Ehrenamt

Gewinnen

Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern

Die Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern ist für viele Schützen- und Bogensportvereinen zu einer Herausforderung geworden, denn die Bedingungen haben sich geändert: Gesellschaftliche, wirtschaftliche, berufliche, mediale und nicht zuletzt familiäre Veränderungen prägen auch das Vereinsleben immer mehr. Demnach heißt es in Vereinen nicht nur sportlich, sondern besonders auch auf diesem Gebiet: „Fit machen für die Zukunft“. Auf der Suche nach neuen Ehrenamtlichen für den Verein ist Kreativität und Sorgfalt gefragt. Und für das persönliche Gespräch sollten man sich vor Augen führen, aus welcher Motivation heraus eine ehrenamtliche Tätigkeit übernommen wird.

Bestandsanalyse

In einem ersten Schritt ist es angebracht, den Bedarf an ehrenamtlichen Mitarbeitern zu ermitteln. Um den Bedarf an Ehrenamtlichen in einem Schieß- bzw. Bogensportverein herauszufinden, empfiehlt es sich, eine Liste zusammenzustellen, welche Aufgaben es für Ehrenamtliche gibt und inwieweit diese aktuell mit Ehrenamtlichen besetzt sind. Anhand ausgewählter Funktions-/Zielgruppen erfolgt eine individuelle Einschätzung der aktuellen Situation im Verein. Es hat sich bewährt, die nicht besetzten Aufgaben detaillierter in Form von sogenannten Aufgabenprofilen zu beschreiben. Parallel ist es sinnvoll mit Hilfe einer Ressourcenanalyse zu schauen, ob die einzelnen Personen sich in ihrem Engagement wohlfühlen, sich gern mehr oder weniger engagieren wollen und/oder Interesse an (zusätzlichen) anderen Aufgaben haben.

Ansprache der Kandidaten

In Frage kommen vorrangig Personen, die hilfreiche Kenntnisse aus Sport, Beruf, Familie und Hobby besitzen und der Übernahme nicht grundsätzlich ablehnend gegenüberstehen. Die Ansprache sollte in einem Rahmen geschehen, in dem alle Beteiligten weder unter zeitlichem noch sonstigem Druck stehen, so dass die Möglichkeit zu einem Gespräch vorhanden ist:

  • nach dem Training,
  • in der Vereinsgaststätte,
  • bei Vereinsfesten,
  • bei Wettkämpfen,
  • Anlässe außerhalb des Vereins.

Soll ein Kandidat konkret auf eine Mitarbeit angesprochen werden, ist es sinnvoll, eine gute Übersicht zu der Tätigkeit geben zu können. Zu dieser Frage wird häufig auf die Existenz von Stellenausschreibungen verwiesen, wie sie teilweise als Organisationsmittel empfohlen werden. Die Verwendung dieser Stellenausschreibungen sind aber nur dann sinnvoll, wenn die darin niedergeschriebenen Charakterisierungen der Aufgabe den aktuellen Anforderungen entspricht.

Zudem ist in diesem Gespräch auf konkrete Argumente für ein ehrenamtliches Engagement einzugehen, um die bzw. den potenziellen Kandidaten zu motivieren. Argumente können sein:

  • Aktivität mit anderen,
  • aktive Weiterentwicklung des Vereins,
  • Einsatz von Fähigkeiten zum Wohle der Gemeinschaft,
  • Einsatz von Fähigkeiten/Energie für die Entwicklung der eigenen Sportart,
  • Weitergabe von Erfahrungen,
  • Erlernen von Fähigkeiten, die auch in anderen Lebensbereichen nützlich sind,
  • Aufbau von Kontakten im Sportbereich und außerhalb (z.B. zu Unternehmen, zu städtischen Stellen oder anderen Institutionen),
  • Möglichkeit zu öffentlichem Auftreten.

Im Zusammenhang mit der Ansprache potenzieller Kandidaten ist es sinnvoll, sich mit typischen Begründungen für die Ablehnung vertraut zu machen und mögliche Antworten aus der Sicht des eigenen Vereins zu bedenken. Häufig vorkommenden Ablehnungsgründen kann entsprechend der Vereinssituation vorgebaut bzw. Argumente dagegen angeführt werden:

  • „Ich kann mir unter der Aufgabe nichts vorstellen.“
    Gute Erläuterung der Aufgabenstellung und ihrer Einbindung in den Gesamtverein. Unterstützung durch entsprechende Schaubilder oder Diagramme zu organisatorischen Zusammenhängen im Verein. Angebot zur Begleitung des noch aktiven Mitarbeiters, Gespräch über seine Aufgaben usw.
     
  • „Ich glaube nicht, dass ich das kann.“
    Verdeutlichen, dass keine Perfektion erwartet wird, dass Fehler erlaubt sind. Erwartung des Vereins, dass der Angesprochene in die Position hineinwächst. Unterstützung des möglichen Mitarbeiters durch gezielte Einarbeitung. Angebot Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
     
  • „Ich habe zu viele andere Verpflichtungen.“
    Betonung, dass man gerne mit dem Kandidaten zusammenarbeiten möchte. Suche nach einer Aufgabenmenge, die eine Beteiligung möglich macht. Einführung von Projekten, innerhalb derer ein gezielter Einsatz mit begrenztem Aufwand möglich ist. Angebot von Entlastungsmöglichkeiten, z.B. über eine Doppelbesetzung.
     
  • „Wenn ich mich jetzt wählen lasse, werde ich das Amt nicht mehr los.“
    Beschränkung der Amtsinhaberschaft auf z.B. eine Wahlperiode. Regelmäßige Überprüfung der Vereinsstruktur auf Aktualisierungsbedarf.