Gedenktage der Schutzpatrone

      

Albrecht Altdorfer: Martyrium des Hl. Sebastian, um 1510/12, Sebastiansaltar, St.Florian bei Linz     

20. Januar - Sebastian
(griechisch: ehrwürdig)

Nach Mitteilung des Heiligen Ambrosius in Mailand geboren, Sohn einer wohlhabenden Familie starb als Märtyrer in Rom in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts. 354 wird berichtet, dass sein Grab an der Via Appia am Eingang des Coemeteriums bei den Katakomben sei.

Die Legende aus der 1. Hälfte des 5. Jahrhunderts berichtet, Sebastian habe eine gute Ausbildung genossen und sei nach dem Studium an der Mailänder Offiziersschule Hauptmann der kaiserlichen Garde gewesen. Dort habe er sich ungeachtet des Verbotes zu seinem christlichen Glauben bekannt und viele zum Christentum bekehrt. Seine Stellung erlaubte ihm zunächst, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen, ihnen Mut zuzusprechen und immer weitere Römer zu bekehren. Bis er auf Befehl Diokletians mit Pfeilen durchschossen wurde.

Sebastian wurde jedoch von den Pfeilen nicht getötet. Irene, die Witwe des Märtyrers Castulus, nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder erholt hatte, trat er öffentlich vor den Kaiser, um ihm die Grausamkeit und Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vorzuhalten. Diokletian ließ ihn daraufhin im Circus von Rom zu Tode peitschen und die Leiche in die "cloaca maxima", die große Kloake, werfen. Sebastian erschien dann der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie barg den Leichnam und bestattete ihn bei der Apostelkirche an der Via Appia, unter der heutigen Kirche San Sebastiano ad Catacumbas. Sie gehört zu den sieben frühchristlichen Pilgerkirchen Roms.

Reliquien Sebastians befinden sich seit 1250 im Franziskaner-Kloster Hagenau im Elsass sowie im Kloster Ebersberg in Oberbayern. Im Spätmittelalter erlebte der Sebastianskult einen große Blüte, da er der Pfeile wegen als Pestpatron verehrt wurde.

Sebastian wird u.a. dargestellt als Soldat oder junger Mann, mit Baumstumpf und Pfeilen, oder an einen Baum gebunden und von Pfeilen durchbohrt. Sebastian ist Patron der Schützengilden, der Sterbenden, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisenhändler, Zinngießer, Steinmetze, Gärtner, Gerber, Töpfer, Bürstenbinder und -händler, Leichenträger; der Brunnen. Sebastian wird angerufen bei Verwundungen, gegen Pest, Seuchen, Viehkrankheiten, Epilepsie.

   
J.A.M. Zwolle, Heiliger Georg, Kupferstich, 15. Jahrhundert

23. April - Georg
(griechisch: „der Landmann“)

Die Legende erzählt von Georg als einem hochgestellten Soldaten, der um 303 den Märtyrertod erlitt. Er sah, dass viele Christen durch die Verfolgungen unter den Kaisern Diokletian und Maximian wieder ungläubig wurden. Daraufhin verschenkte er seinen Besitz unter den Armen und predigte die christliche Lehre. Er wurde verhaftet und musste zahllose Martyrien durchstehen. U.a. sei er in kleine Stücke zerhackt worden, tief in der Erde vergraben und er sei verbrannt worden. Die Macht Gottes habe ihn aber immer wieder zum Leben erweckt. Zuletzt sei er durch die Stadt geschleift und enthauptet worden.

Der Heilige Georg wird dargestellt als Ritter mit und ohne Pferd, mit durch Schwert oder Lanze durchbohrtem Drachen.

