Deutsche Meisterschaften
DM Bogenlaufen Bürstadt: Im Süden geht’s auch
Am 19./20. September 2026 wurde die diesjährige Deutsche Meisterschaft im Bogenlaufen in Bürstadt ausgetragen. Seit 2023 arbeiten der DSB und der DBSV im Rahmen der Disziplin Bogenlaufen zusammen. Während die Vorbereitung der Meisterschaft durch einen Arbeitskreis bestehend aus Vertretern beider Verbände wird die Durchführung federführend von einem Verband übernommen. Bei den ersten drei gemeinsamen Deutschen Meisterschaften war der DBSV verantwortlich für die Ausrichtung der Veranstaltung. In diesem Jahr übernahm der DSB zum ersten Mal diese Aufgabe.

Mit dem PBC Bürstadt konnte ein kompetenter Verein gefunden werden, welche schon Erfahrung in der Durchführung von größeren Veranstaltungen vorweisen kann. Damit war sowohl für den PBC Bürstadt als auch für den DSB die diesjährige Deutsche Meisterschaft eine Premiere. Das neue, großzügige Sportgelände mit angeschlossenem Bogenplatz und die beim PBC vorhandene Personaldecke wurde optimal genutzt. Sowohl der Schießbereich als auch die Laufstrecke waren so angeordnet, dass sie zum Großteil von den Zuschauern eingesehen werden konnten. Bedingt durch den mehrfach wechselnden Untergrund (von Rindenmulch bis Tartanbelag) war die Laufstrecke für die Teilnehmenden sehr herausfordernd und kräftezehrend. Im Schießbereich waren zwölf pfeilschonende Kunststoffscheiben aufgestellt und mit den jeweils erforderlichen Auflagen bestückt.
Zu einer guten Organisation gehört natürlich auch das richtige Wetter. Dies zeigte sich an beiden Tagen während der Wettkämpfe von seiner besten Seite. Erst am Ende der Siegerehrung am Sonntag fielen die ersten Tropfen – perfektes Timing.
Am ersten Tag wurden nach der Begrüßung die Wettkämpfe mit dem Standardbogen begonnen. Insgesamt sechs Läufe mit bis zu zwölf Startern waren notwendig, um die Besten jeder Altersklasse zu ermitteln. Als Abschluss des ersten Tages fanden zum ersten Mal bei einer Meisterschaft die Mixed-Staffeln statt. Insgesamt 17 Staffeln waren gemeldet, was beweist, dass dieses Wettkampfformat zukunftsfähig ist. Bedingt durch die kurze Laufstrecke und die schnelle Abfolge an Laufen und Schießen sowie die mehrfachen Wechsel ist dieser Wettbewerb für die Zuschauer besonders interessant.

Am zweiten Tag fanden vier Einzelläufe mit dem traditionellen Bogen statt. Auch diese waren fast immer mit der maximal möglichen Teilnehmerzahl bestückt. Zum Abschluss wurden die Staffelwettbewerbe ausgetragen. Insgesamt 15 Staffeln waren am Start und sorgten mit häufigen Positionswechseln nach dem Schießen und einem hohen Tempo auf den Laufstrecken für Spannung beim Publikum.
Noch ein paar Zahlen für die Statistik. Die 94 Teilnehmer absolvierten insgesamt 121 Starts bei den Einzelläufen. Bei den 17 Mixed-Staffeln waren 34 Teilnehmer und bei den 15 Staffeln noch einmal 45 Teilnehmer am Start. Die insgesamt 200 Starts (inkl. Staffeln) zeigen, dass die meisten mehr als ein Rennen absolviert haben. Bogenlaufen macht süchtig, sodass jede Veranstaltung genutzt wird, um möglichst oft seine Runden zu drehen und die Schießleistung unter Beweis zu stellen.
Bei den Bogenarten ist der traditionelle Bogen auf dem Vormarsch. Zum ersten Mal seit vier Jahren lag mit 63 Starts diese Bogenart vor dem Standardbogen mit 58 Starts. Der Trend geht anscheinend wieder zurück von Hightech zum „einfachen“ Bogenschießen.
Da es sich beim Bogenlaufen um eine sehr dynamische Sportart handelt und die Zuschauer meist aus den Vereinen der Teilnehmenden kommen, herrschte eine tolle Stimmung auf dem Platz. Diese wird durch eine laufende Moderation sowie Musikuntermalung noch weiter angeheizt. Jeder Zieleinlauf, auch der Letzte eines Rennens wird „gefeiert“.
Wie haben sich die Sieger des Vorjahres geschlagen, besonders diejenigen die in beiden Bogenklassen den Titel zu verteidigen hatten? Drei der vier Doppelgewinner des letzten Jahres schafften es auch in diesem Jahr sowohl mit dem Standardbogen als auch mit den traditionellen Bogen Meister zu werden. Jenny Kröcher vom SV Dallgow 47 (AK Damen), Udo Stark von BSSC Olympia e.V. (AK Ü50m) und Hans-Peter Strahl vom SV Briesen (AK Ü65m) waren auch in diesem Jahr nicht zu schlagen.
Spannung bis zum letzten Wettkampf, eine perfekte Vorbereitung und Umsetzung durch den PBC Bürstadt, der seine Helfer immer an den richtigen Stellen einzusetzen wusste und nicht zuletzt ein Publikum, das nicht hätte besser sein können. Der DSB hat zusammen mit dem PBC Bürstadt eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt hat, welche sich nicht hinter den seitherigen Meisterschaften zu verstecken braucht. Zudem wurde zum ersten Mal die Deutsche Meisterschaft im Bogenlaufen aus dem Berliner Raum nach Süden verlagert und war daher für Teilnehmer aus Süddeutschland attraktiver. Dies zeigt sich in der Teilnehmerzahl aus dem Bereich des DSB, die seit 2023 kontinuierlich wächst
Damit bleibt nur noch die Frage offen: Wann steigt die DM Bogenlaufen PBC Bürstadt 2.0?
