Neuzeit

Im 13. Jahrhundert kam das Schießpulver aus Asien nach Europa, und in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts verwiesen die raschen Fortschritte in der Fertigung und der Funktion von Feuerwaffen die Armbrust auf den Rang einer ausgesprochenen Jagd- und Sportwaffe. Die Armbrustschnitzer und –schmiede betätigten sich nun auch als Büchsenmacher. Auch die Übungs- und Festschießen trugen die Schützengesellschaften mehr und mehr mit den Feuerwaffen und auf horizontale Ziele aus, wobei jedoch die Armbrust im Lauf der Jahrhunderte nie völlig vergessen wurde.

Hakenbüchse um 1520

Schon im Mittelalter und dann verstärkt seit dem 15. Jahrhundert luden sich die Schützen der bedeutenderen Städte zu den sog. „Freischießen“ ein, zu denen in Ausnahmefällen über 1000 Teilnehmer antraten. Sowohl die Ausrichter als auch die Teilnehmer wurden von ihren jeweiligen städtischen Obrigkeiten finanziell unterstützt. Das gelungene Wettschießen und die erfolgreiche Teilnahme waren wichtige Prestigeangelegenheiten der konkurrierenden Städte.

Neuzeitliches Schießen in Deutschland

Dem Aufsteigen der Schützengesellschaften folgte im 17. und 18. Jahrhundert ein gewisser Rückgang. Doch weder der Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) noch die Hungersnöte und Seuchen dieser Zeit oder der Absolutismus mit seinen stehenden Heeren und seiner Fülle von einengenden Verordnungen konnten dem Schützenwesen auf die Dauer etwas anhaben. Zwar war die Blütezeit der Schützengesellschaften im 18. Jahrhundert vorbei, doch im großen und ganzen blieben die Gilden als private Vereinigungen zur Pflege des Schießspiels und der Geselligkeit in Stadt und Land unter ihren überlieferten Namen bestehen.