International

Andrea Weihe unterliegt unglücklich im kleinen Finale

18.06.2004 00:00

Die einzige Vertreterin des Deutschen Schützenbundes in den heutigen Einzelentscheidungen beim Grand Prix der Nationen in Wyhl, Andrea Weihe (Saalfeld/Foto), unterlag heute morgen im kleinen Finale um die Bronzemedaille im Compoundwettbewerb gegen Ivana Buden (Kroatien) sehr unglücklich mit 106:108.

 

Ein spannender Wettkampf entwickelte sich zwischen der 28-jährigen Mannschafts-Bronzemedaillen-gewinnerin der letztjährigen Weltmeisterschaften in New York und ihrer kroatischen Gegnerin, denn nach der ersten Passe – ab dem Viertelfinale werden ja vier Passen a drei Schuss ausgetragen – führte Andrea Weihe knapp mit 28:27.  Über 55:54 nach der zweiten und 82:81 nach der dritten Passe blieb dieser Vorsprung von einem einzigen Ring erhalten.
 
Der erste Schuss des letzten Durchgangs brachte die Entscheidung. Bedingt durch den plötzlich aufkommenden Wind landete ihr zehnter Pfeil weit außerhalb des Ziels und wurde als Fünf notiert. Aufstöhnen bei den deutschen Mannschaftsmitgliedern (Foto), die Andrea Weihe auf unkonventionelle Weise – kurzerhand wurden Abfalleimer zu Trommeln umgewandelt – stetig angefeuert hatten.
 
Trainer Falk Thiele (Foto unten im Gespräch mit Andrea Weihe kurz vor dem Match) beschreibt die Situation, die zum Verlust der Medaille für die deutsche Bogenschützin führte: „Im Lösen des Schusses kam eine plötzlich Windböe und hat den Arm von Andrea leicht rausgedrückt. Sie konnte da gar nichts mehr machen, es war ein gut angesetzter Schuss, wir müssen eben mit dem Wetter und hier speziell mit dem Wind leben. Wir hatten auch schon im Match gesehen, dass der Kroatin das gleiche Malheur passiert war, nur bei ihr wurde es noch eine Sieben und bei Andrea halt eine Fünf.“
 
Dieser Rückstand war in den letzten beiden Schüssen gegen Ivana Buden nicht mehr aufzuholen. Andrea Weihe hinterließ jedoch einen glänzenden Eindruck, denn schon im Viertelfinale gegen die mehrfache Welt- und Europameisterin Irma Luyting (Niederlande) bewies sie heute morgen ihre Nervenstärke. Es war ein ganz enges Match mit Gleichstand von 85:85 nach der dritten Passe. 27 Ringe gegenüber 26 bei der erfahrenen Schützin aus Holland brachten am Ende den knappen 112:111-Erfolg für die Thüringerin.
 
Im Halbfinale gegen Olga Zandvliet (Niederlande) hatte Andrea Weihe dann kaum eine Chance, denn die Niederländerin baute ihren Vorsprung von Passe zu Passe aus. Über 26:27, 53:55, 81:84 bis hin zum 105:111-Endergebnis lag die Holländerin stets in Führung und zeigte sich nervenstark bis zum letzten Wettkampfpfeil.
 
Möglicherweise war diese Anstrengung dann auch für die Niederländerin zuviel, denn im Finale musste sich Olga Zandvliet mit 100:104 gegen Louise Hauge (Dänemark) beugen, die damit den Grand Prix von Wyhl gewann.
 
Bei den Herren gab es im Finale sogar ein Stechen. Nach regulärem Abschluss des Duells um Gold oder Silber waren Morten Boe (Norwegen) und Dejan Sitar (Slowenien) mit 112:112 ringgleich. Dejan begann mit einer Neun, die Boe mit einer optimalen Zehn konterte und sich somit als Sieger von Wyhl feiern lassen durfte. Im kleinen Finale gewann Jacek Kujawski (Polen) die Bronzemedaille durch einen 112:109-Erfolg über Martin Damsbo (Dänemark).
 
Alle bisherigen Resultate vom Grand Prix der Nationen in Wyhl finden Sie hier.