Weltcup

Tino Wenzel gewinnt Weltcup in Suhl und olympischen Quotenplatz

Tino Wenzel gewinnt Weltcup in Suhl und olympischen Quotenplatz

09.06.2006 – Tino Wenzel (Ibbenbüren/Foto Mitte) hat den Weltcup in Suhl im Skeet der Herren gewonnen und damit den elften Quotenplatz für den Deutschen Schützenbund im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking gewonnen. Nach 121 Treffern im Vorkampf und 24 getroffenen Scheiben im Finale war dem 32-jährigen Westfalen mit insgesamt 145 Treffern die Goldmedaille nicht mehr zu nehmen. Zweiter wurde Mikola Milchev (Ukraine/144 Treffer/Foto links) vor Juan Jose Aramburu (Spanien/143 Treffer +10/Foto rechts).

Es war ein spannendes Finale, das die Zuschauern auf den gut besetzten Tribünen im Schießsportzentrum Suhl zu sehen bekamen. Hinter Tino Wenzel gingen Antonis Andreou (Zypern) und Juan Jose Aramburu mit jeweils 120 Treffer in die Entscheidungsrunde der besten Sechs. Drei weitere Schützen, darunter der Olympiasieger von Sydney 2000, Mikola Milchev, folgten mit 119 Treffern.

An den ersten beiden Positionen fiel der einzige Linksschütze im Feld, Roeland Schultz (Dänemark), durch Fehler frühzeitig zurück, während die anderen Schützen die Scheiben trafen. Dann eine erste Vorentscheidung auf Position drei. Die hartnäckigsten Verfolger aus Zypern und Spanien verfehlen beide die Rechts-Links-Scheibe der Doublette, während Tino Wenzel mit der ihm eigenen Ruhe trifft. Damit lag der Deutsche im Zwischenstand zwei Treffer in Führung.

Auf der schwierigen vierten Position trifft Antonis Andreou die Rechts-Links-Scheibe der ersten Doublette nicht und während auf Position fünf sämtliche sechs Schützen fehlerfrei bleiben, verfehlen Juan Jose Aramburu und auch Tino Wenzel die Rechts-Links-Scheibe der Doublette.

Für den Westfalen, der auf den größten sportlichen Erfolg seiner Karriere zusteuerte, war nun plötzlich Mikola Milchev der größte Konkurrent, denn der erfahrene Ukrainer schoss Treffer um Treffer und war nur noch einen Zähler hinter Tino Wenzel.

Mit äußerlicher Gelassenheit absolvierte der Sportler des Deutschen Schützenbundes das Restprogramm und nach seinem letzten Schuss brandete der Beifall des sachkundigen Publikums auf. Der Weltcupsieger 2006 in Suhl im Skeet kam aus Deutschland.

„Irgendwann war ich einfach mal dran“, so der strahlende Sieger nach dem Wettkampf, „und als ich merkte, dass meine beiden Verfolger auf Position drei jeweils eine Scheibe verfehlten, war das schon beruhigend. Ich war auch nach hinten raus nicht mehr nervös, weil der Wettkampf schon sehr weit fortgeschritten war. Eine Scheibe verfehlt man in solch einem Finale immer mal. Das bedeutet jetzt den zweiten Quotenplatz für den Verband in meiner Disziplin, aber nun benötige ich erst einmal etwas Zeit, um die heutige Leistung und den Erfolg zu verarbeiten.“

Auch Bundestrainer Wilhelm Metelmann jubelte: „Das ist ganz phantastisch, das wir schon im ersten Jahr beide Quotenplätze im Skeet der Herren geholt haben. Außer den USA hat das bisher keiner geschafft. Das war jetzt die erste Etappe, jetzt können wir uns in Ruhe auf die Weltmeisterschaften Ende Juli in Zagreb vorbereiten.“

Mit optimalen 25 Treffern beendete Mikola Milchev das Finale und wurde Zweiter, während Juan Jose Aramburu und Antonis Andreou mit jeweils 143 Treffern in ein Stechen mussten, das der Spanier mit 10:9 für sich entscheiden konnte und damit Bronze gewann.

Der 32-jährige Westfale, der in den ersten drei Serien des Vorkampfes gestern und vorgestern mit 72 Treffern direkt hinter der Spitzengruppe lag, ließ heute Morgen zunächst eine weitere 24er-Serie folgen, bevor er seine letzte Serie optimal mit 25 Treffern abschloss.

Thorsten Hapke (Wedemark) belegte mit 114 Treffer Rang 44 und Ralf Buchheim (Lebus) kam mit 113 Treffern auf den 47. Rang.

Nach dem Sportgewehr der Damen, wo Melanie Neininger (Wiesloch) und Barbara Lechner (Triftern) die Olympiatickets für den DSB gewinnen konnten, ist das Skeet der Herren die zweite Disziplin, in der die deutschen Schützen in diesem frühen Stadium ihre Aufgaben mit zwei gewonnenen Quotenplätzen erfüllt haben.

Dazu kommen noch die Disziplinen Trap und Skeet der Damen, wo allerdings nur eine Starterin für Peking gemeldet werden kann. Susanne Kiermayer (Kirchberg) und Christine Brinker (Ibbenbüren) haben durch ihre hervorragenden Platzierungen bei Weltcups dies bereits geschafft.

Alle bisherigen Ergebnisse vom Weltcup der Wurfscheibenschützen in Suhl finden Sie hier.