Weltcup

Weltcup Berlin: Vor dem großen Finale

Weltcup Berlin: Vor dem großen Finale

21.07.2018 – Lisa Unruh schießt am Sonntag, 22. Juli, im Goldfinale des Bogen-Weltcups in Berlin um den Titel gegen die Südkoreanerin Eun Gyeong Lee. Es wäre für die 30-jährige Berlinerin nach EM-Gold 2007 und dem Sieg bei den World Games 2017 der dritte große internationale Einzel-Titel mit dem olympischen Recurvebogen. Tickets für den Samstag und Sonntag gibt es an der Tageskasse am Anhalter Bahnhof.

Der Weg ins Finale

Dass (mindestens) eine Südkoreanerin im Finale steht, war zu erwarten. Die Asiatinnen beherrschen den Bogensport und stellen seit Jahren - mit seltenen Ausnahmen - die Siegerinnen bei den wichtigsten Events wie Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften. Auch die Weltcups werden von ihnen dominiert, Lee zeigte in Berlin eine herausragende Leistung und gab auf dem Weg ins Finale gegen die Konkurrenz aus China, Japan, Spanien und Südkorea lediglich drei Punkte ab (7:1, 6:0, 6:0, 6:2). Dennoch ist die Teilnahme von Lee eine kleine Überraschung, bisher steht ein 4. Platz beim Weltcup in Antalya in diesem Jahr als beste Einzel-Platzierung der erst 21-Jährigen zu Buche. In der Qualifikation war sie als Achte schwächste des koreanischen Quartetts (1., 2. und 4.).

Die deutlich erfahrenere Unruh präsentierte sich ebenfalls stark, bezwang im Berliner Duell zunächst Elena Richter (6:2) und mit dem gleichen Ergebnis die Inderin Promila Daimary. Im Viertelfinale zog die Georgierin Khatuna Narimanidze beim 7:1 klar den Kürzeren, ehe Unruh im Halbfinale Nervenstärke zeigte und sich im Stechen mit 6:5 gegen die Taiwanesin Ya-Ting Tan durchsetzte.

Final-Vorbereitung läuft normal ab

Nun geht es um das Finale, das Unruh in gewohnter Manier vorbereitet: Am Freitagvormittag trainierte sie mit ihren Teamkollegen noch auf dem Maifeld, am Nachmittag stand noch eine Einheit Krafttraining auf dem Plan. Samstags folgt eine Trainingseinheit (9.00 bis 12.00 Uhr) im Forum Hohenschönhausen mit anschließender Physiotherapie. Das finale Umfeld darf sie erst eine Stunde vor dem großen Finale (14.03 Uhr) kennenlernen, wenn sie und ihre Gegnerin die Pfeile auf dem Trainingsfeld neben dem Finalstadion platzieren dürfen. Ihr Ziel ist klar, wie sie kurz und knackig formuliert: „Ich will gut und ganz konsequent schießen, dann wird sich schon etwas ergeben!“

Vierte DSB-Medaille beim vierten Weltcup

Die Unruh-Siegesserie führte zum dritten deutschen Einzug in ein diesjähriges Weltcup-Goldfinale nach dem Frauenteam in Antalya (2. Platz) und Michelle Kroppen in Salt Lake City (2. Platz). Mit der Bronzemedaille der Recurve-Männer beim ersten Weltcup der Saison in Shanghai haben die DSB-Recurve-Schützinnen und -Schützen nun bei jedem Weltcup eine Medaille gewonnen, für Bundestrainer Oliver Haidn ein großer  Erfolg und eine Bestätigung der Arbeit: „Es ist wichtig, ein Feedback zu bekommen, dass man richtig unterwegs ist in diesem laufenden Prozess auf die EM und darüber hinaus. Lisa hat hier bisher eine tolle Show abgeliefert!“ Und diese soll mit dem ersten Weltcup-Einzelgold in ihrer Heimatstadt die vorläufige Krönung finden. Dieses Kunststück gelang bis dato nur Elena Richter (Shanghai 2014) und Florian Kahllund (Antalya 2014).

Vergleich der Finalistinnen

Lisa Unruh: Weltranglisten-6., 8,98 Ringe im Durchschnitt, 674 Ringe Bestleistung (von 720 möglichen), hat in ihrer Karriere 67% (91 Siege) ihrer Matches gewonnen, Qualifikations-6. in Berlin (646 Ringe) Eun Gyeong Lee: Weltranglisten-13., 9,34 Ringe im Durchschnitt, 679 Ringe Bestleistung (von 720 möglichen), hat in ihrer Karriere 67% (10 Siege) ihrer Matches gewonnen, Qualifikations-8. in Berlin (644 Ringe)