Allgemeines
DSB: Japanische Delegation zu Gast im Bundesstützpunkt
Aktuell wird im Bundesstützpunkt in Wiesbaden viel englisch gesprochen und mit Händen gestikuliert. Das ist kein Zufall, denn 14 japanische Schützinnen und Schützen sowie vier Betreuer sind für eine Woche (8.-15. Februar) an der Lahnstraße zu Gast.

Wie kam es dazu, dass die Athleten aus Okinawa die weite Reise nach Wiesbaden angetreten haben? Trainerin Nagisa Nakamoto, die den Trip organisiert hat und Mitglied des japanischen Gewehr-Verbandes ist, erzählt: „Vor den Olympischen Spielen Tokio 2020 gab es die Idee, unsere Sportler durch internationale Trainer besser zu machen. Ich kam mit Astrid Harbeck (Leiterin der DSB-Schießsportschule, Anm. d. Red.) in Kontakt und habe sie gefragt - und sie kam 2016. Sie war phantastisch, weil der deutsche Weg ein ganz anderer ist als in Japan. Bei uns müssen die Athleten machen, machen, machen. Astrid sagte, warum etwas gemacht werden muss. Sie hat einfach alles erklärt.“ Harbeck kam noch ein zweites Mal (2018), nun erfolgt der Gegenbesuch.
Die Sportler sind Schüler und Studenten im Alter von 16 bis 23 Jahren - zum großen Teil Anfänger, zwei Schützen sind aber nah am Junioren-Nationalkader dran - und schießen allesamt Luftgewehr und Kleinkalibergewehr Dreistellung. Wobei vor allem letzteres genutzt wird, da dies in Japan aufgrund der strikten Waffengesetze schwierig ist. Trainiert und betreut werden sie in Wiesbaden von den erfahrenen Trainern Manfred Gohres (Kleinkaliber) und Nadine Volkert (Luftgewehr). Am Abend des 11. Februar gab es dann doch noch eine kleine Abwechselung: Die japanische Delegation griff zum Bogen und wurde von den DSB-Kaderathleten Regina Kellerer und Lilian Forkert angeleitet – beide Seiten hatten mächtig viel Spaß.
Von der Stadt haben die asiatischen Gäste bis auf einen Spaziergang noch nicht viel gesehen, da sie jeden Tag von 9.00 bis 17.00 Uhr dem Sport nachgehen und keine Zeit verschwenden wollen. Zumal alle von den Bedingungen begeistert sind: „Die Anlage ist unglaublich. Alles ist hier perfekt, man kann das Licht und die Konditionen verstellen, ich habe noch nie so ein Trainingscenter gesehen“, lobt Nakamoto. Und deshalb ist es wenig verwunderlich, dass der Besuch keine einmalige Angelegenheit sein soll, wenn es nach Nakamoto geht: „Ich würde mir wünschen, dass wir alle zwei Jahre nach Wiesbaden kommen, viele Trainer hatten für diese Reise bereits ihr Interesse bekundet.“

Und vielleicht entwickelt sich ja ein reger Austausch, in dem auch deutsche Athletinnen und Athleten zum Gegenbesuch antreten. An Astrid Harbeck und Nagisa Nkamoto soll es nicht scheitern: „Welcome! Das wäre phantastisch! Das Level der japanischen Junioren ist ziemlich niedrig, und solche Maßnahmen und das Wissen der anderen dienen dazu, das Niveau zu steigern!“
