International

Deutsche Schnellfeuerschützen verpassten Medaillen

15.07.2007 00:00

Die erfolgsverwöhnten deutschen Schnellfeuerschützen kehren ohne Medaille von den Kleinkaliber-Europameisterschaften im spanischen Granada zurück. Der dreimalige Olympiasieger Ralf Schumann kam mit 775,7 Ringen (Vorkampf 577 + Finale 198,7) beim Sieg des Weltcup-Gesamtsiegers Alexei Klimow (Russland) mit 785,9 (586 + 199,9) auf den undankbaren vierten Rang.

Erst im Shoot-off hatte sich Schumann gegen vier ringgleiche Schützen den Finaleinzug gesichert. Gewohnt selbstkritisch meinte er: „Heute waren nur zwei gut, die anderen schlecht – ich inbegriffen.“

Auch die deutsche Mannschaft musste sich nach 1719 Ringen mit Platz vier zufrieden geben. Gold gewann die Ukraine (1737) vor den ringgleichen Russen und der Tschechischen Republik (1731).

Die anderen beiden deutschen Starter verpassten den Endkampf. Der Weltmeister von 2002, Marco Spangenberg aus Oberwallmenach, kam mit 574 Ringen auf den 15., Torsten Moses (Katzenelnbogen) mit 568 Ringen auf den 29. Platz.

Ganz dicht an einem Quotenplatzgewinn war der Dormtunder Maik Eckhardt mit dem Freigewehr, doch am Ende fehlte ihm im Dreistellungskampf ein Ring. Eckhardt wurde mit 1164 Ringen 14. Armin Rothmund (Brigachtal) erreichte mit 1160 Ringen den 21., Denis Weingart (Ludwigsburg) mit 1155 den 26. Platz.

Damit gewann das Team (Foto) von Bundestrainer Claus-Dieter Roth nach zwölf Jahren die erste EM-Medaille mit 3479 Ringen in dieser Disziplin und musste lediglich Österreich mit 3490 Ringen den Vortritt lassen. Bronze ging mit 3476 Ringen an Serbien.

Gold im Einzel gewann der aus der Bundesliga in Deutschland bekannte Slowake Jozef Gönci mit 1267,9 Ringen (1171 + 96,9). Zweiter wurde der Russe Artem Khadjebekow mit 1267,5 Ringen (1173 + 94,5) vor dem Serben Nemanja Mirosavljev mit 1265,6 Ringen (1167 + 98,6).

Mit dem Ausgang der Trapentscheidung hatten die deutschen Frauen nichts zu tun. Susanne Kiermayer (Kirchberg) wurde als beste Deutsche mit 62 getroffenen Scheiben 27. Katrin Quooss (Liebenthal) erreichte mit 58 Scheiben den 33., Sonja Scheibl (Itzstedt) mit 55 Treffern den 34. Platz.

In der Mannschaftswertung belegte das Team mit 175 Scheiben den sechsten Platz. Es gewann Italien mit 207 Scheiben vor Frankreich (204) und Russland (199).

Die Französin Delphine Racinet gewann Gold mit 93 Scheiben (72 + 21). Silber holte sich die Russin Elena Tkatsch mit 89 Treffern (70 +19) vor der Italienerin Deborah Gelisio mit 89 Scheiben (71 +18).

Im nichtolympischen Liegendkampf gingen die deutschen Frauen wie die Schnellfeuerschützen leer aus. Sonja Pfeilschifter aus Ismaning vergab durch drei Neuner in der letzten Serie Gold und wurde mit 590 Ringen Fünfte. Es gewann die Ungarin Beata Krzyzewsky (591) vor der ringgleichen Sharon Lee (Großbritannien) und der Französin Solveig Bibard (590).

Eva Friedel aus Münstertal erreichte mit 587 Ringen den elften, Barbara Lechner aus Triftern mit 575 Ringen den 50. Platz.

In der Teamwertung wurde Deutschland mit 1752 Ringen Fünfter. Es siegte Ungarn (1761) vor der ringgleichen Schweiz und Finnland (1753).

    
Hier finden Sie die Ergebnisse der Europameisterschaft in Granada/ESP.


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