Die populärste Legende ist die vom Kampf des Ritters mit einem Drachen, der in einem See vor der Stadt Silena in Lybia hauste und die Stadt mit seinem Gifthauch verpestete. Die Einwohner mussten ihm täglich Lämmer opfern und als keine Tiere mehr aufzutreiben waren, wurden die Söhne und Töchter geopfert. Eines Tages traf das Los die Königstochter - die als Verkörperung der Kirche gelten kann. Nach Herz zerreißendem Abschied von den Eltern ging sie an den See vor der Stadt. Da erschien Georg, nachdem er alle Martern überstanden hatte und von den Erzengeln wieder zum Leben und zu herrlicher Schönheit gebracht worden war. Als der Drache auftauchte, schwang Georg mit dem Zeichen des Kreuzes die Lanze und durchbohrte das Untier, das zu Boden stürzte. Georg versprach den Bewohnern der Stadt, den Drachen zu töten, wenn sie sich zu Christus bekehrten. Er erschlug den Drachen, vier Paar Ochsen mussten den gewaltigen Drachen aus der Stadt schleppen, der König ließ sich daraufhin mit allem Volk taufen. Diese Schilderung entspricht der Georgsdichtung aus dem 12. Jahrhundert. Sie betont Rolle des Helden, der die Kreuzfahrer unterstützt.

Georg ist Patron der Schützen, von Ritterorden und Kaufmannsgilden, der Soldaten, Reiter, Bergleute, Böttcher, Sattler, Schmiede, Pfadfinder, Artisten, Wanderer, Spitäler, Siechenhäuser, Bauern, Pferde; des Viehs und des Wetters. In der Ostkirche wird er als „Großmärtyrer“ verehrt. Georg gehört zum Kreis der Vierzehn Nothelfer und ist Patron des Bistums Limburg.

  
Die Heilige Christina, Brevier des Martin von Aragon, 15. Jahrhundert

24. Juli - Christina oder Christine
(lateinisch: „die hl. Christin“)

Sie wird als Märtyrerin in Bolsena in Latium nordwestlich von Rom verehrt. Nach der erst im frühen Mittelalter entstandenen Legende war sie eine Jungfrau aus edlem Geschlecht , die wahrscheinlich während der Christenverfolgung unter Diokletian in Bolsena gemartert wurde, weil sie die Hausgötter ihres väterlichen Palastes zertrümmert hatte. Mit einem Mühlstein um den Hals habe man Christina in den See geworfen; sie sei aber wunderbarerweise nicht untergegangen. Durch Pfeile wurde sie schließlich getötet. Bei ihrem Grab legte man bereits im 4./5. Jh. eine christliche Begräbnisstätte an.

Die Heilige Christina, Brevier des Martin von Aragon, 15. Jahrhundert. Christina wird dargestellt als junges Mädchen mit Märtyrerkrone und Palme, mit Armbrust, Pfeilen, Mühlstein, Schlangen, Zange.

Sie ist Patronin der Bogenschützen, Müller und Seeleute.

  

20. September - Eustachius
(griechisch: „der Standfeste“)

Die Legende berichtet von Eustachius, der vor seiner Bekehrung Placidus hieß, dass er unter Kaiser Trajan als römischer Offizier Jäger und Heermeister einer Legion in Kleinasien war. Eines Tages erschien ihm bei der Jagd ein Hirsch, der zwischen seinen Geweihstangen ein Kreuz trug. Placidus stürzte vom Pferd und hörte die Worte: „Warum jagst du mich? Glaube an mich, ich bin Christus, ich habe lange nach dir gejagt, gehe zum Bischof der Christen und laß dich taufen." Er ließ sich mit seiner Frau und seinen Söhnen taufen und erhielt den Namen Eustachius. Er verarmte später und wanderte nach Ägypten. Dort wurde er von seiner Familie gewaltsam getrennt, fand sie aber später unerwartet wieder. Er weigerte sich während der Christenverfolgungen durch Kaiser Hadrian heidnischen Göttern zu opfern und starb den Märtyrertod. Nachdem man ihn in Rom im Amphitheater vergebens den Löwen vorgeworfen hatte, wurde er im Inneren eines bronzenen Stiers bei lebendigem Leibe verbrannt.

