Bundesliga

Bundesligafinale: „Die Fankulisse ist einzigartig“

Bundesligafinale: „Die Fankulisse ist einzigartig“

23.01.2019 – Maren Prediger (27) und Alexander Thomas (25) haben beide bereits mehrfach mit ihren Luftgewehr-Teams aus Petersaurach und Kevelaer den Einzug ins Finale geschafft – der Titel blieb ihnen jedoch bisher verwehrt. Warum sie das Bundesligafinale immer wieder reizt, wie sie in der atemberaubenden Kulisse den Fokus behalten und wie der Final-Tipp der beiden aussieht, verraten sie im Interview.

Maren, du bist vor kurzem von den Süd-Teams zur Athletensprecherin gewählt worden und du, Thomas, hast mit deinem Team einen neuen Bundesligarekord aufgestellt. Zusammen mit euren Teams habt ihr bereits mehrmals im Finale gestanden. Was ist euch dabei besonders im Gedächtnis geblieben?
Maren Prediger: „Ich glaube, das ist mein drittes Finale. 2009 haben wir den ersten Wettkampf verloren und als Team ein schönes Wochenende verbracht. 2012 haben wir durch ein unglaubliches Stechen im vierten Schuss das Finale erreicht. Ich kann mich auch noch erinnern, dass wir mit der Pistolenmannschaft von Kriftel uns die Umkleide geteilt haben, das war ziemlich einzigartig, denn wir haben uns gegenseitig bei den Wettkämpfen angefeuert. Und wenn ich mich recht erinnere, ist Kriftel damals sogar Meister geworden.“
Alexander Thomas: „Ich bin mit meinem Team der SSG Kevelaer jetzt zum fünften Mal beim Finale mit dabei. Wir haben schon einmal Bronze und einmal Silber gewonnen. Jedes Jahr ist das Bundesligafinale unter anderem wegen der K.O.-Runde etwas Besonderes, vor allem auch durch die einmonatige Pause zwischen der letzten Vorrunde und dem Finale.“

In der Halle ist eine unglaubliche Fankulisse angesagt. Wie behält man dabei den Fokus?
Maren Prediger: „Die Fankulisse und der Lärm sind wirklich einzigartig in der Liga. Wir versuchen im Training, mit viel Musik und Ansagen zu schießen, auch gezielte Ansagen, die einen fordern. Aber der Wechsel von Training zum Wettkampf ist dann doch immer noch etwas anderes.“
Alexander Thomas: „Die Fankulisse bei unserem Heimkampf war bereits enorm, und wir konnten bei der Live-Übertragung von Sportdeutschland.TV und einer bis auf den letzten Platz gefüllten Halle einen Top-Wettkampf mit 1982 Ringen schießen. Durch meine vielen Jahre in der Bundesliga und mit einem starken Team an meiner Seite kann ich mich so gut auf meinen Wettkampf fokussieren.“

Zum ersten Mal trefft ihr im Finale auf die Konkurrenz aus dem Norden beziehungsweise Süden. Wer ist stärker und warum?
Maren Prediger: „Gute Frage! Ich denke, an der Tabelle sieht man, dass es im Süden eine höhere Leistungsdichte gibt. Das heißt, dass die Vereine auf einem sehr einheitlichen Niveau sind, was im Norden nicht so gegeben ist. Aber die Top-Mannschaften aus dem Norden haben diese Saison wieder extrem hohe Ergebnisse geliefert ,und da tummelt sich vor allem bei den Juniorinnen die momentane deutsche Elite. In dem Alter schießt man einfach furchtlos.“
Alexander Thomas: „Wir sind jetzt schon öfter auf die Konkurrenz aus dem Süden getroffen, und wenn man sich die Setzlisten ansieht, sind die Ergebnisse in den letzten Jahren im Norden unglaublich stark geworden.“

Was macht für dich den Reiz der Bundesliga und im Speziellen des Bundesligafinals aus?
Maren Prediger: „Die Bundesliga ist einfach immer etwas anderes. Man steht nicht allein am Stand, sondern hat noch vier andere Teamkollegen mit im Boot und noch mehr im Publikum. Man darf nicht unterschätzen, was das Anfeuern ausmachen kann, wenn man selbst z.B. gerade ins Zweifeln gerät. Mental ist das direkte Duell extrem fordernd. Ich habe es selbst nach 13 Jahren immer noch nicht geschafft, Duelle nicht zu „verpersönlichen“. Das ist für mich bei jedem Wettkampf immer wieder eine Herausforderung. Und beim Finale kommt noch hinzu, dass man die Nordvereine schlecht einschätzen kann und sowohl die Atmosphäre als auch die Ansagen ungewohnt sind. Das ist eine super Vorbereitung auf internationale Wettkämpfe.“
Alexander Thomas: „Die Bundesliga ist eine große Show mit Höhen und Tiefen. Jeder Schuss kann über Sieg und Niederlage entscheiden. Den Punkt gewinnen und zu gewinnen macht die Bundesliga aus!“

Was ist dein persönliches Ziel im Bundesligafinale?
Maren Prediger: „Ich möchte dieses Jahr einfach saubere Wettkämpfe hinlegen. Die Saison lief am Ende für mich nicht gut, und ich habe die Zeit jetzt genutzt, um noch ein wenig am Material zu feilen. Ob es am Ende daran lag oder an mir, wird sich im Wettkampf zeigen. Aber das Ziel ist sowieso immer, einfach ein wenig zu "stänkern". Ansonsten freue ich mich total auf ein Wochenende mit der Mannschaft und darauf, mal wieder ganz viele andere liebe Menschen zu treffen, die man sonst so selten sieht.“
Alexander Thomas: „Mein Ziel dieses Jahr ist es, mit einer Goldmedaille nach Hause zu fahren“

Wen seht ihr als erfahrene Finalschützen im Gold-Finale und warum?
Maren Prediger: „Im Süden weiß man, dass bei der Bundesliga alles passieren kann. Vor allem am letzten Wochenende, wenn der Druck steigt oder manche einfach nichts zu verlieren haben. Deswegen traue ich mich gar nicht, eine Prognose abzugeben, wer gegen uns schießen wird (lacht). Spaß beiseite, das dritte und vierte Viertelfinale sind unberechenbar, aber ich denke, dass das Gold-Finale am Ende „Südmeister gegen Nordmeister“ sein wird.
Alexander Thomas: „Im Goldfinale sehe ich SSG Kevelaer vs. SSV Elsen. Die beiden Mannschaften haben von der Eins bis zur Fünf sehr starke Schützen, und es wäre eine sehr spannende Begegnung, auf die ich mich freuen würde.“

Tickets für das Finale gibt es bis zum 27. Januar online unter www.finale-paderborn.de/tickets/ (danach nur noch an der Tageskasse mit 1 Euro Zuschlag). Die beiden Goldfinals werden live und kostenlos am 3. Februar ab 11.50 Uhr (Pistole)  und 13.50 Uhr (Gewehr) bei Sportdeutschland.TV gestreamt.