Mittelalter

Das Schützenwesen und die Schützengesellschaften entstanden aus dem Verteidigungsbedürfnis der mittelalterlichen Städte. Da die Verteidigungsfähigkeit zwangsläufig geübt werden musste, schlossen sich die Schützen in Gilden, Vereinen und Gesellschaften zusammen, die gemeinsam ihre Schießfertigkeiten trainierten. Übungsgelände war zunächst häufig ein Teil des Stadtgrabens und später aus Platzgründen ein freies Feld vor der Stadt.

Schützengesellschaften genossen größtes Ansehen in der Stadt Die entstehenden Schützenfeste, also mit Vergleichsschießen verbundene Belustigungen, sollten die Mitglieder dieser Gesellschaften, Bruderschaften und Gilden in erster Linie motivieren und sie zu den wichtigen Waffenübungen anhalten.


Die Armbrustschützen ließen sich von den Städten zum Teil sehr komfortable Schützenhäuser bauen, in denen sie sich außerhalb der Übungszeiten treffen konnten. Auch die Erlaubnis, sich selbständig zu organisieren und zu verwalten und eine gewisse Strafgerichtsbarkeit über Mitglieder und Gäste auszuüben, war ein Privileg, das sonst nur den mächtigen Zünften gewährt wurde. Die Belange der Armbrustgesellschaften und die Regularien der Übungen waren in Schützenordnungen geregelt. Die Bedeutung dieser Gesellschaften resultierte außerdem aus der Tatsache, dass bis zum Ende des 15. Jahrhunderts hauptsächlich die Städte in den landesherrlichen und kaiserlichen Heeren die Schützenkontingente zu stellen hatten.


Als älteste deutsche Schützengesellschaft gilt die Aachener Karlsschützengilde, die sich traditionell auf das Jahr 799 zurückführt und 1198 erstmals schriftlich nachweisbar ist. 320 Vereine des Deutschen Schützenbundes sind vor dem Jahr 1500 gegründet, etwa 1000 vor dem Jahr 1700.