Weltmeisterschaften

Zehn Medaillen für deutsche Schützen bei Militär-WM

Zehn Medaillen für deutsche Schützen bei Militär-WM

19.08.2009 – Bei den 44. Militär-Weltmeisterschaften im Gewehr- und Pistolenschießen, die vom 10. bis 16. August in der kroatischen Metropole Zagreb ausgetragen wurden, holten die deutschen Sportsoldaten sechs Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Erstmalig in der Geschichte von Militär-Weltmeisterschaften konnten die deutschen Schützen auch die begehrte Nationenwertung unter den 44 teilnehmenden Nationen gewinnen.

Überragende Teilnehmerin war die 40-jährige zweifache Olympiamedaillengewinnerin Munkhbayar Dorjsuren (Foto/Sportfördergruppe Neubiberg) mit insgesamt vier Goldmedaillen. Als beste Gewehrschützin triumphierte die 38-jährige Sportsoldatin Sonja Pfeilschifter (Sportfördergruppe Neubiberg) mit zwei Goldmedaillen sowie einer Silber- und einer Bronzemedaille, zudem erzielte sie mit 593 Ringen einen neuen Weltrekord im Dreistellungskampf mit dem KK-Sportgewehr.  

Für Rudolf Krenn (Sportfördergruppe Sonthofen), dem Hauptverantwortlichen für die beiden Militär-Sportarten Gewehr- und Pistolenschießen bei der Bundeswehr, war diese Medaillenausbeute die beste WM-Bilanz aller Zeiten bei Titelkämpfen des Militärsportweltverbandes CISM.  

Zum WM-Auftakt konnten die hochgehandelten deutschen Gewehrschützinnen im Teamwettbewerb KK-Liegendkampf in der Besetzung Eva Friedel (594 Ringe), Barbara Lechner (593 Ringe) und Sonja Pfeilschifter (591 Ringe) mit 1778 Ringen die Silbermedaille gewinnen. Neuer Militär-Weltmeister wurde das Team aus Schweden mit 1782 Ringen und Bronze ging überraschend an Dänemark mit 1771 Ringen.  

In der Einzelwertung konnte die 38-jährige Sportsoldatin Sonja Pfeilschifter bei schwierigen Windbedingungen und tropischen Temperaturen mit 588 Ringen die Bronzemedaille erkämpfen. Gold holte die Estin Anzela Voronova mit 589 Ringen vor Anna Normann aus Schweden mit ebenfalls 589 Ringen. Eva Friedel (Sportfördergruppe Todtnau-Fahl) erreichte mit 585 Ringen den elften Platz und Barbara Lechner (Sportfördergruppe Neubiberg) wurde mit 579 Ringen auf Platz 33 notiert.  

Im Dreistellungskampf mit dem 300m-Standardgewehr konnte das deutsche Herren-Team in der Besetzung Tobias Gauster (573 Ringe), Stephan Marx (571 Ringe) und Sebastian Liepelt (566 Ringe) mit 1710 Ringen den guten neunten Platz unter 27 Mannschaften erkämpfen. Neuer Team-Weltmeister wurde die Schweiz mit 1738 Ringen vor Slowenien mit 1726 Ringen und Norwegen mit 1725 Ringen.  

Die Goldmedaille in der Einzelwertung gewann Jussi Puustinen aus Finnland mit 583 Ringen, Silber ging an Cyril Graff aus Frankreich mit 582 Ringen und Bronze holte der Überraschungsmann aus Ägypten Amgad Houssein mit ebenfalls 582 Ringen. In diesem hochkarätigen Teilnehmerfeld konnte der 41-jährige Stephan Marx (Panzerbataillon Torgelow) als bester Deutscher mit 573 Ringen den 27. Platz erreichen und Tobias Gauster (Logistikbataillon Neustadt) landete mit 567 Ringen auf Rang 33.  

Ihrer Favoritenrolle gerecht wurden die deutschen Pistolenschützinnen im Teamwettbewerb mit der KK-Sportpistole. In der Besetzung Munkhbayar Dorjusuren (582 Ringe), Monika Martin (581 Ringe) und Sandra Hornung (Sanitätszentrum Feldkirchen/565 Ringe) holten sie mit 1728 Ringen vor China, das mit 1726 Ringen Zweiter wurde, die Goldmedaille. Bronze ging an Nordkorea mit 1700 Ringen.  

Mit dem überlegenen Sieg in Einzelwertung demonstrierte Munkhbayar Dorjsuren (Foto Mitte) mit 587 Ringen eindrucksvoll ihre internationale Ausnahmestellung in dieser Disziplin. Zu einer spannenden Auseinandersetzung zwischen der Chinesin Lin Jing (Foto links) und der 26-jährigen Sportsoldatin Monika Martin (Sportfördergruppe Neubiberg/Foto rechts) verlief der Kampf um die Silbermedaille. Beide hatten jeweils 583 Ringe auf ihrem Konto. Im Stechen schoss dann die Chinesin nur einen Ring mehr als die spätere Bronzemedaillengewinnerin Monika Martin. Die 25-jährige Sanitätssoldatin Sandra Hornung platzierte sich mit 576 Ringen auf dem hervorragenden sechsten Rang. 

