Bundesliga

Elsen marschiert unaufhaltsam Richtung Heim-Finale

26.10.2010 11:31

Klasse gepaart mit besonderer Motivation macht den SV St. Hubertus Elsen derzeit zum unangefochtenen Dominator in der Bundesliga Luftgewehr Gruppe Nord. Als einziges Team stehen die Paderborner nach vier Wettkämpfen noch ohne Verlustpunkt da. Selbst der bisher härteste Konkurrent TuS Hilgert konnte die Paderborner nicht stoppen oder wenigstens gefährden. Die Rheinländer verloren in eigener Halle glatt mit 0:5.

Nur in der ersten Serie hielt das bis dahin ebenfalls noch verlustpunktfreie Team mit und führte sogar mit 4:1. Danach machte Elsen ernst und ließ dem Quintett des Gastgebers in der Schlussphase nicht die Spur einer Chance. Elsen blieb dominant und schlug auch am Sonntag mit der SG Hamm einen zweiten starken Verein, allerdings „nur“ mit 3:2. Doch die drei Zähler, gewonnen durch Dick Boschman, Nadine Schüller – die am Vortag ihre 24. Geburtstag feierte – und Eva Schmitz gingen allesamt glatt an das Team der Trainer Heinz Reinkemeier und Achim Veelmann. Keine Frage, beim Finale am 5. und 6. Februar in eigener Halle wollen die Elsener unbedingt aktiv dabei sein.

Hilgert bleibt aber ihr härtester Verfolger, nachdem das Team von Trainer Carsten Hees am Sonntag dem Post SV Düsseldorf die vierte Niederlage dieser Saison zugefügt hatte. Das eigentlich klare Ergebnis sieht nur auf dem Papier so deutlich aus. Düsseldorf schoss insgesamt drei Ringe mehr als Hilgert, Manuela Felix und Erich Schmul gewannen ihre Begegnungen nur mit einem Zähler Vorsprung. Doch Hilgert steuert trotzdem weiter klar Finalkurs.
Und Düsseldorf scheint dem Abstieg entgegen zu trudeln. Dem Team um Nationalschützin Jessica Mager bleibt in dieser Saison das Pech am Abzugsfinder kleben. Das 1:4 gegen Hilgert war unglücklich, das 2:3 am Vortag gegen Hamm ebenso, es bedeutete die dritte 2:3-Niederlage dieser Saison. Und welche Parallelität der Ereignisse: Auch gegen die Westfalen verloren zwei Düsseldorfer ihre Punkte nur mit einem Zähler Abstand – Peter Hellenbrand und Britta Kurth.

Für Hamm war damit die Pflicht erfüllt, die Kür gegen Elsen misslang einen Tag später. Doch die Westfalen besitzen nach dem Sieg vor etwa 300 Zuschauern in Höhr-Grenzhausen, darunter viele mitgereiste Elsener, alle Möglichkeiten, sich nach bisher 4:4-Punkten für das Finale zu qualifizieren.
Dabei werden sie sich wohl vor allem mit dem KKS Nordstemmen auseinander setzen müssen, denn die Niedersachsen liegen mit 4:4-Zählern punktgleich vor Hamm auf Platz vier. Vor eigener, etwa 150 Zuschauer starker Kulisse hatte Trainer Frank Pohl zum ersten Duell gegen Aufsteiger Deiringsen eine Überraschung aus dem Hut gezaubert. Neben dem Norwegen Ole Magnus Bakken setzte er mit der Israelin Ella Sternberg eine weitere Ausländerin ein – doch Sternberg ist auch im Besitz eines deutschen Passes, so dass Nordstemmen regelgerecht handelte.

Der SV Deiringsen wurde klar mit 5:0 in die Schranken verwiesen, doch am Sonntag erhielten die Hoffnungen des ehrgeizigen Klubs einen mächtigen Dämpfer. Der ABC Münster erwies sich bei seinem 4:1-Sieg als zu stark. Gleich in der Anfangsphase sorgten die als Schnellschützen bekannten Westfalen für ihre Führung und schüchterten Nordstemmen ein. Die Mannschaft von Ekkehard Linn blieb bis zum Ende auf Kurs und gewann die Einzelpunkte glatt.

Es war ihr zweiter Sieg an diesem Wochenende, denn am Samstag hatte Münster den BSV Buer-Bülse in den tiefsten Abstiegsstrudel mit der dritten Niederlage der Gelsenkirchener im dritten Match geschickt. Schon in diesem Match siegte Münster mit 4:1, hatte dabei ein wenig Glück, weil die Siege von Karin Schade und Pirkko Endler mit einem Ring Vorsprung denkbar knapp ausfielen.

Der zweimalige Bundesligameister Buer-Bülse warf nach der Niederlage den Rettungsanker. Vor dem im Abstiegskampf richtungweisenden Match gegen Deiringsen riefen die Veranwortlichen bei Danielle Lutke-Willink an, die sich ins Auto setzte und in der Nacht ankam. Sie ersetzte den formschwachen Fabian Niesmann an Position fünf, und der Joker stach. Lutke-Willink gewann ihren Punkt mit 386:384 gegen Kerstin Appelbaum, Buer-Bülse siegte insgesamt mit 4:1, fuhr die ersten Punkte ein und steht, punktgleich mit den auf sieben platzierten Deiringsern, auf dem sechsten Platz. Ganz unten rangiert punktlos Düsseldorf, doch dieses Team hat noch niemand in der Nordliga abgeschrieben.

  

Bericht: Harald Strier