Tradition

Bundeskönigsschießen Frankfurt: Heimsieg für Hessen und Erfolg für die Jugend aus dem Rheinland

09.05.2026 23:14

Der Hessische Schützenbund war in diesem Jahr Ausrichter des traditionellen Bundeskönigsschießens, bei dem die Landeskönige aus den jeweiligen Verbänden den neuen Bundeskönig beziehungsweise den neuen Bundesjugendkönig ermitteln. Michael Piorr ist neuer Bundeskönig und landete damit einen Heimsieg für Hessen, Melissa Wilbert (Rheinland) sicherte sich die Würde der Bundesjugendkönigin

Foto: Nataly Kemmelmeier / Die neuen Majestäten Melissa Wilbert und Michael Piorr mit DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels und Stefan Rinke, DSB-Vizepräsident Jugend.
Foto: Nataly Kemmelmeier / Die neuen Majestäten Melissa Wilbert und Michael Piorr mit DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels und Stefan Rinke, DSB-Vizepräsident Jugend.

Im Landesleistungszentrum Frankfurt gaben alle Teilnehmer am 9. Mai vormittags ihr Bestes. Abends dann ein ganz anderes Bild: Schießbekleidung wurde abgelegt, fein herausgeputzt in Schützenuniform oder Abendkleid warteten alle Teilnehmer und die Delegationen aus den Landesverbänden auf die Bekanntgabe der Ergebnisse. Etwas Geduld mussten die teils sehr aufgeregten Majestätinnen und Majestäten dann aber doch noch aufbringen: Nach dem beeindruckenden Einzug der Verbandsfahnen und -Standarten hinter dem DSB-Reisebanner wandte sich DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels an das Publikum und konnte die herausragenden Medaillen-Erfolge der DSB-Schützen bei der Europameisterschaft in Osijek verkünden. Er dankte ferner dem ausrichtenden Hessischen Schützenverband, namentlich Präsidentin Tanja Frank. Sie erhielt nach ihrem Grußwort, in dem sie die sportlichen Leistungen aller Schützen würdigte, ein Wein-Präsent.

Das Gefühl eines guten Schusses lässt sich nicht messen!

Tanja Frank, Präsidentin des Hessischen Schützenverbandes

Foto: Nataly Kemmelmeier / DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels begrüßte die Teilnehmer am Bundeskönigsschießen sowie die vorherigen Majestäten Christoph Ritter und Anika Höflich (vorne rechts).
Foto: Nataly Kemmelmeier / DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels begrüßte die Teilnehmer am Bundeskönigsschießen sowie die vorherigen Majestäten Christoph Ritter und Anika Höflich (vorne rechts).

Die Präsidentenmedaille des DSB in Bronze erhielt Vizepräsident Thomas Scholl, die Ausführung in Silber ging an Markus Weber, seines Zeichens Vize-Präsident der Hessen. Die Präsidentenmedaille in Gold erhielt unter tosendem Applaus René Würmser, der Geschäftsführer des Hessischen Schützenverbands. Hans-Heinrich von Schönfels bedankte sich zudem bei den Schießleitern des Bundes(jugend)königsschießens Werner Marxreiter und Volker Kuhr. Die beiden sorgten für den reibungslosen Ablauf des Wettbewerbs.

Schließlich war es so weit: Die beiden noch amtierenden Bundesschützenkönige Annika Höflich und Christoph Ritter wurden nach dem Einzug aller Landeskönige und der jeweiligen Fahnen und Standarten ihrer Königsketten entledigt. Und was könnte es für den ausrichtenden Schützenverband im Jubiläumsjahr (Hessen feiert wie der DSB sein 75-Jähriges) Schöneres geben als einen Heimsieg: Michael Piorr ist der neue Bundeskönig. Er erzielte einen 6,4-Teiler und traf damit wortwörtlich voll ins Schwarze. Piorr, Jahrgang 1977, schießt für den TUS Kemel 1926 e.V. Er brachte einiges an Erfahrung mit: Bereits 1987 hat er mit dem Schießen begonnen. Er verbarg auf der Bühne immer wieder das Gesicht in den Händen und wollte oder konnte sein Glück auch später noch nicht so recht fassen.

Ich weiß gar nicht, welche Kette ich jetzt wann tragen soll!

Melissa Wilbert, die neue Bundesjugendkönigin

Ihm zur Seite steht als Bundesjugendkönigin nun Melissa Wilbert vom Rheinländischen Schützenbund. Sie erzielte einen 19,2-Teiler. Wilbert, Jahrgang 2006, stammt aus Xanten und startet auch für den dort ansässigen Verein Sankt Helena 1935 e.V. Die Nachwuchsschützin lässt es an Ehrgeiz ohnehin nicht missen: Ihr Ziel ist die Aufnahme in den DSB-Kader. Nach der Proklamation war sie nervöser als während des gesamten Schießens, wie sie erzählte. Und ein bisschen Stress hat sie auch: „Ich weiß gar nicht, welche Kette ich jetzt wann tragen soll!“, meinte sie amüsiert. Immerhin ist sie mehrfache Schützenkönigin und -prinzessin. Und jetzt kommt noch die Bundeskönigskette dazu.

Eng ging es zu an der Spitze bei den Jugendlichen: Der 2. Platz ging an Valentin Ernst aus der Oberpfalz, er erzielte einen 20,6-Teiler. Theresa Börs (Hamburg und Umgegend) erreichte mit einem 20,8-Teiler hauchdünn dahinter Rang 3. Schießleiter Werner Margreiter meinte zum Ergebnis: „So knapp, wie die drei Erstplatzierten zusammenliegen – das hat es noch nie gegeben!“

Vizekönigin in der Bundeskönigswertung wurde die Oberpfälzerin Anna Haberhauer mit einem 15,0-Teiler. Bei Antje Müller-Schubert (Thüringen) reichte ein 31,9-Teiler zum 3. Platz. Und es zeigte sich, dass es beim Königsschießen um den einen Schuss geht. Sein 6,4 Teiler war ein echter Volltreffer. Die zweitplatzierte Haberhauer hatte elf Schüsse, die besser waren als Piorrs zweitbester Schuss.

(Nataly Kemmelmeier/EB)

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