International

Doppeltrapschützen ohne Finalchance

31.07.2006 00:00

Auf der Wurfscheibenanlage Luze – etwa 20 Kilometer außerhalb von Zagreb (Kroatien) – konnten sich die deutschen Doppeltrapschützen heute nicht in die Finalränge hineinschießen. Waldemar Schanz (Wiesbaden/Foto), Stefan Ommert (Ludwigshafen) und Andreas Löw (Weinberg) belegten bei tropischer Hitze Plätze im Mittelfeld.

 

Der Olympiasechste von Athen 2004, Waldemar Schanz, begann seinen Wettkampf mit einer 42er-Runde, ließ mit einer weiteren 42er-Serie den Abstand zur Spitze abreißen und beendete den Wettkampf mit einer 40er-Serie, wobei vor allem gegen Ende des Wettkampfs. Insgesamt standen damit 124 Treffer für ihn zu Buche, die den 42. Platz bedeuteten.

„Ich war heute zwar angespannt, aber in keiner Weise nervös, dafür bin ich schon zu lange im internationalen Geschäft. Es fing in der ersten Runde noch gut für mich an, aber zum Ende wurde es immer schlechter und ich habe zu viele Scheiben in der zweiten Hälfte nicht getroffen. Man kommt dann gedanklich in ein Tal, versucht sich immer wieder vor jeder Dublette zu motivieren, aber es klappt nicht.

Wenn ich mir diese Saison betrachte, kann ich nur für mich feststellen, dass ich es einfach nicht mit Gewalt erzwingen kann. Ich versuche mein absolut Bestes, aber im Wettkampf fehlt dann das gewisse Quäntchen. Ich versuche die Rahmenbedingungen optimal zu gestalten, bringe mich konditionell in Topform, aber die Garantie, dass man dann auch alle Scheiben trifft, gibt es nicht. Meine Voraussetzungen stimmen und ich kann einfach nicht nachvollziehen, woran es liegt, dass mir am Ende ein paar Treffer fehlen.“

„Waldemar machte im Training einen sehr guten Eindruck. Er hatte Ergebnisse von 136 Treffer und ich war verhalten optimistisch auf diesen Wettkampf. Doch heute konnte er die Trainingsleistungen nicht im entferntesten umsetzen und blieb weit unter seinen Möglichkeiten“, die Analyse von Bundestrainer Wilhelm Metelmann zur Vorstellung des 37-jährigen Wiesbadeners.

Stefan Ommert (Foto) war innerhalb des DSB-Trios mit 131 Treffern in Zagreb der erfolgreichste Schütze auf Rang 28. Nach einer guten 46er-Serie folgten ein 44er- und ein 41er-Durchgang. Andreas Löw eröffnet mit 43 Treffern, kam über eine weitere 43er-Serie und eine 41er-Runde mit insgesamt 127 Treffern auf den 37. Platz.

Das Eintrittsresultat für das Finale der besten Sechs lag bei 140 Treffern.

In der Endrunde kämpfte sich der Sechstplatzierte nach dem Vorkampf, Witali Fokejew (Russland/190 Treffer), an die Spitze und wurde Weltmeister. Die Silbermedaille ging an Binyuan Hu (China/189 Treffer) und Roland Gerebics (Ungarn/187 Treffer) gewann die Bronzemedaille, die er sich nach einem mit 13:12 gewonnenen Stechen gegen Richard Faulds (Großbritannien/187 Treffer) sichern konnte.

Neuer Teamweltmeister wurde die USA (414 Treffer) vor China (414 Treffer) und Russland (403 Treffer). Die deutsche Mannschaft kam mit 382 Treffern auf den zehnten Rang.

Bundestrainer Wilhelm Metelmann war mit dem Abschneiden heute nicht zufrieden: „Das war heute eine deftige Niederlage, die ich so nicht erwarten konnte. Die Vorbereitung auf diese WM zeigte deutlich bessere Ergebnisse bei den Schützen. Zwischen 135 und 140 Treffer pro Runde waren die Regel und mit diesen Resultaten wären wir direkt hinter der internationalen Spitze gewesen.

Für eine exakte Analyse ist es jetzt so kurz nach dem Wettkampf zu früh. Wir haben im technischen Bereich noch Reserven. Durch das schnelle Schießen werden zum Beispiel die Schüsse häufig überrissen. Wir werden jetzt das Finale aufzeichnen, sehen uns den Schießrhythmus der Weltspitze an und müssen dann die Lehren daraus ziehen.

Nun stehen die Vorbereitungen für die Europameisterschaften im slowenischen Maribor an und für diese Veranstaltung wollen wir noch einmal alle Reserven mobilisieren.“

Michael Goldbrunner (Geretsried) belegte bei den Junioren Rang 18 mit insgesamt 118 Treffern. Weltmeister wurde Mikail Leibo (Russland/131 Treffer) vor Ahmad Dhahi (Vereinigte Arabische Emirate/129 Treffer) und Simone Camerini (Italien/129 Treffer).

Mannschafts-Gold bei den Junioren geht an Russland (384 Treffer) vor Italien (382 Treffer) und den Schützen aus den USA (365 Treffer).

Die kompletten Resultate der Weltmeisterschaften 2006 in Zagreb finden Sie nach Abschluss der jeweiligen Wettkämpfe hier.