International

Deutsche Schützen sahnen beim IWK in Wiesbaden ab

19.02.2005 00:00

Der Internationale Wettkampf für Druckluftwaffen in Wiesbaden findet auch in diesem Jahr wieder mit einer großen Beteiligung von 141 Schützen und Schützinnen aus insgesamt 12 Nationen statt. Die meisten europäischen Verbände nutzen den Wettkampf als Generalprobe für die Europameisterschaft, die in weniger als 2 Wochen in Tallinn (Estland) stattfinden wird.

     
Am ersten Tag der Veranstaltung kämpfen die Schützen und Schützinnen in Einzelwettbewerben um die Medaillen in den Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole, am zweiten Wettkampftag fallen die Entscheidungen in der Mannschaftswertung.

Unter allen Teilnehmern schießen auch Schützen des Deutschen Behindertensportverbandes bei diesem sportlichen Event mit, um ihren Leistungsstand im internationalen Bereich zu testen. Die Ergebnisse dieser Schützen stehen jedoch außerhalb der Wertung und fließen nicht in die offizielle Rangliste mit ein.

Mit einem Vorkampfergebnis von 595 Ringen startete Torsten Krebs (Waldsee) als Vierter ins Luftgewehr-Finale der Herren. In einem spannenden Endkampf und nach einem Shoot-Off (10,5 Krebs – 9,5 Farnik) gegen den Österreicher Thomas Farnik konnte sich Torsten Krebs an die Spitze vorkämpfen und den Wettkampf für sich entscheiden. Mit insgesamt 698,1 Ringen (595/103,1) holte sich der Olympiateilnehmer von Athen die Goldmedaille.
Torsten Krebs über seinen Wettkampf: „Ich habe mich schon sehr über meinen Sieg gefreut. Es hat alles gepasst. Im Vorkampf war zwar nicht alles so hundertprozentig, aber alles in allem war der Wettkampf eine gute Basis für die Europameisterschaft. Mit dem Finale bin ich, bis auf einen Schuss, zufrieden. So etwas gibt einem halt Sicherheit, wenn´s drauf ankommt.“
Sein Teamkollege Frank Köstel zog mit 596 Ringen als Zweitplatzierter ins Finale ein, konnte seinen Rang in der Wertung aber leider nicht verteidigen. Nur knapp verfehlte er einen Platz auf dem Siegertreppchen und wurde mit einer Gesamtringzahl von 697,5 (596/101,5) Vierter.
Die Silbermedaille ging mit 698,1 Ringen (596/102,1) an Thomas Farnik aus Österreich vor seinem Landsmann Mario Knögler, der mit 698 Ringen (596/102,0) Bronze holte.
Erich Schallmair (Sielenbach) und Jürgen Wallowsky (Oberkotzau) teilten sich mit jeweils 589 Ringen den 11. Platz. Der Olympiateilnehmer von Athen, Maik Eckhardt (Dortmund) kam mit 588 Ringen auf den 14. Rang. Mit gleicher Ringzahl folgte ihm Dirk Leiwen aus Paderborn, ebenfalls an 14. Stelle in der Gesamtwertung.

In der Disziplin Luftpistole der Herren schaffte der aus Riegel stammende Abdullah Ustaoglu als Erstplatzierter den Einzug ins Finale. Mit einem Vorkampfergebnis von 584 Ringen und 99,6 Ringen im Finale holte er sich die Silbermedaille. Dazu Abdullah Ustaoglu: „Zuerst kam ich gar nicht richtig ins Finale rein. Schon beim ersten Schuss fand ich den richtigen Druckpunkt nicht, was anfangs den Druck in mir noch erhöhte. Ich habe 2-3 Schuss gebraucht und dann lief es gut. Als ich dann so richtig drin war, war der Finalwettkampf auch schon wieder vorbei. Trotz der Probleme mit dem Licht, die ich immer wieder in Wiesbaden habe, bin ich doch sehr zufrieden mit meinem Ergebnis.“
Sein Teamkollege Hans-Jörg Meyer (Wolfenbüttel) belegte mit insgesamt 681,9 Ringen, 582 Ringen aus dem Vorkampf und 99,9 Ringen im Finale, den 3. Platz und sicherte sich somit die Bronzemedaille. „Ich war schon mit dem Vorkampfergebnis sehr zufrieden,“ so Hans-Jörg Meyer, „es zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin, um mich noch weiter zu steigern. Bisher fehlten mir immer 4-5 Ringe. Das Finale ist für mich ähnlich gelaufen, wie der Vorkampf. Ich hatte die 100 Ringe anvisiert und 99,9 Ringe geschafft, damit bin ich einfach sehr zufrieden.“
Erster in diesem Wettbewerb und somit Gewinner der Goldmedaille wurde mit einer Gesamtringzahl von 685,7 (584/101,7) Martin Tenk aus der Tschechischen Republik.

