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Gesamtvorstand beschließt Verhandlungen zur Aufnahme von DSV und DBS

17.05.2004 00:00

Der Gesamtvorstand des DSB hat anlässlich seiner Tagung während des 53. Deutschen Schützentages in Coburg Verhandlungen zur Aufnahme des Deutschen Skiverbandes (DSV) und des Deutschen Behinderten-Sportverbandes (DBS) in den Deutschen Schützenbund als so genannte Besondere Mitglieder zugestimmt. Notwendig wurde dies durch die neue Waffengesetzgebung. Beide Verbände wollen ihre Interessen in waffenrechtlich relevanten Fragen gegenüber politischen Institutionen durch den Deutschen Schützenbund vertreten lassen.

 

Mit zwei Gegenstimmen wird die European Rifle Association (ERA), die schon bisher als „Besonderes Mitglied“ dem DSB angehört hatte, auch weiterhin diesen Status nutzen können.
 
Änderungen in der Sport- sowie in der Ligaordnung wurden durch das nach der Delegiertenversammlung höchste Gremium des viertgrößten Spitzensportverbandes in Deutschland positiv beschieden.
 
DSB-Präsident Josef Ambacher bestätigte die Absicht, sich für die Aufwertung des Ältestenschießens zu einer Deutschen Seniorenmeisterschaft einzusetzen, „denn gerade viele Senioren kommen derzeit wieder in die Vereine zurück, weil sie zum Beispiel durch das Auflageschießen noch hervorragende Ergebnisse erzielen und weil sie einfach Spaß haben, sich im Verein mit anderen Gleichaltrigen zu messen.“
 
Josef Ambacher bestätigte aber auch den Wunsch, die Vielzahl der Deutschen Meistertitel im DSB zu reduzieren. Bundessportleiter Heinz Hütter dazu: „Derzeit gibt es im Deutschen Schützenbund 320 Einzel- und Mannschaftstitel. Dies ist eindeutig zuviel.“
 
Auch der Haushalt 2004 tritt, wie von Schatzmeister Gerhard Quast vorgelegt, nun offiziell in Kraft, weil auch hier das Votum einhellig ausfiel. „Wir haben einen ausgeglichenes Budget 2004 auf die Beine gestellt, haben keine neuen Schulden aufnehmen müssen. Dies war das große Ziel, das wir erreichen wollten und erreicht haben. Für die kommenden Jahre sieht es allerdings angesichts eines leichten Rückgangs im Mitgliederbereich und durch dringend anstehende Sanierungen nicht so günstig wie 2004 aus. Da müssen wir entweder noch drastischer sparen, als wir dies schon getan haben, oder aber das Leistungsangebot gerade im Sport- und Jugendbereich so minimieren, dass wir alle weinend nach Hause gehen. Auf Dauer werden wir deshalb nicht umhinkommen, die Beitragssätze moderat anzupassen,“ so Gerhard Quast nach dem Haushaltsbeschluss.
 
Die Bundestrainerin für Ausbildung und Wissenschaft, Beate Dreilich, machte in ihrem Vortrag „Bildungsarbeit in einem Spitzenverband“ deutlich, dass der im DSB neu gegründete Bildungsausschuss als zentrale Anlaufstelle für alle bildungsrelevanten Projekte und Themen dienen soll.
 
„Wir müssen als Spitzenverbände unsere Aufgaben im Bildungsbereich sehr ernst nehmen. Wir müssen mehr Qualität in die Bildungsarbeit des deutschen Sports bringen. Die wöchentlich dritte Sportstunde in den Schulen und engere Kooperationen zwischen den Bildungsträgern in Deutschland sind zwei wichtige Forderungen, die wir stellen müssen. Bildung ist eine Investition zur Zukunftssicherung,“ so Beate Dreilich in ihrem Resumee.
 
Weitere Informationen aus der Gesamtvorstandssitzung:
  • Bei den Deutschen Meisterschaften 2004 für Gewehr, Pistole, Laufende Scheibe, Wurfscheibe und Armbrust 10m auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück wird der DSB als Ausrichter und der Bayerische Sportschützenbund als Hausherr eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Waffen anbieten, die dem neuen Waffengesetz entsprechen. Die Gebühr für dieses Angebot wird voraussichtlich 3,00 – 3,50 € pro Tag betragen
  • Aktivensprecher Pistole Marcel Goelden schilderte in seinem Hintergrundbericht aus der Sicht der betroffenen Schützen die von der ISSF beschlossenen Umstellungen in der Disziplin Schnellfeuerpistole, die nach den Olympischen Spielen in Athen umgesetzt werden
  • Die neue Referentin für Bogenbiathlon Kathrin Kammler erläuterte dem Gesamtvorstand die Ziele für diese junge Disziplin im DSB bis 2008
  • Der Vizepräsident des Westfälischen Schützenbundes Frank Ehlert überreichte DSB-Präsident Josef Ambacher ein Scheibengewehr aus dem Jahre 1901 für das Deutsche Schützenmuseum (Foto rechts)
Zum Ende der Tagesordnung beschloss der Gesamtvorstand einstimmig, den Deutschen Schützentag 2009 nach Travemünde zu vergeben.