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Elisabeth Gräfin von Soden verstorben

Elisabeth Gräfin von Soden verstorben

27.03.2008 – Der Deutsche Schützenbund trauert um Elisabeth Gräfin von Soden. Deutschlands erfolgreichste Wurfscheibenschützin verstarb am Dienstag, 25. März 2008, im Alter von 86 Jahren in Pleidelsheim.

Die gebürtige Stuttgarterin war seit 1953 mit dem Jäger und Sportschützen Hans-Joachim Graf von Soden verheiratet. Unter seiner Anleitung begann sie mit der Jagd und 1963 mit dem Wurfscheibenschießen. Ihr klarer Sieg bei den Weltmeisterschaften 1966 in Wiesbaden war eine Sensation. Die Gräfin von Soden war die erste Weltmeisterin des Deutschen Schützenbundes überhaupt.

Im Jahr 1967 wurde sie in Brünn/CSSR Europameisterin und in Bologna verteidigte sie ihren Weltmeistertitel in der Trap-Damenklasse. Noch weitere fünfmal wurde „die Hex“, so ihr Spitzname unter den Schützen und in der Presse, Einzeleuropameisterin, zuletzt nach einem Comeback 1975 in Wien. Im gleichen Jahr wurde sie in München noch einmal Vizeweltmeisterin einzeln und mit der Mannschaft. Insgesamt konnte sie 12 Deutsche Meistertitel gewinnen.

Elisabeth Gräfin von Soden war zweimal „Schützin des Jahres“ der Deutschen Schützenzeitung und belegte bei der Wahl zur „Sportlerin des Jahres“ durch die deutschen Sportjournalisten für die Saison 1967 einen bis dahin von keinem Schützen erreichten 5. Platz. Ebenfalls 1967 zeichnete sie Bundespräsident Theodor Heuss – als erste Sportschützin – mit dem Silbernen Lorbeerblatt aus.

„Unser Verband hat ihr viel zu verdanken“, so der Präsident des Deutschen Schützenbundes, Josef Ambacher. „Die Gräfin von Soden war menschlich und sportlich eine der ganz großen Persönlichkeiten im Deutschen Schützenbund. Sie war Vorbild für all die Weltmeisterinnen und Olympiasiegerinnen, die nach ihr kamen. Mit ihrem Enthusiasmus für das Wurfscheibenschießen, mit ihrer Fairness und mit den durch großen Ehrgeiz und Trainingsfleiß erreichten Erfolgen hat Elisabeth Gräfin von Soden Sportgeschichte geschrieben. Wir werden ihr ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren.“

Die Medaillen und Trophäen der Gräfin von Soden und Filmausschnitte von ihrem Sieg bei der Weltmeisterschaft 1966 sind im Deutschen Schützenmuseum auf Schloss Callenberg bei Coburg zu sehen.


Bericht: Stefan Grus