Das Luftpistolen-Finale der Damen konnte Munkhbayar Dorjsuren aus Moosach ganz klar für sich entscheiden. Mit einem Gesamtergebnis von 484,2 Ringen ging die Goldmedaille an die Mongolin. Schon im Vorkampf lag sie mit 386 Ringen in Führung und sicherte sich diesen Platz durch ihr Finalergebnis von 98,2 Ringen. „Das Finale lief zwar nicht so toll, aber mit dem Endergebnis bin ich zufrieden. Für mich sind Finals immer problematisch. Der Wettkampf an sich lief gut. Es war wichtig, dass ich ins Finale gekommen bin, denn das bedeutet für mich ein weiteres Training für das Gefühl, dass man im Finale hat,“ so die Olympiateilnehmerin Munkhbayar Dorjsuren.
Kerstin Nelson (Villingen-Schwenningen) zog als sechste mit 369 Ringen ins Finale ein und konnte sich dort um einen Platz verbessern. Mit einem Gesamtergebnis von 467,5 Ringen (Finale 98,5 Ringe) belegte sie die 5. Position in der Rangliste.
Das dritte Mitglied der Damenmannschaft, Claudia Verdicchio, fiel leider wegen Krankheit aus.
Silber ging an die Dänin Karen Hansen mit 480,6 Ringen (383/97,6) vor Gretchen Ewen aus Österreich, die sich mit insgesamt 468,0 Ringen (376/92,0) den 3. Platz sicherte.

Im Luftgewehrbereich der Damen gewann Alexandra Schneider (Köln) den Wettkampf mit insgesamt 500,0 Ringen. Nach dem Vorkampf belegte sie mit 396 Ringen noch die 4. Position in der Rangliste, welche sie durch ihr Finalergebnis von 104,0 Ringen um drei Plätze verbesserte und sich somit die Goldmedaille holte.
Bronze sicherte sich die Olympiateilnehmerin von 2004 Barbara Lechner aus Krün/Klais mit 499,4 Ringen, (398/101,4) vor ihrer Mannschaftskollegin Britta Großecappenberg (Hamm), die nur knapp dahinter mit 499,2 Ringen (397/102,2) auf Rang 4 folgte.
Beate Gauß (Ammerbruch) verteidigte mit einem Gesamtergebnis von 496,9 Ringen (395/101,9) ihren 6. Platz aus den Vorkampf, Dorothee Bauer aus Speyer belegte mit 393 Ringen den 9. Rang.

Ins Luftgewehr-Finale der Junioren zogen gleich 3 deutsche Schützen ein. Damian Kontny aus Baunatal startete mit einem Vorkampfergebnis von 595 Ringen als Erstplatzierter ins Finale und konnte dort seinen Rang verteidigen. Mit einem Finalergebnis von 103,9 Ringen sicherte er sich die Goldmedaille.
Sein Teamkollege Tobias Gauster (Woltersdorf) konnte sich vom 7. Platz im Vorkampf und 587 Ringen durch ein Finalergebnis von 103,1 Ringen auf die 4. Position in der Rangliste der Junioren vorarbeiten. Auch David Kroll aus (Schkölen) schaffte es, sich zu verbessern und belegte am Ende den 7. Rang mit insgesamt 688,3 Ringen (585/103,3).
Auf den zweiten Platz in diesem Wettbewerb kam mit 691,3 Ringen der Tscheche Vaclav Haman vor seinem Landsmann Petr Smol, der sich mit 690,5 Ringen Bronze holte.

