Weltmeisterschaften

Camilo Mayr feiert ausgerechnet bei der WM sein Comeback

Camilo Mayr feiert ausgerechnet bei der WM sein Comeback

11.10.2017 – Bogensportlich war es um Camilo Mayr in den letzten Jahren still geworden, nachdem der Schwabe bei den olympischen Spielen in London 2012 als einziger deutscher Recurveschütze den DSB vertreten hatte. Jetzt feiert Mayr, dessen Berufsausbildung jetzt Spitzensport wieder zulässt, sein internationales Comeback. Ausgerechnet zum Saisonhöhepunkt, den Weltmeisterschaften in Mexiko City vom 16. bis 23. Oktober, steht er nach langer Pause erstmals wieder in einem internationalen Wettbewerb an der Schießlinie.

Cheftrainer Oliver Haidn fährt mit einem starken zwölfköpfigen Aufgebot in das vor wenigen Wochen von einem schweren Erdbeben heimgesuchte mittelamerikanische Land. Angeführt wird es von der Silbermedaillengewinnerin von Rio, Lisa Unruh (Berlin). Sie wird mit der Recurve-Damenmannschaft zusammen mit Elena Richter (Berlin) und Michelle Kroppen (Straelen) ebenso im Teamwettbewerb das Viertelfinale als Minimalziel anstreben wie die Männer mit Florian Kahllund (Fockbek) und Maximilian Weckmüller (Kassel) neben Mayr. Denn bei den Welttitelkämpfen zwei Jahre später, wenn es erstmals um den Gewinn von Olympia-Quotenplätzen für Tokio 2020 geht, wäre das Viertelfinale gleichbedeutend mit der Teamqualifikation, und dies ist bei Frauen wie Männern das erklärte Ziel dieser Olympiade. Mexiko City bildet also praktisch die erste von zwei Generalproben.

Der Disziplinverantwortliche Holger Hertkorn ist in Mexiko zudem mit einem starken Aufgebot im nichtolympischen Compoundbereich vertreten. Die Männer, die beim Heimweltcup Bronze gewannen, möchten in leicht veränderter Besetzung erneut einen Coup landen. Neben Marcel Trachsel (Barnstorf) und Hendrik Hornung (Großensee) steht Sebastian Hamdorf (Blomnath) statt Marcus Laube (Karlsruhe) im Team. Bei den Frauen haben sich die Weltmeisterin von 2013, Kristina Heigenhauser (Surberg), sowie Janine Meißner (Schmitten) und Velia Schall (Karlsruhe) durchgesetzt, so dass die in Berlin sehr stark schießende Pia Eibeck (Hanau) das Mexiko-Ticket verpasste.