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Erstgespräch beim Laufbahnberater als Pflichttermin

20.01.2011 09:20

Der Deutsche Schützenbund verpflichtet als erster deutscher Spitzenverband seine Athleten ab sofort zu einem Erstgespräch bei einem Laufbahnberater, denn das Zauberwort, um sportliche und berufliche Karriere langfristig unter einen Hut zu bringen und in beiden Bereichen erfolgreich zu sein, heißt „Duale Karriereplanung“.

 

Das ist kein neuer Begriff, doch oft genug ertönt anstelle einer langfristigen Planung der Hilfeschrei des Sportlers im akuten Notfall. Dann muss alles schnell gehen auf Kosten nachhaltiger Maßnahmen.

Der erste Schritt in die richtige Richtung ist dagegen nach Ansicht von DSB-Athletenmanagerin Hannelore Aslanidis eine umfassende Information noch vor dem Schulabschluss. „Die jungen Athleten müssen sich mit dem Thema Berufswahl noch intensiver auseinandersetzen als Jugendliche, die nicht im Leistungssport aktiv sind. Über die Möglichkeiten der Vereinbarung von Ausbildung, Beruf und sportlicher Karriere informieren die Fachleute an den Olympiastützpunkten optimal.“

Die dort ansässigen Laufbahnberater fordern seit langem die Verpflichtung der Athleten zu einem Erstgespräch und begrüßen das Vorgehen des Deutschen Schützenbundes. Nur bei langfristiger Planung können die notwendigen Weichen rechtzeitig gestellt werden.

„Zu oft verlieren wir Athleten, die im Zuge ihrer beruflichen Weiterentwicklung den Sport nicht mehr ausüben können. Oder sie reichen mit ihren Leistungen nicht an die Weltspitze heran, weil die Trainingsbedingungen nicht ausreichend sind.“ So die häufige Klage der Bundestrainer.

Ungefähr ein Fünftel der Kaderathleten des Deutschen Schützenbundes haben professionelle Trainingsbedingungen. 28 AthletInnen, darunter viele LeistungsträgerInnen, haben einen Platz in einer Sportfördergruppe der Bundeswehr, wo sie ihren Sport professionell betreiben können. Vor vier Jahren wurde in Zusammenarbeit mit dem DOSB die Sportfördergruppe der Bundespolizei für Schützen geöffnet, drei Athleten sind derzeit dort in der Ausbildung.

Auch auf Ebene der Länderpolizei ist in vielen Bundesländern in den letzten Jahren eine erfreuliche Entwicklung hin zu mehr Sportfördergruppen mit anschließender Übernahme in den Polizeidienst zu verzeichnen. Das Problem wurde von allen Stellen erkannt und die Entwicklungen zielen in die richtige Richtung.

Der Deutsche Schützenbund hat eine Expertengruppe unter Führung der Vizepräsidentin und Gesamtaktivensprecherin Susanne Kiermayer ins Leben gerufen, die gezielt Aufklärungsarbeit für Unternehmen leisten soll, um sie zur Einrichtung von sportlerfreundlichen Arbeitsplätzen zu ermuntern. Unterstützt wird sie dabei unter anderem von Marcel Goelden, Aktivensprecher im DSB und Mitglied im Beirat der Aktiven des DOSB.