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DSB: Die Zukunft im Fokus

DSB: Die Zukunft im Fokus

12.11.2018 – Auf der Gesamtvorstandssitzung am 10. November in der Wiesbadener Bundesgeschäftsstelle konnten das Präsidium und die Delegierten der 20 Landesverbände auf ein insgesamt positives Jahr 2018 zurück blicken. Das Hauptaugenmerk galt jedoch der Gestaltung der kommenden Jahre, die – trotz einiger Herausforderungen – ebenfalls positiv gestaltet werden sollen. „Wir wollen uns für die Zukunft rüsten“, beendete DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels die Sitzung.

Präsident: „Wir haben wichtige Themen auf der Agenda“

In seinem Bericht nannte der Präsident gleich mehrere Zukunftsthemen. So beispielsweise die Personalentwicklung im DSB, wo es zuletzt gelungen war, im Zuge der Leistungssportreform mit Thomas Abel den ersten Chef-Bundestrainer innerhalb des Schützenbundes zu installieren und mit Andreas Friedrich den ersten Bundesstützpunktleiter des DSB am Bundesstützpunkt Wiesbaden/Frankfurt anstellen zu können. Oder das Aufstellen und die Arbeit der Strukturkommission, die mit externer Beteiligung bereits dreimal getagt hat und deren abschließender Bericht im Februar 2019 erwartet wird. „Danach wird ein Fahrplan für die Zukunft erarbeitet, den ich als eminent wichtig für den DSB erachte“, so von Schönfels. Mit der Umsetzung der Leistungssportreform und der Fertigstellung des olympischen und paralympischen Bundesleistungszentrums in Wiesbaden seien weitere wichtige Themen auf der Agenda, die den DSB für die Zukunft rüsten sollen.

Sport: Olympische Quotenplätze sind 2019 das klare Ziel

Gerhard Furnier als Vizepräsident Sport sowie Sportdirektor Heiner Gabelmann gaben einen Überblick zu den sportlichen Aktivitäten. „Mit zwei Quotenplätzen für Tokio haben wir das Ziel von vier Plätzen bei der WM in Changwon verpasst“, fasste Gabelmann das Geschehen in Südkorea zusammen, um im nächsten Atemzug das Ziel für 2019 zu formulieren: „Im nächsten Jahr bei den Weltcups sind weitere Quotenplätze das klare Ziel!“ So natürlich auch im Bogenbereich bei der WM in ´s Hertogenbosch, bei der die DSB-Bogenteams im Idealfall das volle Kontingent von sechs Plätzen erringen können. Hoffnung macht die Bilanz aus 2018, „bei der unsere Bogen-Athleten bei jedem Weltcup eine Medaille gewonnen haben.“ Dem erfolgreichen Auftritt der Junioren bei den Youth Olympic Games in Buenos Aires widmete sich Gabelmann ebenso wie dem Gegenpart, den im nächsten Jahr erstmals durchgeführten Weltmeisterschaften für Senioren in Suhl (ISSF Masters). Neben dem neuen Chef-Bundestrainer Thomas Abel und Bundesstützpunktleiter Andreas Friedrich seien mit Marc Dellenbach (Nachwuchs Bogen), Barbara Georgi (Pistole) und Claudia Verdicchio-Krause (Nachwuchs Pistole) weitere personelle Veränderungen in diesem Jahr erfolgt, wobei vor allem „der erfreuliche Werdegang von Verdicchio-Krause als langjährige ehemalige Kaderschützin nun in das Amt einer Bundestrainerin eine positive Signalwirkung für andere Sportler haben könne“, so Gabelmann.
Jörg Brokamp, Bundesgeschäftsführer, ergänzte das sportliche Führungs-Duo mit Informationen zu der Leistungssportreform. Erfreulich: „Der DSB ist einer der wenigen Fachverbände, der alle seine Bundesstützpunkte bis 2024 anerkannt bekommen hat!“ Für die acht Standorte (siehe unten im Anhang) habe der DSB bereits Bundesstützpunktleiter und -trainer beantragt und hoffe nun auf die sukzessive Ausschreibung und Zuweisung in den nächsten Jahren. Für 2019 erwartet den DSB das Potenzialanalysesystem (PotAS), bei dem der DSB auf seine Zukunftstauglichkeit und Perspektive aus leistungssportlicher Sicht geprüft wird. „Das ist ein hochkomplexes System mit sehr hohen Anforderungen, und unser Ziel ist es natürlich, den DSB so gut wie möglich darzustellen und zu positionieren“, so Brokamp abschließend, der vor seinen Ausführungen für sein 20-jähriges DSB-Jubiläum vom Präsidenten besonders gewürdigt wurde.

