehen, wenn der Athlet in seinen Leistungen nachlässt und sein Kaderstatus sich verändert.


Hinweise zu Nahrungsergänzungsmitteln (NEM)

Eine ausgewogene Mischkost ist auch für Leistungs- und Hochleistungssportler ausreichend, um den Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Es darf jedoch nicht verkannt werden, dass diese Sportlergruppen für sich oftmals eine erhöhte Nahrungsanforderung definieren, die sie nur mit Hilfe von NEM abzusichern glauben. Gegen die Einnahme von Vitaminen und Mineralstoffen in physiologischen Dosierungen ist nichts einzuwenden, auch wenn nicht geklärt wurde, ob wirklich ein Defizit vorgelegen hat. Bei ärztlich diagnostizierten Defiziten sollten nur Mikronährstoffe mit Medikamentenzulassung verordnet werden.

Auf Grund zahlreicher Meldungen über kontaminierte NEM warnt die NADA grundsätzlich vor der Einnahme dieser Stoffe. Verschiedene NEM können dem Dopingverbot unterliegende Steroidhormone bzw. deren Vorläufersubstanzen enthalten, ohne dass diese aus den Herstellerangaben ersichtlich sind. Nach Untersuchungen des Institutes für Biochemie, Deutsche Sporthochschule Köln, wiesen von 634 NEM 94 (14,8 %) positive Befunde für verbotene anabol-androgene Steroide (sog. Prohormone) auf, die nicht auf der Packung deklariert waren. Ausscheidungsversuche mit positiven NEM führten zu positiven Dopingbefunden vor allem für den Nandrolonmetaboliten Norandrosteron.

Ausländische Präparate z. B. unter den Namen Chrysin, Guarana, Tribulus Terrestis können dem Dopingverbot unterliegende Wirkstoffe enthalten. Bei asiatischen Tees muss auf Beimengungen von Ephedrin geachtet werden.

Konsumieren Athleten solche NEM mit den beschriebenen (Spuren)beimengungen, können anschließend abgegebene Urinproben z. B. positive Analysenbefunde wie bei der Einnahme von verbotenen Steroidanabolika (z. B. von Nandrolon) liefern. Nach dem gültigen Dopingreglement erfüllt dies den Tatbestand des Dopings. Daher wird eindringlich vor der Anwendung von NEM gewarnt: Das Risiko trägt der Konsument, der Sportler.

Kann ein Sportler den ursächlichen Zusammenhang zwischen dem positiven Befund und dem eingesetzten NEM zweifelsfrei nachweisen, steht ihm nach höchstrichterlicher Feststellung Schadensersatz gegenüber dem Hersteller des Produkts zu. Enthalten NEM (auch nicht-deklarierte) Hormone oder Prohormone handelt es sich um Arzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes § 2 Abs. 1 Nr. 5 (BGH I ZR 34/01 verkündet am 11.07.2002) Unternehmen, die NEM herstellen oder vertreiben, sollten zur Absicherung der Sportler über ein internes Qualitätsmanagement verfügen und regelmäßig Analysen der verwendeten Rohstoffe vornehmen. Eine Chargenkontrolle der fertigen Produkte bei einem externen Institut ist zu empfehlen. Es könnte dann darauf hingewiesen werden, dass dieses Produkt einer regelmäßigen Kontrolle im Hinblick auf das WADA-Antidoping-Reglement unterliegt. (Quelle: NADA)