Infothek Waffenrecht

Diskussion bleihaltiger Munition in der Jagd

12.12.2012 16:54

Wie bereits Anfang November im Newsletter Waffenrecht gemeldet, wurde eine Entscheidung über bleihaltige Jagdmunition bislang noch nicht gefällt. Zunächst sollten die Ergebnisse der derzeit laufenden Projekte „Lebensmittelsicherheit von jagdlich gewonnenem Wildbret“ und „Untersuchungen zur Tötungswirkung bleifreier Geschosse“ abgewartet werden. Nach einem kürzlich ausgestrahlten Beitrag des ZDF-Magazins "Frontal 21" sowie den nun vorliegenden vorläufigen Ergebnissen zur Tötungswirkung von Jagdmunition wurden sowohl vom Deutschen Jagdschutzverband wie auch von der Sprecherin für Ländliche Entwicklung und für Waldpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, MdB Cornelia Behm, Stellungnahmen veröffentlicht.

So unterstrich der Deutsche Jagdschutzverband im Blick auf den Fernsehbeitrag von "Frontal 21": "Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) hat im Rahmen der Recherchen [hierzu, Anm. d. Red.] Informationen geliefert: Für den Verband zählen Fakten und eine wissensbasierte Entscheidung der Politik. Die Vorschau zur Sendung lässt jedoch Zweifel aufkommen, ob die Medienmacher objektiv berichten. Der DJV hat ein Frage-Antwort-Dokument
zusammengestellt, das die wichtigsten Hintergründe zum Thema erläutert." Diese Zusammenstellung zum Thema Bleimunition bei der Jagd kann unter diesem Link abgerufen werden.

Im Blick auf den Einsatz bleihaltiger bzw. bleifreier Munition hielt der Jagdschutzverband am 27.11.2012 fest: "Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums sowie Wissenschaftler haben heute beim Deutschen Jagdschutzverband (DJV) die vorläufigen Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Tötungswirkung von Büchsenmunition vorgestellt. Nach der Auswertung von insgesamt über 11.000 Abschuss- und Laborberichten zeigt sich: Entscheidend für die tierschutzgerechte Tötungswirkung eines Geschosses ist dessen Wirksamkeit. Die kritische Grenzgeschwindigkeit des jeweiligen Geschosses bestimmt dabei die maximale Einsatzentfernung – und zwar unabhängig vom verwendeten Material." Diese Pressemitteilung ist auf der DJV-Internetseite in voller Länge einsehbar.

Demgegenüber forderte MdB Cornelia Behm, Sprecherin für Ländliche Entwicklung und für Waldpolitik der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, in einer Presseaussendung: "Das lang erwartete Ergebnis des Forschungsprojektes zur Tötungswirkung von Büchsenmunition ist offenbar eindeutig: Es wurde nach über 11.000 Abschuss- und Laborberichten kein Unterschied zwischen bleihaltiger und bleifreier Munition festgestellt. Damit ist der seit langem geforderte Nachweis, dass die Tötungswirkung bleifreier Munition im Vergleich zu der bleihaltiger Munition aus Tierschutzsicht ausreichend stark ist, erbracht. Damit müsste nunmehr der Weg für das Verbot bleihaltiger Jagdmunition
frei sein" Diese Mitteilung finden Sie auf der Internetseite der Abgeordneten unter diesem Link.