Finanzen: DSB in guter finanzieller Situation

Gerd Hamm äußerte sich als Vizepräsident Finanzen zu der finanziellen Situation des Verbandes. Diese sei sehr gut, wie auch Dr. Hermann Tallau als Rechnungsprüfer bestätigte. Für 2018 prognostizierten die Rechnungsprüfer sowie Hamm eine Überdeckung von ca. 700.000 Euro, von der ein Großteil in die Rücklage für das Bundesleistungszentrum eingestellt werde soll. „Aktuell rechnen wir mit der Fertigstellung im vierten Quartal des nächsten Jahres“, so Hamm. Eine Betreiber GmbH sei mittlerweile gegründet, um auch den wirtschaftlichen Betrieb vorzubereiten und sicherzustellen.

Recht: Noch keine Vorlage für EU-Feuerwaffenrichtlinie

Vizepräsident Recht, Walter Wolpert, informierte, dass es immer noch keine Vorlage des Bundesministeriums des Inneren zur EU-Feuerwaffenrichtline gebe. Gegen eine geplante Registrierungspflicht für Vorderladerwaffen habe der DSB mehrfach interveniert und seine Argumente vorgebracht.

Diverses: DSB beim Thema eSport auf DOSB-Linie

Ebenfalls Brisanz birgt das Thema eSport. Schließlich hat der DSB als größter nationaler Schießsportverband weltweit eine besondere Verantwortung und auch national kommen immer mehr Untergliederungen auf den DSB zu, um Hilfestellung in diesem Thema zu erhalten. Deshalb hat das DSB-Präsidium eine erste Positionierung vorgenommen, die sich an der des DOSB orientiert: „Wir unterscheiden in Sportartensimulation und eGaming, für uns ist das Zielen und Schießen auf Menschen oder Menschen-Abbildungen absolut tabu“, so Brokamp, der darauf verwies, dass es nun daran gehe, dieses Feld weiter auszuarbeiten. Die erste Positionierung (der Wortlaut unten im Anhang) und weitere Vorgehensweise des Deutschen Schützenbundes wurde einstimmig von den Mitgliedern des Gesamtvorstandes angenommen.
Prof. Dr. Marcus Stumpf, Vize-Präsident Verbandsentwicklung/Ethik, äußerte sich zu den initiierten AG´s Mitgliedergewinnung und Ehrenamt. Die Konzeptentwicklung sei begonnen worden, um diesen wichtigen Themen Raum zu geben. „Der DSB kann und wird den Rahmen vorgeben, Infomaterial anbieten und Regionalkonferenzen organisieren, dann müssen aber die Untergliederungen aktiv werden“, appellierte Stumpf an die Landesverbands-Vertreter.
In naher und etwas weiterer Zukunft liegen wichtige Termine. So natürlich der ISSF-Kongress Ende des Monats in München, bei dem auch ein neuer Präsident gewählt wird sowie die Deutschen Schützentage 2019 in Wernigerode und 2021 in Gotha. Die von NSSV-Präsident Axel Rott vorgetragene Bewerbung seines Verbandes um die Ausrichtung des Deutschen Schützentages 2023 im niedersächsischen Heidekreis wurde einstimmig vom Gesamtvorstand angenommen. Die Jugend feiert 2019 zwei „Silber-Jubiläen“, denn das Jugend-Event in Suhl (internationaler Wettkampf bzw. ISSF Junioren-Weltcup) erlebt ebenfalls die 25. Auflage wie auch der „Shooty-Cup“ im Rahmen der großen DM in München.