Auf Darstellungen findet man Eustachius als Jäger mit Spieß und Jagdhorn und einem Hirsch mit einem leuchtenden Kruzifixus im Geweih. Auf seinen Märtyrertod verweist ein glühender Ofen, der ihm manchmal beigegeben ist. Auch wilde Tiere können sein Kennzeichen sein. Eustachius, dessen Verehrung sich bei uns oft mit dem des heiligen Hubertus vermengte, ist der Schutzheilige der Jäger und der Schutzpatron von Paris und Madrid. Als einer der vierzehn Nothelfer wird er in allen schwierigen Lebenslagen angerufen.

 
"Steinhövelfenster", Speyer 1280, in der Kirche St. Dionys

9. Oktober - Dionysius
(griechisch: „der Fröhliche“)

Dionysius wurde nach Gregor von Tours von Pabst Fabianus zusammen mit sechs anderen Bischöfen als Missionar nach Gallien geschickt und war vermutlich der erste Bischof von Paris (Lutetia). Gregor berichtet, dass er um 250 zu predigen begonnen habe. Der zuständige römische Gouverneur ordnete seine Verhaftung an und ließ ihn enthaupten. Dionysius soll danach aufgestanden und mit seinem Kopf in den Händen ein Stück weit gelaufen sein, um seinen Kopf vom Richtplatz Montmartre zu dem Ort zu tragen, wo er begraben sein wollte. An der Stelle, wo Dionysius sich niedergelegt haben soll, errichtete der fränkische König Dagobert I. 626 die nach Dionysius benannte Abtei mit der Kathedrale Saint-Denis, die dann auch den französischen Königen als Grablege diente.

Dionysius wird dargestellt in bischöflichen Gewändern, sein abgeschlagenes Haupt vor sich her tragend. Weil er enthauptet wurde, wird Dionysius gegen Kopfweh angerufen. Sein Kult war in Frankreich und Spanien, später auch in Deutschland verbreitet. Er war fränkischer Reichspatron bzw. Schutzheiliger der französischen Könige, und ist Patron der Schützen und einer der 14 Nothelfer.

  
Albrecht Dürer, St. Eustachius (St. Hubertus) Kupferstich

3. November - Hubert(us)
(althochdeutsch: „der durch Verstand Glänzende“)

Hubertus wurde um 655 geboren, wirkte als christlicher Glaubensbote in Südbrabant und in den Ardennen. Dort lebte er zunächst als Einsiedler und ernährte sich von der Jagd. Er ließ sich zum Priester weihen und wurde um 705 Bischof von Maastricht. Um 715 übertrug Hubert die Gebeine seines Vorgängers Lambert von Maastricht nach Lüttich, wohin er auch den Bischofssitz verlegt hatte. Hubertus starb am 30. Mai 727 zu Tervueren bei Brüssel. Seine Gebeine wurden am 3. November 743 gehoben und 825 in das Ardennen-Kloster Andagium übertragen, das fortan nach ihm St.-Hubertus genannt wurde. Seit den Hugenotteneinfällen 1568 ist der Verbleib der Reliquien in Dunkel gehüllt.

In die Vita des Heiligen Hubertus ist die Legende von der Vision des Heiligen Eustachius eingeflossen. Er wird dargestellt in Jägerkleidung oder bischöflichen Gewändern mit (weißem) Hirsch, zwischen dessen Geweih ein leuchtendes Kreuz erscheint, mit Hund, Schlüssel, Jagdhorn, Buch. Er ist Patron des Bistums Lüttich, der Ardennen; der Jäger, Schützen, Gießer, Metallarbeiter, Drechsler, Metzger, Optiker, Fabrikanten mathematischer Geräte, Mathematiker, Schellenmacher.

In der Zeit um den Gedenktag finden traditionell die nach Hubertus benannten Jagden und Messen statt. In manchen Gegenden wird er zu den 14 Nothelfern gezählt.