Weltcup

Weltcup München: Christian Reitz sorgt für Silberglanz

Weltcup München: Christian Reitz sorgt für Silberglanz

25.05.2018 – Am zweiten Wettkampftag des ISSF Weltcups in München konnten die deutschen Athleten erstmals über Edelmetall jubeln: Christian Reitz zeigte mit der Luftpistole sein Können und gewann in einem spannenden Wettkampf die Silbermedaille. Dagegen verpassten die Sportpistolen-Schützinnen sowie die Männer im Dreistellungskampf mit dem Kleinkaliber-Gewehr die Finals. Der Eintritt ist für Zuschauer frei, alle Finals werden live unter www.issf-sports.org übertragen.

Luftpistole Männer: Reitz bleibt eine Bank

Schnellfeuer-Olympiasieger Christian Reitz zeigte auch in München seine Ausnahmestellung im Pistolensport. Bei seinem sechsten Weltcup-Wettkampf in diesem Jahr holte er seine sechste Medaille. Nach viermal Silber und einmal Bronze in Mexiko und Südkorea fügte er in München die fünfte Silbermedaille hinzu. Der Coup deutete sich bereits in der Qualifikation an, die er als Zweiter abschloss: "586 kann man schon so stehen lassen, aber der ein oder andere Zehner wäre noch mehr drin gewesen", so der Perfektionist danach. "Es ist vielleicht ein kleiner Vorteil, dass ich die Halle kenne. Ich werde angreifen und mit Sicherheit nicht defensiv das Finale angehen", sagte Reitz im Vorfeld des Finals. Dort begann er nervös und hatte mit 48,4 Ringen in der ersten Fünferserie einen für seine Verhältnisse schwachen Start ("Der Anfang war suboptimal!"). Aber Reitz wäre nicht Reitz, wenn er sich nicht Schuss für Schuss steigern würde. So auch dieses Mal, als er im letzten Schuss des vorletzten Duell-Wettkampfs den am Ende drittplatzierten Chinesen Qifeng Pu überholte. Nur der Ukrainer Oleh Omelchuk war nicht zu schlagen, musste dafür aber auch Weltrekord schließen. Reitz zeigte sich jedoch als fairer Zweiter und gratulierte dem aus der Bundesliga bekannten Ukrainer zum Sieg. Für den noch fehlenden großen Titel in diesem Jahr hätte Reitz aber auch eine Idee: "Es wäre natürlich super, wenn es mit dem fehlenden Gold bei der WM klappen würde. Ich werde alles geben!"
Michael Heise (578, 18. Platz) verfehlte bei 27 (!) Innen-Zehnern um lediglich zwei Ringe das Finale, Philipp Käfer (570, 70. Platz) schoss solide. Phillipp Grimm (582) und Michael Schwald (577) schossen in der MQS-Wertung - die Leistung von Grimm hätte zum Finaleinzug gereicht.

Sportpistole Frauen: Vennekamp fehlt ein Ring zum Finale

Die deutschen Sportpistolen-Schützinnen hatten die Aufgabe, ihr schwächeres Ergebnis vom Vortag (Präzision) im Duell-Teil wieder wettzumachen. Dies gelang Doreen Vennekamp am besten, sie schoss starke 295 Ringe und verpasste als Zehnte mit einer Ringzahl von insgesamt 581 das Finale der besten acht Schützinnen um einen Ring. Jan-Erik Aeply, Disziplintrainer Pistole, zeigte sich mit ihr zufrieden: "Mich freut es für Doreen, dass sie nach den Weltcups zuvor auch bei diesem großen Weltcup gezeigt hat, dass sie in der Weltspitze angekommen ist." Dagegen konnten die Routiniers Sandra Reitz (578) und Monika Karsch (577) als 26. bzw. 29. im zweiten Teil des Wettbewerbs nicht genügend Boden gutmachen. "Es lief einfach nicht so", kommentierte die Olympia-Zweite Karsch enttäuscht. Doch sie war nicht die Einzige, die hinter den Erwartungen zurückblieb. Die griechische Olympiasiegerin Anna Korakaki wurde gar nur 36. Einen formidablen Eindruck hinterließ Michelle Skeries in der MQS-Wertung, in der sie 585 schoss, womit sie im Finale gewesen wäre. Carina Wimmer erzielte 566 Ringe in der MQS-Wertung. Insgesamt zeigte sich Aeply optimistisch für den Jahres-Höhepunkt: "Wir sind im Hinblick auf die Weltmeisterschaft absolut konkurrenzfähig!" Wer letztlich an der WM in Changwon teilnimmt, entscheidet sich am letzten Juli-Wochenende, wenn acht Schützinnen in der internen Qualifikation um die drei WM-Plätze schießen.

KK-Dreistellungskampf Männer: DSB-Trio verfehlt das Finale

Daniel Brodmeier (1173), André Link (1167) und Maximilian Dallinger (1165) gingen ambitioniert in die Qualifikation, mussten jedoch bereits nach der ersten Einlage, dem Kniendschießen, nahezu alle Finalhoffnungen begraben. "Da haben wir zu viel Ringe liegen lassen", sagte Bundestrainer Claus-Dieter Roth. Zwar arbeitete sich das Trio mit einer starken Leistung im Liegenschießen an die vorderen Plätze heran, doch auch im Stehend-Anschlag setzte es zu viele Neuner. Am Ende sprangen die Plätze 22, 48 und 56 heraus - alle hatten sich beim Heim-Weltcup mehr erhofft., vor allem der Olympia-Vierte von Rio, Brodmeier, der mit seinem Ergebnis aus der Elimination (1182) die Qualifikation gewonnen hätte. Maximilian Wolf schoss in der MQS-Wertung 1168 Ringe. Den Wettkampf gewann der Chinese Haoran Yang mit neuem Weltrekord vor Sergey Kamenskiy (RUS) und Marco de Nicolo (ITA).

   

Der Zeitplan für den 26. Mai

  • 08.30 - 15.30 Uhr:    
    Qualifikation Schnellfeuerpistole Männer mit Christian Reitz, Oliver Geis, Aaron Sauter, Mathias Putzmann (MQS), Maximilian Schenk (MQS)
       
  • 08.45 - 12.15 Uhr:    
    Qualifikation Luftgewehr Männer mit Maxi Dallinger, Julian Justus, André Link, Maximilian Wolf (MQS), Daniel Brodmeier (MQS)
       
  • 8.45 - 15.15 Uhr:    
    Qualifikation KK-Dreistellungskampf Frauen mit Jolyn Beer, Beate Köstel, Lisa Müller, Jaqueline Orth (MQS), Isabella Straub (MQS)
      
  • 13.15 Uhr:               
    FINALE Luftgewehr Männer