Bundesliga

Germania Prittlbach vor schwerem Auftaktprogramm

11.10.2006 00:00

In der ohnehin äußerst starken Südgruppe der Bundesliga Luftgewehr hat Germania Prittlbach am kommenden Wochenende ein schweres Auftaktprogramm. Der Vorjahresvierte muss zunächst am Samstag Abend gegen den gastgebenden Post SV Plattling, der sich mit dem amerikanischen Olympiasieger Matthew Emmons den spektakulärsten Neuzugang sicherte, und am Tag darauf gegen die HSG München antreten, die im letzten Februar im Kampf um den dritten Platz gegen Prittlbach mit 4:1 siegreich blieb.

 

Trotzdem müssen die Schützinnen und Schützen aus dem kleinen Örtchen vor den Toren Dachaus durchaus keine Angst vor großen Namen haben. Sie können sich auf die eigenen Stärken verlassen und die sind immer noch fokussiert auf den Namen Petra Horneber (Foto), der Silbermedaillengewinnerin mit dem Luftgewehr bei den Olympischen Spielen von Atlanta 1996.

Die 41-jährige Hausfrau erzielte beim letzten Vorbereitungswettkampf gegen den Ligakonkurrenten aus Waldkraiburg herausragende 398 Ringe und dürfte damit für so manchen Siegpunkt in der kommenden Saison für ihr Team gut sein.

Auch Bettina Pfeffermann – unter ihrem Mädchennamen Knells fachkundigen Anhängern als Olympiateilnehmerin bestens bekannt – zeigt sich derzeit in guter Form und überzeugte in der Vorbereitung mit 394 Ringen in der Partie gegen die zweite Mannschaft von Der Bund München, ebenso wie Erich Schallmair, Bernhard Oswald, Andreas Häusler und Claudia Keck, die in den Testwettkämpfen gute Leistungen zeigten.

Dazu kommt Annik Marguet (Foto) aus der Schweiz neu ins Team, die in diesem Jahr bei den Weltcups in Guangzhou (China) und Resende (Brasilien) im Finale stand. „Annik wird uns wahrscheinlich aber nur ein oder zwei Mal zur Verfügung stehen, da es ihr Zeitplan nicht anders zulässt“, so Trainer Ralf Horneber zu seinem Neuzugang, „aber wir haben mit ihr auf jeden Fall eine taktische Option. Ansonsten ist sie mit der Nationalmannschaft der Schweiz im Einsatz. Sollten wir allerdings das Finale im kommenden Februar erreichen, würde sie uns dort wahrscheinlich eine große Hilfe sein.

Ansonsten ist unsere Mannschaft aus der vergangenen Saison zusammen geblieben. Wir haben Wert darauf gelegt, dass wir junge Talente an unsere zweite Mannschaft binden, die wir dann zu einem späteren Zeitpunkt ins erste Team nachziehen können. Das ist für uns ein wichtiger Wechsel auf die Zukunft.

Wir sind ein kleiner Verein mit begrenzten Mitteln, daher können wir uns keine finanziell aufwendigen Einkäufe leisten. Wir gehen dementsprechend den Weg über den eigenen Nachwuchs. Wir hatten vor zwei Jahren schon einmal einen solchen Umbruch, als wir zum Beispiel Christoph Schwaiger und Wolfram Waibel ersetzen mussten und haben die Abgänge mit Claudia Keck, Bernhard Oswald und Andreas Häusler auch gut kompensiert.

Auch meine Frau Petra und Bettina Pfeffermann werden ja nicht ewig in der ersten Mannschaft schießen können, daher benötigen wir unseren guten Nachwuchs, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein.

In diesem Jahr wird es für uns sehr schwer, die Endrunde zu erreichen, denn andere Vereine haben sich wie zum Beispiel Plattling mit Olympiasieger Emmons enorm verstärkt. Sie waren in der vergangenen Saison noch auf Position fünf recht schwach besetzt und haben jetzt eine durchweg ausgeglichene, starke Mannschaft.

Der Bund München ist traditionsgemäß super besetzt, sie haben mit Mario Knögler noch einmal das Leistungsniveau gestärkt und Sylvia Aumann hat in diesem Jahr eine tolle Entwicklung auch international gezeigt, dazu noch Norbert Ettner – ein wirkliches Klasseteam.

Dazu die Verstärkungen bei Waldkraiburg, die sich mit Steffi Bauer und Sabrina Bär nun erheblich mehr ausrechnen können, als in der letzten Saison, wo sie wie Plattling an Position fünf etwas schwächer besetzt waren.

Natürlich brauchen wir uns keinesfalls verstecken, andererseits müssen wir auch nach unten hin aufpassen. Wenn es in dieser Gruppe einmal nicht so läuft, kommt man schnell in die Gefahr gegen den Abstieg kämpfen zu müssen. Das geht im Süden schneller als man denkt. Ich wage zumindest keine Prognosen auf den Ausgang, dazu ist die Ausgeglichenheit zwischen den Mannschaften einfach zu groß.“

Schon die ersten Partien gegen Post SV Plattling und die HSG München werden die Leistungsfähigkeit des Vorjahresvierten auf eine ganz harte Probe stellen.

Die kompletten Ergebnisse der Bundesliga Luftgewehr Gruppe Süd finden Sie hier.

Foto Marguet: ISSF