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Drei neue Ehrenmitglieder im Deutschen Schützenbund

30.04.2011 16:26

Mit Ute Krämer (Schützenverband Saar/Foto Mitte), Ernst Meissner (Norddeutscher Schützenbund/Foto 2.v.l.) und Klaus Seeger (Hessischer Schützenverband/Foto 2.v.r.) verfügt der Deutsche Schützenbund über drei neue Ehrenmitglieder. Die langjährigen ehrenamtlichen Funktionäre wurden anlässlich einer Feierstunde vor der Delegiertentagung beim 57. Deutschen Schützentag in Neubrandenburg mit der höchsten Ehrung des Verbandes ausgezeichnet.

 

Die Abgesandten der 20 Landesverbände erhoben sich von den Sitzen, als die drei neuen Ehrenmitglieder auf der Bühne im Jahnsportforum die Würdigungen aus den Händen von DSB-Präsident Josef Ambacher (Foto rechts) und dem 1. Vizepräsidenten des Deutschen Schützenbundes, Heinz-Helmut Fischer (Foto links), entgegennahmen.

Begonnen hatte die Veranstaltung mit dem Einmarsch der historischen Fahnen, die wie immer einen traditionsreichen Rahmen bildeten. Nach dem Willkommen durch den Präsidenten des Landesschützenverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Gerd Hamm, der zusammen mit seiner Geschäftsstelle dieses Ereinis perfekt organisiert hatte, begrüßte DSB-Präsident Ambacher die zahlreichen Ehrengäste.

Neubrandenburgs Oberbürgermeister Paul Krüger sprach als Hausherr das erste Grußwort: „Ich darf Sie heute in der größten Halle der Stadt begrüßen. Wir sind stolz, dass wir den 57. Deutschen Schützentag hier in unserer Stadt ausrichten dürfen. Ich hoffe, Sie hatten in den letzten Tagen die Gelegenheit, sich unsere schöne Stadt ein wenig anzuschauen und ich würde mich freuen, wenn Sie nach dem Schützentag vielleicht noch ein bisschen bei uns verweilen würden.“

Christoph Bergner, der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, stellte in seiner Rede die Besonderheit dieses Schützentages heraus: „Die Veranstaltung in Neubrandenburg ist geprägt durch das 150-jährige Jubiläum Ihres Verbandes. Sie kommen aus Schützenvereinen in ganz Deutschland. Gerade die Schützenvereine zeigen immer wieder, wozu Sportvereine im Allgemeinen fähig sind. Sie geben den Menschen Halt, Orientierung und Betätigungsfelder und stützen damit nachdrücklich unsere demokratische Zivilgesellschaft.“

Tom Dielen, der belgische Generalsekretär des Internationalen Bogensportverbandes (FITA), betonte in seiner auf deutsch gehaltenen Ansprache die Bedeutung des Deutschen Schützenbundes für die FITA und gab seiner Freude Ausdruck, dass gerade der Bogensport eine so wichtige Rolle im neuen Konzept zur Mitgliedergewinnung spielt.

Christa Thiel, die Vizepräsidentin Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes, unterstrich in ihrem Grußwort die Besonderheit des DSB, einerseits ein Jahrhunderte alter Verband mit großer Tradition zu sein, andererseits ein moderner Leistungssportverband mit herausragenden Erfolgen bei großen internationalen Wettkämpfen wie Olympische Spiele und Weltmeisterschaften.

Geehrt wurden mit dem Protektorabzeichen in Gold: Renate Koch, Marga Schmitt, Rudi Caspari, Thilo Distler, Erich Eisensteck und Gerhard Furnier. Das Goldene Eichenblatt der Jugend erhielt Günter Salm. Mit dem Goldenen Ehrenring des Deutschen Schützenbundes wurden Peter Bleich, Hans Bösl, Otto Hemberger, Jürgen Kohlheim, Herbert Stattnik, Karl-Heinz van Eisern und Harald Weber ausgezeichnet (Foto).

Zum Abschluss stellten Potsdams Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport, Iris Jana Magdowski, und der Präsident des Brandenburger Schützenbundes, Rainer Wickidal, die Brandenburgische Landeshauptstadt als nächsten Veranstaltungsort des 58. Deutschen Schützentages vor.

In der anschließenden Delegiertentagung sprach DSB-Präsident nicht nur über die Periode der vergangenen zwei Jahre zwischen den Schützentagen in Lübeck und Neubrandenburg, sondern blickte in der Rede, aus der hier zwei Auszüge wiedergegeben werden, auch in die Zukunft:

"In diesem Jahr jährt sich die Gründung unseres Deutschen Schützenbundes zum 150. Mal. Hinter uns liegt eine bewegte Schützengeschichte, vor uns hoffentlich eine gelingende Zukunft. Und heute begehen wir mit der Delegiertenversammlung im Jubiläumsjahr – da sind wir uns sicher einig – einen durchaus denkwürdigen Tag: Kein anderer Spitzensportverband kann auf eine derart lange, facettenreiche Geschichte seit 1861 zurückblicken, nur wenige andere Verbände haben so engagierte Mitglieder und so erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler in ihren Reihen.

