Europameisterschaften

EM in Györ: Interview mit Roth und Aeply

EM in Györ: Interview mit Roth und Aeply

19.02.2018 – Claus-Dieter Roth (Bundestrainer Gewehr A-/B-Kader) und Jan-Erik Aeply (Disziplinverantwortlicher Pistole A-/B-Kader) wollen vom 21. bis 25. Februar in Györ/HUN bei den Luftdruck-Europameisterschaften für die 10m-Wettbewerbe in Luftpistole und Luftgewehr gemeinsam mit den Athletinnen und Athleten die Ziele des DSB erfüllen. Wie diese aussehen, was sie erwarten, sagen sie im Interview.

Wie verlief die Vorbereitung auf die EM? Und wie sah die aus?

Roth: "Zunächst gab es eine Woche nach der EM-Qualifikation den H & N Cup in München. Anschließend folgte die EM-Vorbereitung in Ruhpolding mit individuellem Training, Leistungskontrollen, Final- und Mixed-Training sowie Ski-Langlauf."

Aeply: "Vom 15.-18.2. hatten wir noch einen Lehrgang zur Vorbereitung der EM. Dort haben wir speziell die Finals trainiert, aber auch die neuen Disziplinen. Der Mixed-Wettbewerb hat es da besonders in sich, da ja sonst die Teams nicht miteinander trainieren. Das Teamevent hat von der knappen Zeit so seine eigenen Gesetze."

Aus welchen Nationen kommt in den jeweiligen Waffengattungen die härteste Konkurrenz?

Roth: "Aus Ungarn, Russland und Serbien. Bei den Männern zudem noch Israel, Kroatien und Frankreich, bei den Frauen aus Kroatien, der Schweiz und Großbritannien."

Aeply: "Serbien, Russland, Ukraine in den Teams. Griechenland, Frankreich vor allem mit einzelnen Athleten."

Zum ersten Mal schießen die Frauen bei einer internationalen Meisterschaft 60 Schuss. Was ist dabei die Herausforderung für die Frauen?

Roth: "Die Hälfte des bisherigen Programms kommt noch einmal dazu, aber bisher stellte dies kein Probleme dar. Im Gegenteil: Eine schwächere Serie konnte so kompensiert werden. Größere Probleme sehe ich dagegen im Dreistellungskampf Kleinkaliber - dort wird das Programm verdoppelt - vor allem bei jüngeren Sportlerinnen."

Aeply: "60 Schuss für die Frauen eröffnet mehr Chancen. Eine kleine Schwächephase kann so besser kompensiert werden. Von der Kraft, Konzentration und Kondition sehe ich wenig Schwierigkeiten. Die ersten internationalen Wettkämpfe haben gezeigt, dass die Damen sogar zugelegt haben im Serienschnitt. Auch die Deutschen!"

Einen extra Wettkampf gibt es nun auch für den Teamwettbewerb. Wie bewerten Sie den neuen Wettkampf?

Roth: "Das ist schwer zu sagen, da noch keine Erfahrungen vorliegen. Sollte vorgesehen sein, dass es eine olympische Disziplin wird, ist es okay. Ansonsten ist es aus ökonomischer Sicht eine Aktion ohne Not."

Aeply: "Das Teamevent ist eine schöne Sache. Im letzten Jahr haben wir schon den Test mitgemacht. Die Stimmung unter den Nationen ist da noch mal etwas besonderes. Es geht schließlich fürs Land! Ein toller Wettkampf und auch für die Zukunft mit großem Potential."

Mit dem Mixed-Wettbewerb wurde eine neue olympische Disziplin geschaffen. Ist schon klar, wer diesen Wettbewerb schießt oder gibt es noch eine interne Qualifikation?

Roth: "Es gibt keine zusätzliche Qualifikation, ausgehend von den Ergebnissen der EM-Qualifikation wurden die Teams Julia Simon/Julian Justus und Isabella Straub/Maximilian Dallinger benannt."

Aeply: "Beim Mixed-Wettbewerb starten wir mit Monika Karsch/Philipp Käfer und Michael Schwald/Sandra Reitz. Eine extra Qualifikation haben wir nicht gemacht."

Welchen Stellenwert hat die EM für Sie in diesem Jahr?

Roth: "Der Wettkampfhöhepunkt 2018 sind die Weltmeisterschaften im September. Die EM dient auch als Vorbereitung auf die Weltcups 2018. In Bezug auf die Mixed-Wettbewerbe gilt es, das Regelwerk betreffend, die ersten internationalen Erfahrungen zu sammeln."

Aeply: "Die EM hat für die Athleten und für die Trainer einen hohen Stellenwert. Neben den Medaillen gibt es zum ersten Mal die Chance, in das Top Team Tokio (und somit in die interne Olympia-Qualifikation, Anm. d. Red.) zu gelangen."

Bei der letztjährigen EM gewannen die deutschen Athleten insgesamt neun Medaillen (3x Gold, 3x Silber, 3x Bronze). Was ist für ihren Bereich das Ziel in diesem Jahr? Mit welchen Erwartungen reisen Sie zur EM?

Roth: "Wir wollen uns in den einzelnen Wettbewerben für das Finale qualifizieren."

Aeply: "Eine Medaille ist das Ziel!"