Deutsche Meisterschaften
DM Auflage Hannover: Neue Deutsche Meister und ein besonderes Highlight
Sie sind gekürt. Die neuen Deutschen Meister Auflage in Hannover (1. bis 4. Oktober). Knapp 1.600 Teilnehmende lieferten sich enge Wettkämpfe und wussten mit ihren Leistungen bei besten Bedingungen zu überzeugen.

Eine von ihnen, mal wieder: Judith Billharz. Die Schützin vom SV St. Georgen i. Brsg 1911 gewann bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften Auflage in Hannover in der Klasse der Seniorinnen II neben der Silbermedaille 50m KK-Gewehr Auflage (313,1 Ringe und nur 0,1 Ringe Rückstand auf die Erstplatzierte), Gold in der Disziplin 100m KK-Gewehr Auflage mit überragenden 319,2 Ringen und 1,9 Ringen Vorsprung gegenüber der Zweitplatzierten. Die Silbermedaille auf 100 Meter sicherte sich Andrea Höterhoff mit 317,3 Ringen von der Balker SGes 07, Bronze ging an Ellen Seelbach mit 317,2 Ringen.
Peter Dippel, der sich ebenso wie Billharz in der Disziplin 100m KK-Gewehr Auflage bei den Senioren I die Goldmedaille sicherte, äußerte sich nach dem Wettkampf am Mikro: "Ich fühle mich richtig, richtig geil! Das muss man feiern!" Zufrieden kann Dippel mit seinem ersten Deutschen Meistertitel im Einzel sein, denn mit 317,3 Ringen konnte er die Konkurrenz rund um Oliver Maier (317,1 Ringe) und Jörg Niehüser (316,7 Ringe) auf die Plätze Zwei und Drei verdrängen. Auf die 50m Disziplin sicherte sich Dippel am Folgetag den fünften Platz. Gold ging mit starken 314,2 Ringen an Michael Koch von der SGi 1863 Kuppenheim, Silber gewann Pierre Stumpf von der Kgl. Priv. FSG Weilheim mit 312,9 Ringen. Jörg Niehüser gewann wie zuvor auf die 100m Distanz Bronze mit 312,9 Ringen und bescherte somit der DSC Wanne-Eickel Schießsport eine weitere Medaille.
Bei besten Bedingungen gewann Rose-Marie Dohmeyer vom VfF Hannover v. 1862 bei den Seniorinnen V in der Disziplin 100m KK-Gewehr Auflage die Goldmedaille. "Ich habe ein Traumergebnis für mich geschafft!" Die noch 78-Jährige war sichtlich stolz auf ihre 316,1 Ringe, die die Konkurrenz Waltraud Mandler (315,9 Ringe) und Gisela Grossmann-Mast (314,5 Ringe und Vorjahressiegerin) hinter sich ließ. Und so krönte sich Dohmeyer zum vierten Mal zur Deutschen Meisterin, die unterstrich "der Stand ist super, da schießt man natürlich gerne!"
Einer der anscheinend ebenfalls gerne auf dem Stand in Hannover schießt und das auch noch sehr gut ist Markus Blass. 298 Ringe auf 25 Meter mit der Sportpistole Auflage bei den Senioren II standen am Ende bei dem Schützen des SV St. Hub. Fraulautern zu Buche. Und damit zwei Ringe mehr als sein Konkurrent Valerius Rack von der SG 1868 Bad Berneck und fünf Ringe mehr als der Bronzemedaillengewinner Peter Küchenbecker von dem SV Klecken 1924. Angesprochen auf die Anzahl seiner Meistertitel kommt Blass ins Grübeln. "Mit der Mannschaft bestimmt 15 oder 16 Titel." Blass, der in allen Disziplinen (Luftpistole, Freie Pistole und Sportpistole) an den Stand geht meint: "Hannover ist immer ein Highlight! Ich schieße sehr gerne hier!"
Und auch mit der Luftpistole Auflage wusste Blass zu überzeugen. Mit 310,5 Ringen und damit 0,6 Ringe von Valerius Rack, sicherte Blass sich eine weitere Goldmedaille. Bei der Freien Pistole Auflage wechselten die Rack und Blass die Plätze. Mit 293 Ringen gewann Blass die Silbermedaille, Gold ging mit 294 Ringen an Valerius Rack von der SG 1868 Bad Berneck.
Ein ganz besonderes Highlight bot sich bei den Deutschen Meisterschaften Auflage 2026 in Hannover. Mit stolzen 92 Jahren ging Manfred Rapp von der SGes Göppingen bei den Senioren VI mit der Luftpistole Auflage an den Start (Platz 23 mit 231,9 Ringen). Der Schütze, der schon 1966 bei den Weltmeisterschaften im Schießsport in Wiesbaden als Mitarbeiter dabei war, verrät im Interview, dass er seit 70 Jahren aktiver Schütze ist und somit auch zum 70. Mal die Kreismeisterschaften mitgeschossen hat. "Ich habe eine schöne Urkunde, auf die ich sehr stolz bin vom Kreis Stauferland und eine wunderbare Laudatio bekommen." Angesprochen wie oft er pro Woche trainiert, antwortet Rapp schmunzelnd: "Zumindest dreimal in der Woche und ich habe ihnen gesagt, dass ich nicht in die Apotheke gehe, sondern ins Schützenhaus."

