Deutsche Meisterschaften
DM Ordonnanzgewehr/Unterhebelrepetierer Hannover: 15 neue Meister gekürt
Bei der Deutschen Meisterschaft mit dem Ordonnanzgewehr & Unterhebelrepetierer in Hannover wurden am Wochenende 15 Titel vergeben – zwölf im Einzel und drei in Mannschaftswertungen. Dabei gab es Premierensieger, aber auch Schützen, die das Glücksgefühl des Sieges kennen.

Überglücklich zeigte sich Fabian Rupp (KKSV Auenheim). Denn der siegte bei seiner DM-Premiere in der Klasse Unterhebelrepetierer Damen/Herren I: „Es macht einfach Spaß! Zum ersten Mal Deutscher Meister bei der ersten Teilnahme.“ Dabei übernahm er nach der zweiten Stehendserie die Führung, die er danach kniend nicht mehr hergab und deutlich ausbaute. Sein Erfolgsrezept? „Ich war sehr nervös, meine Pumpe lief ordentlich. Ich lasse mich aber nicht ablenken und versuche, nicht zu denken. Mein früherer Trainer hat immer gesagt: Nicht an etwas anderes denken, sondern ein kleines Thema suchen, z.B. den Druckpunkt oder die Atmung - und dann wird das schon.“ Und das klappte, denn mit 375 Ringen hatte er am Ende sieben Ringe Vorsprung vor Jan Pöpperl (SV Edelweiß Jestädt).
Die Nervosität ist aber auch bei „alten Hasen“ vorhanden, wie Mesut Elmas (ASGes der Stadt Euskirchen) unumwunden zugibt: „Ich bin zum dritten Mal Deutscher Meister geworden, dennoch ist man immer noch nervös.“ Zumal das Wettkampfformat alles andere als Nerven beruhigend ist: „Man hat pro Serie nur 50 Sekunden Zeit, das setzt einen massiv unter Druck!“ Aber unter Druck entstehen Diamanten, sagt man so schön, und Elmas ist ein echter Könner mit seiner Unterhebel-Winchester: „Was damals vor 160 Jahren konzipiert worden ist und wie präzise diese Waffen funktionieren, fasziniert mich. Es kommt am Ende natürlich auf den Schützen an, deshalb bin ich so begeistert von dem Schießsport.“ In seiner Klasse, der Damen/Herren II, lag er am Ende mit 364 Ringen knapp vor seinem Teamkameraden Gregor Engbrecht (362).
Auch im Bereich Ordonnanzgewehr gab es ganz unterschiedliche Gewinner. Der 53-jährige Heiko Schmidt (SGi zu Jüterborg) beispielsweise feierte seinen Premieren-Titel – mit dem geschlossenen Visier in der Herren III-Klasse waren seine 345 Ringe unübertroffen. Zwei Faktoren waren dafür entscheidend: „Es war Glück dabei, ich habe aber auch viel trainiert.“ Den entscheidenden Vorteil vor dem Zweitplatzierten Andreas Scheulin (KKSV Dattingen) holte er sich mit der ersten Stehendserie (89 Ringe): „Nach der ersten Stehendserie habe ich gemerkt, dass es läuft!“

Dass es bei der DM läuft, ist für Sebastian Kienast (SGi zu Jüterborg) längst Gewohnheit: „Ich bin zum achten Mal Deutscher Meister geworden! Mein Nervenkostüm ist nach wie vor sehr angespannt“, kommentierte er seinen Erfolg mit dem Ordonnanzgewehr geschlossene Visierung bei den Herren I. Die Grundlage legte er dabei im Vorkampf, den er mit 361 Ringen und damit elf Ringen mehr als Markus Lankenau (SV Hahn 1904) beendete: „Das Hauptziel ist der Vorkampf. Wenn der gut ist, ist man mit sich selbst zufrieden. Man kann nicht davon ausgehen, dass die anderen im Finale versagen bzw. man dort aufholt.“ Denn die besten sechs Schützen absolvieren danach noch ein Finale, das an der Dominanz von Kienast jedoch nichts mehr änderte, Jochen Stoll (SGi Grüntal-Frutenhof) schob sich dort jedoch noch auf Platz zwei. Und auch wenn „mein Anspruch an die offene Visierung nicht so hoch ist“ (O-Ton Kienast), ließ der Brandenburger auch dort die Konkurrenz hinter sich, und das, obwohl er im Vorkampf nicht zu 100 Prozent mit seiner Leistung zufrieden war: „Liegend war in Ordnung (2x 92), stehend habe ich nicht so gut geschossen, wie ich es bei mir sehen möchte.“ In Summe von Vorkampf und Finale hatte er am Ende acht Ringe Vorsprung auf Marcel Hoffmann (KKSV Stebbach) und peilt im nächsten Jahr dann seinen zehnten Titel an.
Und auch Uwe Allmendinger (SGi Bartenbach) verließ als neuer Deutscher Meister den Stand, siegte er doch souverän mit der offenen Visierung in der Herren III-Klasse. Satte 15 Ringe Vorsprung (360) wies er am Ende vor Michael Kleiner (KKSV Stebbach) auf: „Ich bin sehr zufrieden! Schon nach der ersten Serie lief es gut, die zweite war super. Und auch stehend hatte ich zwei Zehner in der Probe, da wusste ich, es läuft.“ Und vielleicht war auch in bisschen Frust und Wut in diesem Wettkampf, denn tags zuvor hatte Allmendinger lediglich den 13. Platz belegt, weil ihm ein Missgeschick passiert war: „Ich habe auf die falsche Scheibe geschossen, deshalb wurden mir zehn Ringe abgezogen!“
Die Deutschen Meister in der Übersicht
KK-Unterhebelrepetierer Damen/Herren I: Fabian Rupp (KKSV Auenheim)
KK-Unterhebelrepetierer Damen/Herren II: Mesut Elmas (ASGes der Stadt Euskirchen)
KK-Unterhebelrepetierer Damen/Herren III: Rainer Hornbacher (DJK Hochzoll Sternschützen)
KK-Unterhebelrepetierer Damen/Herren IV: Helmut Stubenrauch (SGes Ebern 1430)
Ordonnanzgewehr geschl. Visier. Damen/Herren I: Sebastian Kienast (SGi zu Jüterborg)
Ordonnanzgewehr geschl. Visier. Damen/Herren II: Steffen Hentschel (Priv. SG zu Rochlitz 1456)
Ordonnanzgewehr geschl. Visier. Damen/Herren III: Heiko Schmidt (SGi zu Jüterborg)
Ordonnanzgewehr geschl. Visier. Damen/Herren IV: Matthias Meyer (St. Seb. SBr Villip)
Ordonnanzgewehr offene. Visier. Damen/Herren I: Sebastian Kienast (SGi zu Jüterborg)
Ordonnanzgewehr offene. Visier. Damen/Herren II: Felix Lehr (SV Lengfeld)
Ordonnanzgewehr offene. Visier. Damen/Herren III: Uwe Allmendinger (SGi Bartenbach)
Ordonnanzgewehr offene. Visier. Damen/Herren IV: Andreas Hentschel (Priv. SG zu Rochlitz 1456)
KK-Unterhebelrepetierer Damen/Herren I Mannschaftswertung: ASGes der Stadt Euskirchen
Ordonnanzgewehr geschl. Visier. Damen/Herren I: St. Seb. SBr Villip
Ordonnanzgewehr offene. Visier. Damen/Herren I: KKSV Stebbach
