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Georg von Opel in der „Hall of Fame des deutschen Sports“

30.04.2008 00:00

Zu den ersten 40 Persönlichkeiten, die in der „Hall of Fame des deutschen Sports“ Aufnahme finden werden, gehört auch der frühere Präsident des Deutschen Schützenbundes, Georg von Opel (1912 – 1971/Foto). Am 6. Mai 2008 wird diese Ehrenhalle im Berliner Deutschen Historischen Museum im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler feierlich gegründet.

 

Der Spross der berühmten Autodynastie gilt als einer der letzten Universalsportler, war Mitglied in 70 Vereinen und gehörte zwischen 1932 und 1953 zur Weltklasse im Rudern. Er errang weit über 100 Siege, vor allem als Skuller, und wurde in verschiedenen Bootsklassen Deutscher Meister oder Vizemeister, zuletzt 1953 mit dem „Flörsheimer Achter“.

Schon 1932 stand Georg von Opel in der engeren Wahl für die Olympiamannschaft und 1936 verlor er die letzte Vorausscheidung knapp gegen den späteren Olympiasieger Gustav Schäfer. 1932 und noch einmal 1953, als Einundvierzigjähriger, stand er im Finale der berühmten Henley-Regatta auf der Themse. Daneben betrieb er Boxen, Radfahren, Reiten und Tennis auf Leistungssportniveau und stellte mit dem Rennwagen und dem Motorrad Geschwindigkeitsrekorde auf.

Seit 1951 dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) angehörend, gründete er im gleichen Jahr zur Finanzierung der Olympiateilnahme 1952 in Helsinki die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG), deren erster Präsident er wurde, und 1967 zusammen mit Willi Daume und Josef Neckermann die Deutsche Sporthilfe. Seit 1966 war er Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Georg von Opel wurde 1957 auf dem Deutschen Schützentag in Dortmund zum Präsidenten des Deutschen Schützenbundes gewählt. Er hatte das Amt bis zu seinem Tod 1971 inne. Die Schwerpunkte seines Wirkens lagen vor allem in der Förderung des Nachwuchses für den Leistungssport und des Frauenschießsports. In seine Amtszeit fielen das 100-jährige Jubiläum des Deutschen Schützenbundes und das 22. Deutsche Bundesschießen 1961 in München, die Errichtung der Schießsportschule im gleichen Jahr und die Ausrichtung der 39. Schießsportweltmeisterschaften 1966 in Wiesbaden sowie die Vorbereitungen für die Schießwettbewerbe im Rahmen der Olympischen Spiele 1972 in München.

Die Hall of Fame soll „ein bleibendes Forum schaffen für Persönlichkeiten, die durch Leistung und Haltung Vorbild geworden sind: Sportlerinnen und Sportler unseres Landes, Trainer, Funktionsträger, Betreuer oder Mäzene, die ihren Erfolgswillen mit den Prinzipien des Sports in Einklang gebracht haben“, wie es im Leitgedanken heißt. Die Deutsche Sporthilfe hatte die Ehrenhalle im Jahr 2006 anlässlich der Verleihung der „Goldenen Sportpyramide“ ins Leben gerufen und bei dieser Gelegenheit alle bisherigen Preisträger sowie die einstigen Sportfunktionäre Willi Daume und Josef Neckermann als erste Mitglieder benannt.

Neben Georg von Opel werden in diesem Jahr posthum 28 zusätzliche Mitglieder in die Ruhmeshalle aufgenommen, vom Rudertrainer Karl Adam über den Rennfahrer Rudolf Caracciola und den Boxer Max Schmeling bis zur Fußballlegende Fritz Walter.

Die umfangreiche Broschüre "Hall of Fame des deutschen Sports" finden Sie hier.

In die einstweilen virtuelle Hall of Fame des Deutschen Sports werden jährlich drei weitere Mitglieder berufen. Das Vorschlagsrecht haben die Stiftung Deutsche Sporthilfe, der Deutsche Olympische Sportbund und der Verband der Sportjournalisten. Die Berufung kann auch posthum erfolgen.

Die Jury setzt sich zusammen aus den Vorsitzenden von Vorstand, Aufsichtsrat und Stiftungsrat der Stiftung Deutsche Sporthilfe, sowie den Mitgliedern des Stiftungsrats, Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Olympischen Sportbundes, der Politik sowie Persönlichkeiten weiterer Institutionen des Sports.

Bericht: Stefan Grus/Foto: DSB-Archiv