International

Europameistertitel für Mannschaft Laufende Scheibe

27.03.2004 00:00

Der amtierende Weltmeister Deutschland hat auch den Europameisterschaftstitel des Jahres 2004 gewonnen. In der Besetzung Michael Jakosits (Homburg/Foto links), Manfred Kurzer (Frankfurt/Oder/Foto rechts) und Marko Schulze (Neufahrn/Foto Mitte) siegte das Team des Deutschen Schützenbundes durch die bessere letzte Serie vor der Ukraine und holte sich damit die Goldmedaille. Beide Mannschaften erzielten 1720 Ringe. Dahinter auf Rang drei die Tschechische Republik mit 1719 Ringen.

 

Im Einzelwettbewerb ging Michael Jakosits mit 582 Zählern ringgleich mit dem Vorkampfzweiten Alexander Blinow (Russland), aber fünf Ringe hinter Jozsef Sike (Ungarn), als Dritter ins Finale. Es war die erwartet spannende Endrunde zwischen drei Weltklasseschützen. Michael Jakosits hatte eine starke Anfangsphase und konnte sehr schnell Blinow hinter sich lassen und den Vorsprung von Sike verkürzen.
 
Nach dem vierten von zehn Finalschüssen betrug die Differenz auf Sike nur noch 2,1 Ringe, nach der Hälfte des Finales sogar nur noch 1,0 Ringe und nach dem siebten Schuss waren es nur noch ganze 0,8 Ringe Differenz. Im vorletzten Schuss jedoch wurden alle Hoffnungen auf den Sieg jedoch durch eine 8,1 zunichte gemacht und am Ende konnte sich auch Blinow noch an dem Saarländer verbeischieben.
 
Mit 684,0 Ringen gewann Jozsef Sike diesen Wettbewerb vor Alexander Blinow mit 681,4 und nur ganz knapp dahinter der Olympiasieger von Barcelona 1992, Michael Jakosits, für den auf der Anzeigetafel 681,2 Ringe aufleuchteten.
 
Marko Schulze belegte mit 575 Ringen Platz 10 und zog folgendes Wettkampffazit: „Mir macht noch ein wenig der Rücken zu schaffen, da bin ich noch etwas gehandicapt, aber das soll keine Entschuldigung sein. Heute habe ich den Anfang mit einer 91-er-Serie voll verpatzt, dann aber zum Schluss schwer gezaubert. Da war es dann gar nicht mehr Technik, sondern nur noch der Wille zur „10“ und das hat auch geklappt. Mehr als eine 100er-Serie zum Schluss kann man nicht erzielen.“
 
Zur Olympiaqualifikation zwischen Michael Jakosits und Marko Schulze gefragt, gab Bundestrainer Reinhard Rüger folgenden Stand zu Protokoll: „Dies hier ist der einzige Wettkampf, in dem es Bonuspunkte gibt. Für beide gibt es auf das Ergebnis aus dem Vorkampf von heute diese Bonuspunkte, die Platzierung zählt dann noch extra. Damit hat Michael seinen bisherigen Vorsprung vor Marko noch etwas ausgebaut. Aber die letzte Ausscheidung folgt während des Internationalen Wettkampfs der Junioren in Suhl und bei uns in der Laufenden Scheibe ist bis zum Ende immer noch alles möglich.“
 
Manfred Kurzer (Foto) kam mit 563 Ringen auf den 23. Platz. „Das war alles ein wenig viel in letzter Zeit. Erst der Weltcup in Bangkok, dann Sydney mit dem zweiten Weltcup, jetzt die Europameisterschaft. Ich habe immer noch ein wenig mit der Zeitumstellung zu kämpfen, das geht alles nicht spurlos an einem vorüber. Jetzt mache ich erst einmal ein wenig Pause und dann kommt auch die gewohnte Leistung wieder,“ kommentierte der Ex-Weltrekordler sein Abschneiden von heute.
 
Bronze gab es für die Junioren in der Formation Martin Jahn (Erfurt), Peter Willert (Elxleben) und Nils Poltermann (Kühnhausen). Mit 1671 Ringen lag das deutsche Trio nur einen Zähler hinter Russland, das mit 1672 Ringen die Silbermedaille gewann. Souverän wurde die Ukraine neuer Europameister mit 1692 Ringen.
 
Als Sechster mit 565 Ringen ging Martin Jahn ins Finale im Einzelwettbewerb. Mit einer Endrundenleistung von 97,3 Ringen und einem Gesamtergebnis von 662,3 Ringen verbesserte er sich auf den vierten Rang.
 
Peter Willert (Elxleben) zielte mit seinem 564 Ringen knapp am Finale vorbei und wurde Siebenter. Auf dem 17. Rang Nils Poltermann, der auf 542 Ringe kam. Es siegte Dimitri Romanow (Russland/671,3 Ringe) vor Pavlo Dubinskyy (Ukraine/666,8 Ringe) und Marek Cichos (Polen/665,0 Ringe).
 
Anne Weigel (Düren/Foto Mitte) sorgte bei den Juniorinnen für das herausragende Ergebnis aus deutscher Sicht und gewann mit 371 Ringen die Silbermedaille hinter der neuen Europameisterin Oksana Danilenko (Russland), die mit 373 Ringen den kontinentalen Titel für sich entscheiden konnte.
 
Anja Schumann (Torgau/Foto rechts) wurde mit 346 Ringen auf Platz 11 notiert und Christine Dossler (Ansbach/Foto links) kam bei ihrem ersten großen Einsatz im Team des Deutschen Schützenbundes mit 338 Ringen auf den 13. Platz. Das deutsche Nachwuchsteam konnte sich mit 1055 Ringen die Bronzemedaille sichern, hinter Russland, das mit 1095 Ringen einen neuen Juniorenweltrekord aufstellte, und der Ukraine, die mit 1069 Ringen die Silbermedaille in diesem Mannschaftswettbewerb gewann.
 
Bei den Damen war Silke Johannes mit 363 Ringen und dem 13. Rang beste deutsche Schützin. Daniela Faust kam mit 359 Ringen auf den 15. Platz und Elke Herkt (Suhl) belegte Rang 19 mit 347 Zählern. Das Team des Deutschen Schützenbundes wurde mit 1069 Ringen auf Rang fünf notiert. Es siegte die Ukraine (1131 Ringe) vor Russland (1108 Ringe) und Polen (1105 Ringe).