Auch im Finale der Disziplin Luftpistole der Junioren konnten sich die deutschen Schützen einen Platz auf dem Siegerpodest sichern. Tobias Steinberger aus Traunstein holte sich mit einem Gesamtergebnis von 668,5 Ringen (567/101,5) Bronze. „Tobias lag unter seiner Leistung. Er hat sich in den ersten 3 Serien des Vorkampfes total aufgerieben und konnte die Konzentration dann nicht halten. Trotzdem hat er das beste daraus gemacht und sich durch das beste Finale von 101,5 Ringen auf den 3. Platz gekämpft,“ so sein Trainer Jan-Erik Aeply.
Mit insgesamt 665,4 Ringen (Finale 95,4 Ringe) kam der aus Rheinfelden stammende Jan Brunner auf den 4. Rang in der Gesamtwertung. Damit verschenkte er seine 3. Position aus dem Vorkampf, den er mit 570 Ringen abschloss.
Dominik Sänger (Schrecksbach) konnte seine Platzierung aus dem Vorkampf beibehalten und belegte mit einem Gesamtergebnis von 658,7 Ringen (560/98,7) die sechste Position.

Bei den Juniorinnen im Luftgewehrwettbewerb gingen gleich 2 Medaillen an deutsche Schützinnen. Claudia Keck aus Grünbach siegte mit einem Gesamtergebnis von 501,5 Ringen. Im Vorkampf erreichte sie mit 397 Ringen die gleiche Ringzahl wie ihre direkte Konkurrentin Renata Gebauerova aus der Tschechischen Republik, welche sie dann aber im Endkampf durch ein Ergebnis von 104,5 Ringen schlug und den ersten Platz für sich sicherte. Silvia Göbel (Bad Hersfeld) holte sich mit insgesamt 494,7 Ringen (392/102,7) die Bronzemedaille. Aus dem Vorkampf ging sie als Fünfte heraus und konnte sich mit ihrem guten Finalergebnis um 2 Ränge nach vorne kämpfen.
Auch Mareike Ostkamp verbesserte ihre Platzierung nach dem Vorkampf, den sie mit 391 Ringen beendete, um einen Rang und landete so nach dem Finale mit 101,9 Ringen an 6. Stelle der Gesamtwertung. Sabrina Bär schaffte es mit 386 Ringen auf den 14. Platz.

Martina Peter aus Pötzmes sicherte sich mit 471,7 Ringen im Juniorinnenbereich mit der Luftpistole ein Plätzchen auf dem Siegerpodest und holte Silber. Damit lag sie nur knapp vor ihrer Teamkollegin Antje Noeske (Neubrandenburg), die mit ihrem Ergebnis von insgesamt 471,4 Ringen die Bronzemedaille absahnte. Aus dem Vorkampf gingen beide mit 374 Ringen heraus. Auf den ersten Platz kam Lenka Hykova aus der Tschechischen Republik mit 489,0 Ringen (386/103,0).
Jan-Erik Aeply, Landestrainer von Martina Peter, sagte nach dem Wettkampf: „Nach einer Woche Krankheit hat sie heute mit einem Vorkampfergebnis von 374 Ringen im Bereich ihrer Möglichkeiten geschossen. Auch das Finale war ok, mit dem letzten Schuss hat sie sich auf den 2. Platz gekämpft.“ Auch die Bundestrainerin Barbara Georgi war mit dem Ergebnis ihrer Schützin zufrieden. „Wir versuchen bis zur Europameisterschaft noch ein paar Ringe heraus zu kitzeln,“ so die Bundestrainerin.
Die dritte im Team der Juniorinnen, Julia Hochmuth aus Ludwigsburg, belegte mit 468,7 Ringen (373/95,7) Platz 4 in der Gesamtwertung.

   
Alle Ergebnisse zu diesem Wettkampf finden Sie hier.