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Deutsches Sportabzeichen speziell für Sportschützen

05.10.2004 00:00

Bereits ab dem 1. Januar 2005 werden auch die von Schützen erbrachten spezifischen Leistungen für den Erwerb des Deutschen Sportabzeichens anerkannt. Dies beschlossen in Ostfildern bei Stuttgart der zuständige Arbeitskreis und die Kommission für diese Auszeichnung.

 

Die neue Regelung gilt für speziell ausgeschriebene Leistungen in den Disziplinen Armbrust, Bogen, Gewehr, Laufende Scheibe, Pistole, Vorderlader, Wurfscheibe und Sommerbiathlon. Die Umsetzung vom alten Schießsportabzeichen zur Aufnahme in den bekannten Fitnessorden des Deutschen Sportbundes war der abschließende innovative Schritt zur Neuordnung der leistungsabhängigen Abzeichen des Deutschen Schützenbundes.

Das Deutsche Sportabzeichen ist eine Breitensportauszeichnung auf höchstem Niveau, die dabei zu erbringenden Leistungen erfordern beachtliche ganzheitliche Fähigkeiten des Körpers. Die Bedingungen sind aber gezielt und wohldosiert auf die verschiedenen Altersgruppen bei weiblichen und männlichen Teilnehmern abgestimmt. Da beim Deutschen Sportabzeichen die sportliche Betätigung im Vordergrund steht, wird der Deutsche Schützenbund mit diesem Angebot auch einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsprävention leisten.

Anlass für die Bemühungen des DSB zur Integration seiner Disziplinen in die Wettbewerbsbedingungen des Deutschen Sportabzeichens war, dass das Schießsportabzeichen des Deutschen Schützenbundes aufgrund der derzeit geltenden sportlichen Bedingungen hätte komplett neu geordnet werden müssen.

Darüber hinaus gab es sowohl für die verschiedenen Altersgruppen als auch für die Sparte Sommerbiathlon separate Abzeichen. Vier Auszeichnungen mit grundlegend verschiedenen Bedingungen, die eigentlich zusammenfasst und vereinheitlicht werden mussten.

Die Einteilung der Altersklassen und die nicht-schießsportlichen Aktivitäten sollten dabei grundsätzlich dem Deutschen Sportabzeichen angeglichen werden. Da war es nur noch ein kleiner Schritt, gleich die völlige Integration in das Deutsche Sportabzeichen zu beantragen, um ebenfalls dessen hohe Qualität anbieten zu können.

Dieser Antrag wurde bereits vor 2 Jahren gestellt. In den vergangenen Monaten wurden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sportbund und den Mitarbeitern des Deutschen Schützenbundes die komplexen Modalitäten und Bedingungen für den Erwerb des Abzeichens wie folgt festgelegt:

  • Das Schießsportabzeichen des Deutschen Schützenbundes wird komplett abgeschafft.

  • Die Gruppe 4 des Deutschen Sportabzeichens wird durch die Schießsportdisziplinen ersetzt.

  • Hierfür wird vom Deutschen Sportbund ein spezieller Flyer in einer Auflage von ca. 50.0000 Exemplaren gedruckt, der über die Landessportbünde und die Landesverbände des Deutschen Schützenbundes verteilt wird. Die Abnahmerichtlinien bleiben allgemein gehalten; es wird ein Hinweis auf die Disziplinen des Deutschen Schützenbundes und deren Leistungsabnahme angebracht.

Generell muss für die Erfüllung der Bedingungen des Deutschen Sportabzeichens jeweils eine Leistung aus den 5 angebotenen Gruppen ausreichend absolviert werden. In der Gruppe 4 werden nun aus den Bereichen Gewehr, Pistole, Wurfscheibe, Laufende Scheibe, Armbrust, Bogen, Vorderlader und Sommerbiathlon mindestens je eine und insgesamt die 12 gängigsten Disziplinen angeboten (allein bei Deutschen Meisterschaften des Deutschen Schützenbundes sind es Wettkämpfe in 53 Disziplinen).

Die Auswahl wurde von den Fachreferenten des Deutschen Schützenbundes so getroffen, dass die Leistungen von fast allen Altersklassen ausführt werden können. Die Sportgeräte sollen in möglichst vielen Schützenvereinen zur Verfügung stehen.

Da das Sportabzeichen dem Breitensport zugeordnet und kein Abzeichen für Spezialisten ist, wurde auf die Aufnahme von weniger gebräuchlichen Sportwaffen verzichtet. Besonderer Wert liegt allerdings darauf, dass die Leistungen, die erbracht werden müssen, den Qualitätsanforderungen für das Deutsche Sportabzeichen genügen.

Im ersten Jahr werden die nichtschießsportlichen Leistungen für das Deutsche Sportabzeichen ausschließlich von Prüfern des Deutschen Sportbundes abgenommen. Beide Verbände wollen abschätzen, welchen Zuspruch das Deutsche Sportabzeichen unter Einbindung der Schießsportdisziplinen findet. Die Schießsportdisziplinen nehmen Übungsleiter, Trainer oder Kampfrichter des Schützenbundes ab. Den Prüferausweis erhalten diese bei den Landessportbünden auf formlosen Antrag.

Während des ersten Jahres wird entschieden, wie die Fachausbildung Sportabzeichen in den DSB-Lehrplan für die Aus- und Fortbildung integriert wird und wie die Autorisierung der Landesverbände zur Umsetzung der Qualifikationslehrgänge für Prüfer im Sportschießen bzw. der Leichtathletik (Zielgruppe Sommerbiathlon) aussehen wird.

Der Deutsche Schützenbund ist sich sicher, dass künftig viele der fast 1,6 Millionen organisierten Schützen aller Altersgruppen diese hochrangige Auszeichnung besitzen wollen und mit dem Tragen des Deutschen Sportabzeichens gerne ihre körperliche Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit demonstrieren möchten.

Dass das Deutsche Sportabzeichen einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung hat, zeigen die ständig wachsenden Zahlen für absolvierte Sportabzeichen in den letzten Jahren. Seit seiner Gründung im Jahr 1913 wurde 2004 das 25-millionste Abzeichen vergeben. Sein Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung liegt bei 72 Prozent.

Es kann bundesweit und sogar im Ausland auch von nicht in Sportvereinen organisierten Teilnehmern erworben werden. Beantragt wird die Auszeichnung bei den Landessportbünden oder deren Beauftragten für das Deutsche Sportabzeichen. Es entspricht den Bedingungen der Ehrungsordnung der Bundesrepublik Deutschland, hat Ordenscharakter und darf somit an offiziellen Uniformen getragen werden.


Der Deutsche Schützenbund hat mit dem Einzug der schießsportlichen Disziplinen in das Deutsche Sportabzeichen auch einen weiteren Beitrag zur bundesweiten Bewegung „Deutschland bewegt sich“ geleistet.

Weitere umfangreiche Informationen zum Deutschen Sportabzeichen finden Sie hier.