Bundesliga

Bundesliga: „Wir machen das aus purem Spaß“

Bundesliga: „Wir machen das aus purem Spaß“

05.10.2018 – Die FSG Titting (BY) steht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die 1. Bundesliga Süd. Dort warten mit dem „Bund München“ und Eichenlauf Saltendorf zum Start gleich zwei harte Brocken auf die Aufsteiger. Wie sich das Team darauf vorbereitet hat, welche Ziele sie sich gesetzt haben und was die Stärke des jungen Teams ist, erzählt Rebecca Schnaidt (21) im Interview.

Deine Bundesligapremiere steht kurz bevor. In wenigen Tagen geht’s los. Wie fühlt sich das an, wenn die Bundesliga näher rückt?

Schnaidt: „Es ist eine aufregende Zeit, denn die 1. Bundesliga ist noch einmal eine andere Nummer. Wenn man die Erfahrungen der anderen hört, freue ich mich schon sehr darauf, bin aber aber auch angespannt. Ich bin gespannt, was kommt.“

Wie habt ihr euch auf die Bundesliga vorbereitet?

Schnaidt: „Wir haben viel miteinander trainiert, haben vor allem auch die mentale Seite angesprochen. Vor allem ging es darum, was auf uns zukommt, wie wir mit der Situation umgehen wollen. Wir haben darüber gesprochen, was unsere Erwartungen sind und wie wir die Bundesliga vom Kopf her angehen wollen.“

Zu welchem Entschluss seid ihr gekommen?

Schnaidt: „Wir wollen uns nicht stressen. Unsere Lockerheit in der 2. Bundesliga war genau unser Geheimrezept. Der Spaß soll an vorderster Stelle stehen.“

Ihr seid ein sehr junges Team, siehst du eure „Unerfahrenheit“ eher als Vor- oder Nachteil?

Schnaidt: „Ich denke, da wir so unerfahren sind, werden wir leicht unterschätzt. Und das könnte wiederum unser Vorteil sein.“

Hast du dir ein paar Tipps und Tricks von den alten Hasen in der Liga geholt?

Schnaidt: „Nein, denn ich denke, jeder hat sein eigenes Ritual. Man sollte sich von seinem Gegner nicht zu sehr beeinflussen lassen. Wir haben ein paar langsame Schützen im Team, und da ist es wichtig, sich auch am Ende, wenn man alleine am Stand steht, nicht unter Druck setzen zu lassen. Wenn alles auf einmal laut wird und alle Augen auf einen gerichtet sind, dann muss man cool bleiben.“

Ihr hattet lange die Prämisse im Team, nur mit Schützen aus eurer Region zu schießen. Wie sieht das jetzt in der 1. Bundesliga aus?

Schnaid: „Wir wollen diese weiterstgehend aufrecht halten. Richard Eder (Schützenmeister FSG Titting, Anm. der Redaktion) war das wichtig, dass keiner aus dem Team gedrängt wird. Er wollte, dass wir zusammen bleiben, da wir das auch miteinander aufgebaut haben. Die meisten von uns haben bei Richard das Schießen gelernt und wir sind durch ihn groß geworden. Genau das macht uns aus. Seit dem vergangenen Jahr ist die Österreicherin Marlene Pribitzer in unserem Team, und falls sie nicht kann, haben wir noch eine weitere Ausländerin in petto.“

Ihr legt viel Wert auf ein gutes Team…

Schnaidt: „Absolut. Das steht im Vordergrund. Wir sind alle keine Leistungsschützen, die das beruflich machen – bis auf Marlene – deshalb ist unsere Einstellung auch, dass wir das aus purem Spaß machen. Wir haben alle unsere Kaderjahre hinter uns, aber es ist für uns ein neuer Anreiz und ein neues Ziel.“

Habt ihr ein gemeinsames Ziel auserkoren?

Schnaidt: „Unser Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt. Wer das Ziel nicht hat, in der 1. Bundesliga zu bleiben, der braucht gar nicht anzutreten. Dafür ist alles zu teuer, zu viel Training, zu viel Schweiß, Zeit und Aufwand.“

Du hast den Zeitaufwand angesprochen. Wie oft trainierst du in Moment?

Schnaidt: „Training ist so eine schwierige Sache (lacht). Ein- bis zweimal versuche ich schon zu trainieren, aber mein duales Wirtschafts-Studium lässt es meistens nur zu, am Wochenende zu trainieren.“

Titting ist ein kleines Dorf und der Zusammenhalt dafür umso größer?

Schnaidt: „Nach dem Aufstieg haben wir so viel gute Resonanz bekommen, da ist jeder gekommen und hat einem auf die Schulter geklopft. Wir haben Briefe von Leuten bekommen,  die wir gar nicht kennen, aber es ist schön, wenn es so viele Menschen gibt, die das gut finden und uns unterstützen.“

Da steigt die Vorfreude auf den Heimwettkampf…

Schnaidt: „Bei uns war bei der 2. Bundesliga schon immer volles Haus. Ich denke, da kann man einiges erwarten bei unserem Heimwettkampf. Für uns ist das wirklich immer etwas ganz Besonderes, und ich bin da mit Abstand am nervösesten, weil so viele Leute da sind, die man kennt. Aber es ist auch wunderschön, denn wenn man gut ist, dann trägt einen die Stimmung und pusht einen. Es ist eine zweigleisige Angelegenheit: Einerseits ist man super nervös, andererseits bringt diese Unterstützung zusätzliche Motivation.“

Viele Schützen erzählen, dass die 1. Bundesliga noch einmal auf einem ganz anderen Nervositätslevel ist. Wie gehst du mit Nervosität um?

Schnaidt: „Ich glaube, dagegen kann man nichts tun, außer sie zu akzeptieren. Ich werde das erste Mal super nervös sein, aber wenn ich das so erwarte, kann ich auch gut damit umgehen. Es überrascht mich nicht. Ruhig durchatmen und sich auf seine Abläufe zu konzentrieren, ist mein Plan und ich hoffe, dass sie mit den Schusszahlen ein bisschen verfliegt. Aber im Kader haben wir bereits immer gelernt, dass auch die Großen noch nervös sind, von dem her ist es okay, wenn auch wir Kleinen nervös sind.“

Vielen Dank für das Interview und wir wünschen einen guten Start in die 1. Bundesliga.

  

  • Zugänge: Daniela Demjen-Peskova (Dynamit Fürth), Gabriela Vagnarova (Prittlbach)
  • Das Team: Rupert Bauernfeind, Tina Brückmann, Daniela Demjen-Peskova, Markus Grinzinger, Marlene Pribitzer, Ferdinand Rudingsdorfer, Rebecca Schnaidt, Andrea Staud, Rebecca urban, Gabriela Vagnarova.
  • Trainer: Eugen Baur, Richard Eder