Deutsche Meisterschaften
DM Blasrohr Osterode: Festtage für Familie Liebenhagen
Es war ein Blasrohrsport-Fest in Osterode: Über 1.000 Schützinnen und Schützen kamen in Niedersachsen zusammen, um die Deutsche Meisterschaft auszutragen und die 20 Titel zu vergeben. Dabei sorgte Familie Liebenhagen von der SGes Kreiensen für eine absolute Besonderheit. Parallel dazu wurde in Bassum die nähere Zukunft der Blasrohrsport-DM beschlossen.

Denn Mutter Kathrin (Damen II), Tochter Luna (Jugend weiblich) und Sohn Lukas (Junioren) standen in ihren Altersklassen jeweils ganz oben auf dem Treppchen. Kathrin Liebenhagen dominierte,siegte mit bärenstarken 596 Ringen und einem Vorsprung von acht Ringen. Luna Liebenhagen wollte ihrer Mutter nicht nachstehen und drehte nervenstark in den letzten zwei Passen das Ergebnis zu ihren Gunsten. 585 Ringe bedeuteten Rang eins vor Jarla Wiltzsch (SV Gersdorf) und Jule Löffler (Hubertus Tapfheim), die bis zur letzten Passe in Führung lagen. Lukas Liebenhagen schoss sehr konstante Passen – zehn à sechs Schuss hatte jeder zu bewältigen – und avancierte mit 593 Ringen zum Deutschen Meister bei den Junioren. Doch damit nicht genug der Familien-Freude, denn Carsten Kunert, Freund von Mutter Kathrin, sorgte mit sensationellen 599 Ringen in der Herren III-Klasse für das beste Ergebnis der DM und rundete das Familien-Glück ab. Diese Leistung war aber auch absolut erforderlich, denn das Trio hinter ihm wies ebenfalls unglaubliche 598 Ringe auf. Da hielt sich Claus-Dieter Engelhardt, Vater von Kathrin und Opa von Luna und Lukas sowie 2. Vorsitzender der SG Kreiensen, als 18. In der Herren V-Klasse gerne zurück: „Ich war am nervösesten von uns allen und habe meinen anderen Familienmitgliedern den Erfolg gegönnt.“ In Kreiensen nahm der Blasrohrsport „so richtig nach der Corona-Pandemie Fahrt auf. Viele Vereinsmitglieder wurden reaktiviert, junge Leute motiviert“, so Engelhardt. Mit 22 Startern war der niedersächsische Verein dementsprechend stark vertreten in Osterode und Opa Engelhardt wollte eines festhalten: „Sie haben gewonnen, weil sie sehr gut waren und nicht weil die Konkurrenz schwach war.“
Neben Familie Liebenhagen standen natürlich auch andere Sportlerinnen und Sportler im Fokus. So beispielsweise Laura Henkel (SV Eichenlaub Martinshöhe), die in der Schülerinnen II-Klasse (11-12 Jahre) mit neun Ringen den größten Vorsprung aller Titelträger aufwies. Oder Jan Bielk (SSG Röttenbach), der in der Herren I-Klasse in der zweiten Hälfte des Wettkampfes makellos blieb und sich mit 595 Ringen den Titel sicherte. Oder Emily Bogner (Schülerinnen III) und Emilia Loidl (Juniorinnen, beide SV Loderbach), die starke Puste bewiesen und sich die jeweilige Goldmedaille erst auf der Zielgerade in der letzten Serie sicherten. Neben der SGes Kreiensen mit vier Titeln avancierte der SV Loderbach mit drei Siegen zum zweiterfolgreichsten Verein der DM.
Die Deutschen Meister in der Übersicht
Schüler I m: Valentin Schäfer (Spessartschütz Vormwald)
Schüler I w: Adelina Krasniqi (Hubertus Tapfheim) 592 (+7) mit 3 60er angeschossen
Schüler II m: Dominik Zeller (SV Grünsb.-Weinhof)
Schüler II w: Laura Henkel (SV Eichenlaub Martinshöhe) 573 + 9
Schüler III m: Moritz Krieger (KKS Stein a.K.)
