Traditions- und Brauchtumspflege

Schützenbräuche und Traditionen werden in erster Linie von den Landesverbänden und den Vereinen, Gesellschaften, Gilden und Bruderschaften gepflegt. Der Deutsche Schützenbund leistet Hilfestellung bei grundsätzlichen Fragen zu Geschichte und Kulturgeschichte, Tradition und Bräuchen, bei der Erstellung von Chroniken, Verbands-, Kreis- und Vereinsfestschriften.

Die Verzierungen der alten Waffen, die Kunst der Scheiben- und Porträtmalerei, der Fahnenstickerei und Trachtenhersteller sowie die Kreativität der Juweliere und Goldschmiede haben seit dem Mittelalter die bürgerliche Kunst und die Volkskunst in Deutschland in vielfältigen Formen bereichert. Die Schützengesellschaften erbringen einen enormen materiellen und ideellen Einsatz, um die Zeugnisse der Vergangenheit zu bewahren und der Gemeinschaft zugänglich zu machen. In der Weitergabe von Überlieferung, in der Pflege von Tradition und Brauchtum in Stadt und Land sehen die Schützengesellschaften und Bruderschaften einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbes und zur Verbindung zwischen den Generationen.

Hinzu kommt als gleichsam ideelle Tradition das besondere Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft, das in der lebenswichtigen Dienstleistung der Schützen für die kommunale Einheit wurzelt und heute noch Selbstanspruch der Schützenvereine ist.

Der Deutsche Schützenbund verfügt in seiner Bundesgeschäftsstelle über ein umfangreiches Archiv und eine große Bibliothek zum Schützenwesen, auf die die Mitglieder nach Absprache jederzeit zugreifen können. Er wird seine eigene Verbandsgeschichte und die Entwicklung des Schützenwesens demnächst in einem Schießsportmuseum präsentieren.

Im Zentrum des Schützenbrauchtums steht das Schützenfest mit dem Königschießen, dem Festzug und der Königsfeier bzw. dem Schützenball. Abläufe, einzelne Rituale und Utensilien können dabei regional stark unterschiedlich sein, gehen aber oft auf jeweils altüberlieferte Festlegungen zurück.