Jugend

Eva Friedel Europameisterin mit dem Sportgewehr

23.07.2004 00:00

Zum Schluss wurde es noch einmal spannend im Finale des Sportgewehrs bei den Juniorinnen, denn Eva Friedel (Mudau/Foto), die sich nach dem siebten von zehn Wettkampfschüssen in dieser Endrunde einen komfortablen 2,1 Ringe Vorsprung erarbeitet hatte, gab durch eine 8,8 im vorletzten Schuss noch einmal erheblich von ihrer Führung ab und lag nur noch einen Ring vor Anna Melanchenko (Russland).

 

Die Russin, die als Führende mit 579 Ringen nach dem Vorkampf in dieses Finale gegangen war, merkte, dass hier in diesem Wettbewerb noch nicht alles entschieden war und griff noch einmal an. Der letzte Schuss brachte dann aber doch die Entscheidung zugunsten der 20-jährigen Verwaltungsfachangestellten aus Deutschland. Eine 9,3 für Eva Friedel und eine 10,1 für Anna Melanchenko bedeuteten den ersten Titel für den Deutschen Schützenbund auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück.
 
Eva Friedel war mit 578 Ringen hinter Melanchenko und Adela Sykorova (Tschechische Republik), die ebenfalls 579 Ringe in der Qualifikation erzielen konnte, als Dritte in die Endrunde der besten Acht gegangen. Die Tschechin begann jedoch mit einer 9,2 und fiel damit so weit zurück, dass sie nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen konnte.
 
Die 99,8 Ringe im Finale und insgesamt 677,8 Ringe ergaben am Ende die Spitzenposition und die Goldmedaille für Eva Friedel vor Anna Melanchenko, die für 677,6 Ringe mit Silber belohnt wurde und auf Rang drei schließlich Kristina Vestveit (Norwegen), die mit 675,5 Ringen Bronze gewinnen konnte.
 
Anne Bielefeld (Schwerte) war als Achte mit 573 Ringen nach dem Vorkampf ebenfalls in das Finale gekommen und behielt diesen Platz auch am Ende nach 93,3 Ringen und insgesamt 666,3 Zählern. Jenny Müller (Bad Herrenalb) kam als dritte deutsche Schützin in diesem Wettbewerb mit 563 Ringen auf den 33. Platz.
 
Im Mannschaftswettbewerb gewannen die deutschen Juniorinnen in der Besetzung Eva Friedel, Anne Bielefeld und Jenny Müller die Silbermedaille mit 1714 Ringen hinter den Nachwuchsschützinnen aus der Schweiz, die mit 1717 Ringen neue Europameisterinnen wurden. Auf den dritten Rang kam die Tschechische Republik mit 1712 Ringen.
 
Nachwuchs-Bundestrainerin Claudia Kulla war vom Finale begeistert: „Das war ein außergewöhnliches Finale, was Eva da geschossen hat, phänomenal. Sie ist ganz stark in den ersten acht Schüssen gestartet und hat sich zum Ende des Wettkampfes regelrecht durchgebissen. Ich freue mich riesig für sie.“
 
Rund eine Stunde vorher behielt Christian Butz (Bad Schönborn/Foto) in einem ereignisarmen Finale des Liegendwettbewerbs, in dem es nur einem einzigen Platzierungswechsel gab, seinen dritten Platz aus der Qualifikation und gewann damit die erste Einzelmedaille für den Deutschen Schützenbund bei dieser Veranstaltung. Nach seinen 594 Ringen zeigte der junge Gewehrschütze aus Baden-Württemberg mit 103,5 Ringen in der Endrunde eine starke Leistung, hatte alle zehn Finalschüsse in der Zehn und konnte zwei Mal bis auf 0,1 Ringe an den vor ihm platzierten Juri Shcherbatsewich (Weißrussland) herankommen, der im Vorkampf mit 595 Zählern einen ganzen Ring vor Christian Butz lag.
 