Schüler III w: Emily Bogner (SV Loderbach) – letzte Passe zum Sieg
Jugend m: Vitaly Brunsch (SGi Reichartshausen)
Jugend w: Luna Liebenhagen (SGes Kreiensen) – letzte zwei Passen zum Sieg
Junioren: Lukas Liebenhagen (SGes Kreiensen)
Juniorinnen: Emilia Loidl (SV Loderbach) – letzte zwei Passen zum Sieg
Damen I: Jasmin Kerschensteiner (SV Loderbach)
Damen II: Kathrin Liebenhagen (SGes Kreiensen) 596 (+8)
Damen III: Sandra Merl (SG 1865 Nittenau)
Damen IV: Alexandra Upright (SV Grünsb.-Weinhof)
Damen V: Ursula Brüggemann (SK Gespe u. Umg.)
Herren I: Jan Bielk (SSG Röttenbach) – bärenstarker Schlussspurt mit 300 (595)
Herren II: Patrick Lumpe (Kgl.priv.SG Münnerstadt) 596
Herren III: Carsten Kunert (SGes Kreiensen) 599 (6. Serie „nur“ 59) – vor Trio mit 598
Herren IV: Manfred Treller (Schgruppe im SV Ellingstedt)
Herren V: Herbert Ossinger (Sgi Reichartshausen)

Deutsche Meisterschaften Blasrohr von 2027 bis 2029 in Beckum
Die Deutschen Meisterschaften im Blasrohrsport werden in den kommenden drei Jahren in Beckum ausgetragen. Mit der Unterzeichnung eines Dreijahresvertrags haben der Deutsche Schützenbund (DSB) und der Westfälische Schützenbund (WSB) die Weichen für die weitere Entwicklung der noch jungen und stark wachsenden Disziplin gestellt.
Zur Vertragsunterzeichnung trafen sich am Sonntag die Führungsspitzen beider Verbände in Bassum. Die DSB-Vizepräsidenten Volker Kächele (Sport) und Gerd Hamm (Finanzen) besiegelten die Zusammenarbeit gemeinsam mit dem Präsidenten des Westfälischen Schützenbundes, Dr. Maik Hollmann, und dessen Vizepräsidenten Finanzen und Recht, Jochen Willmann.
Der Zeitpunkt hätte kaum passender sein können: Am selben Tag ging in Osterode am Harz die diesjährige Deutsche Meisterschaft Blasrohr mit mehr als 1.000 Starts zu Ende. Die erfreuliche Entwicklung der Teilnehmerzahlen stellt zugleich steigende Anforderungen an die Wettkampfstätten und die Organisation der Meisterschaften.
Mit der Sporthalle des Berufskollegs Beckum steht künftig eine großzügige Wettkampfstätte zur Verfügung, die rund ein Drittel mehr Kapazität als bisher bietet. Eine große Aula schafft zusätzlichen Raum für Siegerehrungen, Aussteller und Begegnungen abseits der Wettkämpfe. Damit bietet der neue Standort beste Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum der Meisterschaften. Der Entscheidung für Beckum gingen eine umfassende Standortprüfung und mehrere Ortstermine voraus. Ausschlaggebend waren insbesondere die räumlichen Möglichkeiten und die damit verbundene langfristige Entwicklungsperspektive für die Meisterschaften. Die erste Deutsche Meisterschaft in Beckum findet vom 29. bis 31. Oktober 2027 statt. Weitere Austragungen folgen 2028 und 2029.
Veranstalter bleibt der Deutsche Schützenbund, der die sportfachliche Gesamtverantwortung trägt. Der Westfälische Schützenbund übernimmt als Ausrichter die organisatorische Verantwortung. Als örtlicher Ausrichter bringt sich die Schützengilde Sandkuhle aus Beckum in die Vorbereitung und Durchführung ein. Die Schützengilde ist selbst im Blasrohrsport aktiv und engagiert sich insbesondere in der Nachwuchsarbeit.
