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Barbara Georgi - 25 Jahre beim DSB

Barbara Georgi - 25 Jahre beim DSB

04.04.2018 – Sie ist ohne Zweifel eine Institution im Deutschen Schützenbund! Barbara Georgi feierte am 1. Februar ihr 25-jähriges Dienstjubiläum und wird dem Deutschen Schützenbund (DSB) hoffentlich noch viele Jahre mit ihrer Expertise zur Seite stehen.

Die heute 60-jährige Bundestrainerin für die C-Kader Pistole (Luft-, Sport- und Freie Pistole) schrieb vor 25 Jahren Geschichte, als sie die erste hauptamtliche Bundestrainerin im DSB wurde. Dabei verlief der Start in das Dienstverhältnis völlig unerwartet: "Ich bin nach Wiesbaden gefahren und habe mir extra einen Wagen geliehen, weil ich dachte, dass ich zum Bewerbungsgespräch eingeladen bin. Nein, das ist kein Bewerbungsgespräch, sondern wir machen heute Nägel mit Köpfen wurde mir geantwortet, und dann habe ich den Vertrag unterschrieben. Das war natürlich super und mein erster Tag in Wiesbaden", erinnert sich Georgi an das wegweisende Gespräch, als wenn es gestern gewesen wäre.

Georgi war selbst eine gute Schützin (Luftgewehr-Silber 1978 bei der Studentenmeisterschaft der DDR) und entschloss sich früh, die Seiten zu wechseln und ihr Wissen an die Jung-Schützinnen und -Schützen weiterzugeben. "Sie kann eine fundierte Grundlagenschulung anbieten und führt ihre Sportler bis in den internationalen Spitzenbereich", beschreibt DSB-Sportdirektor Heiner Gabelmann ihre Stärken.

Sportlerinnen und Sportler wie Marco Spangenberg oder Oliver Geis (Schnellfeuerpistole), Stefanie Thurmann, Claudia Verdicchio, Florian Schmidt, Andreas und Thomas Heise (Luftpistole) oder Doreen Vennekamp und Michelle Skeries (Sportpistole) verdanken ihr den erfolgreichen Werdegang - etliche Medaillen (über 50 Einzel-Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften) und Erfolge sind der Arbeit der gebürtigen Sächsin, die heute in Bayern lebt, zuzuschreiben.

Und ohne "Bärbel", wie sie genannt wird, gäbe es wohl auch nicht den Olympiasieger Christian Reitz. Der Schnellfeuer-Star durchlief ebenfalls die "Georgi-Schule" und erinnert sich: "Anfang 2003 bis Ende 2007 war ich bei ihr, also im Alter von 15 bis 20 Jahren. Bärbel und Detlef (Glenz, Anm. d. Red.), der 2003 als ihr Assistent angefangen hat, legten die Grundlagen bei mir im Schnellfeuer. Weiterhin hat Bärbel 2006 und 2007 auch Luftpistole bei mir gefördert. Man könnte sagen, sie hat das Vorhandene verfeinert und verbessert, und das war die Basis für das, was jetzt daraus geworden ist." Reitz erinnert sich zudem an einige Momente, in denen er Georgi "erlebte", wie sie mit ganzem Herzen dabei war: "Da waren Wettkämpfe, bei denen sie nervöser als der Schütze ist, gegenüber uns aber ,von ruhig bleiben' spricht. Oder Situationen, in denen man zusammen verzweifelt, weil die Jury komische Kommandos gibt oder einfach die Regeln nicht kennt." Die Jubilarin bestätigt diese Eindrücke, "ich bin mit Leib und Seele Trainer, und die schönsten Momente sind die, wenn sich die Arbeit für die Sportlerinnen und Sportler auszahlt. Dann fließen bei mir immer die Tränen."

Dabei war sich Georgi immer ihrer Stärken und Schwächen bewusst (diese zu erkennen, ist auch eine Stärke) und arbeitete dementsprechend mit kompetenten Trainerkollegen zusammen: Lothar Glebe (Freie Pistole und Luftpistole), Josef Wild (Schnellfeuerpistole), Karl-Heinz Urban (Freie Pistole und Luftpistole), Detlef Glenz (Schnellfeuerpistole), Claudia Kuhn (Sportpistole und Luftpistole), Claudia Verdicchio-Krause (Sportpistole und Luftpistole) sowie natürlich Peter Kraneis (Luft-/Sport-/Freie-/Schnellfeuerpistole) standen ihr mit Rat und Tat zur Seite und profitierten sicherlich auch vom großen Erfahrungsschatz Georgis. Und ohne den Rückhalt ihrer Familie wäre dieser Werdegang überhaupt nicht möglich gewesen: "Ohne die Unterstützung, die Liebe und das Verständnis meiner Familie würde es dieses Jubiläum nicht geben", so Georgi dankbar.

Dass sie nun gleich zwei Athleten zu den Youth Olympic Games nach Buenos Aires/ARG (11. bis 18. Oktober) führt - dies steht nach der europäischen Qualifikation in Györ/HUN fest - ist eine tolle Bestätigung ihrer jahrelangen Aufbauarbeit. Bereits 2010 nahm sie bei der Premiere der olympischen Jugendspiele in Singapur teil, dementsprechend zufrieden ist die "Silber-Jubilarin" mit ihrer Arbeit, die sie immer unter zwei Aspekten sieht: "Ich versuche stets, den jungen Sportlern ihre Träume zu erfüllen und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Und ich möchte mir den Spaß an meiner Arbeit bewahren."

Diese würde noch freudiger werden, wenn der eine "Makel" getilgt wird: "Bisher ist es mir mit meinen Sportlerinnen noch nicht gelungen, mit der Luftpistole eine Goldmedaille zu erringen." Es bleibt ja noch Zeit! Dann wird aber irgendwann der Punkt kommen, an dem die sympathische Bundestrainerin nicht mehr die Verantwortung für die "Pistoleros" trägt, aber auch auf diesen Tag wäre sie vorbereitet: "Dann möchte ich wieder mit Leib und Seele Reiter werden!"