Antike

Grabzeichnung des Amenophis II. mit seinem Lehrer

Grab- und Bodenfunde, sowie schriftliche und bildliche Zeugnisse vom Bogenschießen auf Zielscheiben oder vergleichbare Gegenstände sind von den alten Ägyptern und den Griechen überliefert. In Tutanchamuns Grab wurden fast drei Dutzend Kompositbogen gefunden, von denen man freilich nicht weiß, ob sie kriegerischen oder jagdlichen Zwecken gedient haben. Der Pharao Thutmonis III. (1468 – 1436 v.Chr.) schoss auf dicke Kupferplatten, „weil jede Holzscheibe durchstoßen wird wie Papyrus“, berichtet eine Hieroglyphen-Quelle. Ein wahrer Meisterschütze unter den ägyptischen Königen war dessen Sohn Amenophis II. (1436 – 1412), der von Kind auf einen Lehrer für das Bogenschießen hatte. Seine eindrucksvollen sportlichen Leistungen sind auf der Sphinx-Stele für die Nachwelt dokumentiert: Vom fahrenden Wagen aus traf er unmittelbar nacheinander vier im Abstand von zehn Metern an Pfählen befestigte Kupferscheiben mit solcher Wucht, dass die Pfeile sie vollständig durchbohrten und dahinter wieder zu Boden fielen.

Antike Darstellungen

Noch vielfältiger ist das Bogenschießen bei den Griechen belegt. Homer berichtet in der Ilias ausführlich von einem sportlichen Mehrkampf, der anlässlich der Leichenspiele zu Ehren seines im Zweikampf gegen Hektor gefallenen Freundes Patroklos ausgetragen wird. Unter den acht Disziplinen ist auch das Bogenschießen. Mit den zwölf Doppeläxten, die Odysseus bei der Rückkehr von seiner „Odyssee“ auf seine Heimatinsel Ithaka mit einem einzigen Pfeil durchschießt, sind wahrscheinlich ähnliche Kupferbarren gemeint, die schon die Ägypter als Zielscheiben benutzten.

Die griechische Mythologie und ihre Bilder bringen häufig Apollon (den „Ferntreffenden“, wie er in der Ilias heißt) und seine Zwillingsschwester XXX mit dem Bogen in Verbindung.

Antike Bogensportler auf Keramiken

Im griechischen Sport kommt das Bogenschießen als Ausbildungsdisziplin am Gymnasion vor. Dagegen spielte es bei den antiken lympischen Wettkämpfen keine Rolle.

In China lässt sich das Bogenschießen bis in die Shang-Dynastie zurückverfolgen (1766-1027 v. Chr.). In der nachfolgenden Zhou-Dynastie (1027-256 v. Chr.) wurden am kaiserlichen Hof Turniere im Bogenschießen abgehalten.

Antike Bogenschützen in China

Auch die Armbrust war bereits in den antiken Hochkulturen Chinas und Europas bekannt. Die heutige Bezeichnung kommt entweder von der Zusammensetzung des indogermanischen „ar“ für Bogen und „rust“ für Rüstung, oder aus dem Lateinischen: „arcus“ für Bogen und „ballista“ für Wurfmaschine.

Antiker Armbrustsport