Im Teamwettbewerb der Herren mit der Großkaliber-Sportpistole konnte die Bundeswehrauswahl mit 1704 Ringen in der Besetzung Philipp Wagenitz (573 Ringe), Marco Spangenberg (572 Ringe) und Stefan Vollertsen (559 Ringe) den 14. Platz erreichen. Gold holte die Ukraine mit 1748 Ringen vor der Türkei mit 1745 Ringen und Nordkorea mit 1739 Ringen. In der Einzelwertung siegte der Ägypter Samy Mohamed mit 592 Ringen vor den beiden Ukrainern Oleksandr Petriv mit 590 Ringen und Oleg Tkachov mit 587 Ringen. Der 21-jährige Philipp Wagenitz (Sportfördergruppe Frankfurt/Oder) konnte aufgrund eines Waffendefektes den Einzelwettkampf nicht beenden.  

Zum Abschluss der Militär-Weltmeisterschaften erkämpfte sich das favorisierte deutsche Gewehrteam der Damen im Dreistellungskampf mit dem Sportgewehr in der Besetzung Barbara Lechner (586 Ringe), Sonja Pfeilschifter (584 Ringe) und Eva Friedel (574 Ringe) mit 1744 Ringen überlegen die Goldmedaille vor China mit 1733 Ringen und Frankreich mit 1725 Ringen.  

In der Einzelwertung erzielte Sonja Pfeilschifter (Foto Mitte) mit 593 Ringen einen phantastischen Weltrekord. Die alte Bestmarke wurde damit pulverisiert. Die mehrfache Welt- und Europameisterin hielt selbst die alte Weltbestmarke von 589 Zählern. Mit einer weiteren Weltklasseleistung von 583 Ringen sicherte sich die 26-jährige Barbara Lechner (Foto links) die Silbermedaille vor der Ukrainerin Nataliia Omelianenko (Foto rechts), die ebenfalls 583 Ringe erzielte. Auch die 25-jährige Eva Friedel konnte mit einer internationalen Top-Leistung von 582 Ringen und Rang vier überzeugen.  

Für einen ebenfalls goldigen Abschluss sorgte das Pistolenteam der Damen in der Disziplin Schellfeuer. Mit insgesamt 1722 Ringen holte sich das Bundeswehr-Team in der Besetzung Munkhbayar Dorjusuren (582 Ringe), Monika Martin (572 Ringe) und Sandra Hornung (568 Ringe) vor Nordkorea mit 1712 Ringen und der Türkei mit 1709 Ringen überlegen den begehrten Weltmeistertitel.  

Der Kampf um das Einzelgold war nochmals spannungsgeladen; so lieferte sich Munkhbayar Dorjusuren und die Weißrussin Zhanna Shapialevich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Weltmeistertitel. Munkhbayar Dorjusuren war taktisch sehr gut eingestellt und konnte den knappen Vorsprung von einem Ring über die Zielgerade retten - kam auf 586 Ringe und wurde zum vierten Mal Militär-Weltmeisterin in Zagreb. Monika Martin belegte mit 576 Ringen den guten sechsten Platz und Sandra Hornung wurde mit 562 Ringen auf Platz 22 notiert.  

Bei den Männern erreichte das Bundeswehrteam in der Besetzung Philipp Wagenitz (566 Ringe), Marco Spangenberg (565 Ringe) und Stefan Vollertsen (548 Ringe) mit 1679 Ringen den 16. Platz. Die Goldmedaille gewann China mit 1739 Ringen vor der Türkei mit 1738 Ringen und Polen mit 1735 Ringen. Den Weltmeistertitel in der Einzelwertung holte sich der Chinese Yang Zhao mit 587 Ringen vor dem Norweger Pal Hembre mit 585 Ringen und dem Polen Radoslav Podgorski mit ebenfalls 585 Ringen. Deutsche konnten sich in dieser Disziplin nicht für den Einzelwettkampf qualifizieren. 

Im abschließenden Mannschaftswettbewerb in der 300m-Gewehrdisziplin Militärisches Schnellfeuer wurde das Team aus Norwegen mit überragenden 1708 Ringen neuer Mannschaftsweltmeister vor Finnland mit 1681 Ringen und den USA mit 1679 Ringen. Die deutsche Mannschaft in der Besetzung Sebastian Liepelt (547 Ringe), Tobias Gauster (544 Ringe) und Stephan Marx (530 Ringe) kam mit 1621 Ringen auf den 13. Platz unter 27 Mannschaften. Mit 573 Ringen konnte der Norweger Vebjorn Berg den Sieg feiern, die Silbermedaille holte der Österreicher Florian Kammerlander mit 572 Ringen und Bronze erkämpfte sich Olivier Schafter aus der Schweiz mit 571 Ringen. Als bester Deutscher konnte der erst 20-jährige Sebastian Liepelt (Sportfördergruppe Neubiberg) mit 548 Ringen den 30. Platz erreichen.  

Mannschaftsfoto v.l.n.r. stehend: SF Rudi Krenn, HG Philipp Wagenitz, SU Tobias Gauster, Fw Marco Spangenberg, SU Barbara Lechner, HF Stefan Vollertsen, OTL Friedrich Klühe, HF Stephan Marx, O Hubert Katz, OG Sebastian Liepelt, OTL (d.R.) Roland Marks, SF Markus Piotrowski, OL Julian Schönwald

Die nächsten Militär-Weltmeisterschaften im Gewehr- und Pistolenschießen finden Anfang Dezember 2010 in Rio de Janeiro/Brasilien statt.

Alle Ergebnisse der Militärweltmeisterschaften in Zagreb finden Sie über diesen Link.

Foto 1 in Originalgröße.

Foto 2 in Originalgröße.

Foto 3 in Originalgröße.

Foto 4 in Originalgröße.

Beitrag und Fotos: Rudi Krenn