Vor dem letzten und entscheidenden Schuss war diese kleinste Differenz auf der Anzeigetafel sichtbar. Fast gleichzeitig gaben die beiden Kontrahenten auf Silber und Bronze ihre Schüsse ab und zwei Mal leuchtete eine 10,1 auf. Damit blieb es mit insgesamt 697,5 Ringen bei Bronze für Christian Butz, während der Juri Shcherbatsewich mit 697,6 Ringen der Glücklichere war und Silber gewann. Nie in Gefahr dagegen die Spitzenposition. Ivan Gorkovets (Russland/700,5 Ringe) gewann diesen ersten Einzelwettkampf ganz souverän.
 
Henri Junghänel (Breuberg) war als zweiter deutscher Teilnehmer in diesem Finale vertreten und erreichte nach 591 Ringen im Vorkampf und einer Finalleistung von 102,7 mit insgesamt 693,7 Ringen den achten Platz. Damian Kontny (Baunatal) belegte nach dem Vorkampf mit 581 Ringen Platz 45.
 
In der Besetzung Christian Butz, Henri Junghänel und Damian Kontny belegte die Nachwuchsschützen des DSB mit 1766 Ringen den dritten Rang hinter Russland (1776 Ringe) und Polen (1769 Ringe).
 
In der Freien Pistole konnte kein Junior des DSB das Finale erreichen. Jan Brunner (Rheinfelden) war mit 536 Ringen und den 19. Platz bester deutscher Schütze in dieser Disziplin. Matthias Laufer (Alach) kam mit 528 Zählern auf Rang 24 und Tobias Steinberger (Traunstein) komplettierte das Trio mit 524 Ringen und Platz 32.
 
Europameister 2004 wurde Leonid Ekimow (Russland/653,2 Ringe) vor Damir Mikec (Serbien und Montenegro/644,0 Ringe) und Alexej Gnidschenko (Russland/643,0 Ringe). Russland (1649 Ringe) gewann die Mannschaftswertung vor Serbien und Montenegro (1642 Ringe) sowie der Ukraine (1621 Ringe). Das Team des Deutschen Schützenbundes belegte mit 1588 Ringen den sechsten Platz.
 
In der Sportpistole der Juniorinnen liegt Sandra Hornung (Döhlitz/Tamperlitz/Foto) auf Finalkurs. Nach dem ersten Halbprogramm heute liegt sie mit 284 Ringen auf dem siebten Platz. Jana Henschel (Heldrungen) und Martina Peter (Pötzmes) sind gemeinsam derzeit auf Rang 20 mit insgesamt 275 Ringen platziert. Morgen folgt das zweite Halbprogramm und das Finale.
 
Nach dem ersten Tag und dem Langsamlauf liegen die DSB-Junioren in der Laufenden Scheibe über 50 Meter nicht auf Medaillenrängen. Im Mannschaftswettkampf liegt das Team mit 861 Ringen und damit sieben Ringen Rückstand hinter Russland auf Platz vier. Es führt die Tschechische Republik mit 879 Ringen vor Polen, das auf 872 Zähler nach dem ersten Durchgang kam.
 
In der Einzelwertung liegt Martin Jahn (Erfurt) als bester Junior mit 291 Ringen auf Platz acht, Peter Willert folgt mit 288 Ringen auf dem 11. Platz und Nils Poltermann (Kuhnhausen) belegt mit 282 Zählern den 18. Rang. Ganz vorne Staffan Holmström (Finnland/298 Ringe) vor Tomas Caknakis (Tschechische Republik/295 Ringe) und Marek Cichos (Polen/294 Ringe). Morgen fallen mit dem Schnelllauf die Entscheidungen. In diesem nichtolympischen Wettbewerb wird kein Finale ausgetragen.
 
Damit sind alle Entscheidungen des heutigen Tages komplett.