Vergleichsweise bescheiden ist dagegen die Zeitspanne, die seit dem letzten Deutschen Schützentag in Travemünde vergangen ist. Da reden wir nicht in den Kategorien von Jahrzehnten und Jahrhunderten, wie es die Schützen eben gerne tun. Nein – das letzte Mal kamen wir in diesem Kreis vor zwei Jahren zusammen.

Doch die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in dieser Zeit sind auch am Deutschen Schützenbund, an seiner Tradition, seinem Sport und seinen Mitgliedern nicht spurlos vorüber gegangen. Der Deutsche Schützenbund hat – und da schließe ich mich ausdrücklich mit ein – sehr genau registriert, wie es den vielen engagierten Schützinnen und Schützen in ihren Vereinen in den vergangenen zwei, drei Jahren gegangen ist.

Eines, liebe Schützinnen und Schützen, steht fest: Ein beherztes „Weiter so!“ ist garantiert die falsche Antwort auf die vielen Herausforderungen, die vor uns liegen, damit unser Deutscher Schützenbund weitere 150 Jahre Bestand hat. Und eines sage ich deswegen auch ganz deutlich: Das Jubiläumsjahr mag bestimmt dazu einladen, Schlüsse aus der Geschichte zu ziehen, Rückblicke zu formulieren und Meilensteine hervorzuheben. All das hat sicherlich seinen Sinn und seine Berechtigung.

Doch ich rufe Sie heute auch dazu auf: Verwenden wir unsere Kraft, unsere Ideen und unsere Kreativität in erster Linie dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden, nämlich für die Zukunft unseres Verbandes. Setzen wir uns ein für neue Perspektiven und tragfähige Konzepte, die den Deutschen Schützenbund, seine Landesverbände und ihre zahlreichen Vereine weiterbringen und ihn auch zukünftig für möglichst viele Menschen in unserem Land interessant und attraktiv machen.

Und wenn ich sehe, mit welchem Einsatz in den verschiedenen Gremien des Deutschen Schützenbundes gearbeitet wird, wie viele Impulse aus den Landesverbänden und Vereinen kommen und auf wie viele qualifizierte Ehrenamtliche wir uns verlassen können, bin ich sehr stolz auf unseren Verband und seine Zukunftsfähigkeit.“

„Unterstützung und Hilfe sind zwei wichtige Stichworte, wenn ich an die Zukunft unseres Verbandes denke. Ich habe es eingangs schon erwähnt, die gesamtgesellschaftliche Akzeptanz unseres Sports und unserer Tradition ist in den vergangenen Jahren in erheblichem Maße in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Das ist ohne Frage ein Themenfeld, dem wir in den nächsten Jahren noch viel mehr Beachtung schenken müssen. Zugleich sage ich aber auch: Die ehrenamtlichen Leistungen unserer Mitglieder sind herausragend, das ist mir gerade in den vergangenen zwei Jahren mehr als positiv aufgefallen. Viel zu viele Vereine stellen ihr Licht noch immer zu Unrecht unter den Scheffel. Sie tun Gutes – aber reden nicht darüber.

Liebe Delegierte, jedes gesellschaftliche, soziale und kulturelle Engagement in den Vereinen hat es verdient, öffentlich vorgestellt zu werden. In einer Zeit, in der nicht selten die Ellenbogen regieren und der Egoismus auf gefährliche Art um sich greift, setzen die Schützinnen und Schützen mit ihren Leistungen einen respektablen Kontrapunkt. Innerhalb kurzer Zeit konnte der Deutsche Schützenbund schon 18 Schützenvereine und zahlreiche „Stille Stars“ auszeichnen, die im wahrsten Sinne des Wortes Schützenhilfe geleistet haben, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen und die immer wieder aufs Neue beweisen, dass der Deutsche Schützenbund eben doch mehr ist als „nur“ ein Sportverband unter vielen.“

Das komplette Redemanuskript finden Sie über diesen Link.

Die Delegierten aus den 20 Landesverbänden des Deutschen Schützenbundes spendeten lautstarken Beifall nach der Zielvorgabe von Vizepräsident Jonny Otten (Foto rechts), der als Vorsitzender des Arbeitskreises Mit-gliedergewinnung die Zahl von 1,5 Millionen bis zum Jahre 2018 anstrebt – ein ambitioniertes Verbandsziel. Zusammen mit der Direktorin der Führungsakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Gabriele Freytag (Foto links), stellte er die ersten Resultate der zurückliegenden Tagungen vor.

Vier Maßnahmen werden für die nahe Zukunft vorgeschlagen:

- ein erster bundesweiter „Tag der Schützenvereine“
- verstärkter Fokus auf den Bogensport in den Schützenvereinen
- verstärkter Einsatz des Lichtschießens bei dafür zu kreierenden Events
- Aktionen wie „Schützenhilfe“ und „Stille Stars“ sollen ausgeweitet werden

Für diese Maßnahmen soll den Vereinen professionelle Hilfe an die Hand gegeben werden. Durch Qualifikationen sollen speziell dafür ausgebildete „Vereinsberater“ die Schützenvereine bei ihren Maßnahmen begleiten und umfangreiches Informationsmaterial soll die Bemühungen unterstützen.

Nach rund zwei Stunden konnte DSB-Präsident Josef Ambacher die harmonische Sitzung schließen und lud die Delegierten zum Schützenummarsch durch Neubrandenburg ein.