International

Gewehr-Damen des DSB gewinnen Europameistertitel

16.03.2007 00:00

Die deutschen Gewehrschützinnen haben bei den Europameisterschaften für Luftdruckwaffen in Deauville (Frankreich) die Goldmedaille in der Mannschaftswertung gewonnen. Mit 1190 Ringen waren Beate Gauß (Ammerbuch/Foto rechts), Sonja Pfeilschifter (Ismaning/Foto Mitte) und Barbara Lechner (Triftern/Foto links) nicht zu schlagen und sicherten sich den kontinentalen Titel vor der Tschechischen Republik (1188 Ringe) und Italien (1187 Ringe). Sonja Pfeilschifter gewann darüber hinaus die Bronzemedaille in der Einzelwertung.

 

Mit 398 Zählern ging Beate Gauß ringgleich mit der Zweiten und Dritten – Marina Bobkowa (Russland) und Hanna Etula (Finnland) – als Vierte in das Finale der besten Acht, das auch Sonja Pfeilschifter mit 397 Ringen als Siebte erreichte. Nicht in diese Entscheidung kam Barbara Lechner als 14. mit 395 Ringen.

Katerina Kurkova (Tschechische Republik), die mit 399 Ringen als Spitzenreiterin in das Finale gegangen war, wurde gleich im ersten Durchgang in dieser Entscheidung abgefangen und auf Rang drei verdrängt. Die Tschechin holte sich aber schon in der zweiten Serie die Führung zurück.

Beate Gauß (Foto) begann ihren Wettkampf mit einer 9,7, ließ eine 10,8 folgen, ehe eine 9,4 die 22-jährige Sportsoldatin auf Rang fünf zurückfallen ließ. Sonja Pfeilschifter schob sich nach dem vierten Durchgang auf Rang vier und somit in die Nähe der Medaillen.

Mit zwei Mal 10,7 meldete sich Beate Gauß, die einen sehr guten Wettkampf bestritt, im fünften und sechsten Durchgang wieder auf Rang drei zurück, während Sonja Pfeilschifter knapp dahinter auf Rang vier lag.

Vor der letzten Serie lag Sonja Pfeilschifter weiterhin auf Rang vier und beendete den Wettkampf mit einer 10,4, die ihr die Bronzemedaille mit 500,5 Ringen sicherte. Damit ließ sie Agnieszka Staron (Polen) um einen Zehntelring hinter sich. Beate Gauß wurde mit exakt 500,0 Zählern Fünfte in diesem Klassefeld.

Neue Europameisterin wurde Katerina Kurkova mit 502,4 Ringen vor Hanna Etula, die mit 501,0 Ringen Silber gewann.

Bundestrainer Claus-Dieter Roth zu den Leistungen seiner Schützinnen: „In diesem Hochklassefeld eine Medaille zu holen, ist schon toll. Zwei Finalistinnen zu haben, ist noch besser. Insgesamt können wir absolut zufrieden sein.

Unsere Prognosen sind fast aufgegangen. Lediglich bei Barbara Lechner war der Start in den Wettkampf etwas unglücklich, aber das kann passieren. Den Titel in der Mannschaftswertung haben wir verteidigt, eine Medaille haben wir geholt und vor allem haben alle drei Schützinnen ihre Top-Team-Zugehörigkeit bestätigt, was ganz wichtig ist.“

In der ersten Entscheidung des dritten Tages dieser EM hatten die deutschen Schützen mit der Luftpistole nur knapp eine Medaille verpasst. In der Besetzung Artur Gevorgjan (Bremen-Bassum), Abdullah Ustaoglu (Riegel) und Sebastian Rosner (Ulm) belegte das Team den Deutschen Schützenbundes mit 1727 Ringen den vierten Platz.

Sieger der Mannschaftswertung wurde Russland souverän mit 1759 Ringen vor Frankreich, das insgesamt auf 1734 Zähler kam und ganz knapp dahinter gewinnen die Schützen aus Polen mit 1733 Ringen die Bronzemedaille.

In der Einzelwertung verfehlte Artur Gevorgjan (Foto) mit 577 Ringen und dem 11. Platz nur ganz knapp einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Der Neuntplazierte nach dem Vorkampf, Andrija Zlatic (Serbien), hat sich mit 578 Ringen das begehrte Olympiaticket gesichert, von denen es hier bei diesen Europameisterschaften in jedem Wettkampf drei zu gewinnen gibt.

Abdullah Ustaoglu platzierte sich mit 576 Ringen auf Rang 19, während Sebastian Rosner mit 574 Zählern auf den 26. Rang kam. Für das Finale waren 578 Ringe erforderlich.

Bundestrainer Peter Kraneis war sichtlich verstimmt: „Ich bin enttäuscht von den Ergebnissen, keiner der drei Schützen hat sein Leistungsniveau heute gebracht. Artur Gevorgjan und Abdullah Ustaoglu können beide über 580 Ringe schießen und Sebastian Rosner hätte ich über 575 Ringe erwartet.

Es ging darüber hinaus heute um einen Quotenplatz, den wir unbedingt holen wollten, aber leider jetzt nicht gewonnen haben. Mein Ärger resultiert aber auch darüber, dass sich unsere Schützen nach schlechtem Beginn wie bei Artur oder einem Hänger bei Abdullah in der Mitte der Serien ganz ordentlich wieder in den Wettbewerb hineingekämpft haben. Es war nicht überragend, aber die beiden lagen aussichtsreich im Rennen um die Finalplätze.

Beide vergeben dann im letzten Durchgang alle Chancen auf die Endrunde der besten Acht. Die 93er-Serie von Abdullah ist dabei sowieso indiskutabel, bei Artur kann man im Prinzip mit der 97er-Serie nichts sagen, aber er schießt mit zwei Neunern aus und da war ich dann doch sauer.“

Alle drei Einzelmedaillen gingen nach Russland. Neuer Europameister wurde Leonid Ekimow mit 687,3 Ringen vor Michail Nestrujew mit 685,9 Ringen und Wladimir Isakow mit 685,5 Ringen.

Gold und Silber für Deutschland gibt es von den Juniorinnen mit der Laufenden Scheibe zu vermelden. Hinter Bianka Keczeli (Ungarn), die sich mit 383 Ringen souverän den Europameistertitel sicherte, wurde Anne Weigel (Düren/Foto) mit 368 Zählern Zweite und gewann nach der Einzel-Goldmedaille im Mix-Wettbewerb diesmal Silber. Anastasia Saweljewa (Ukraine) gewann die Bronzemedaille mit 365 Ringen.

Elena Neff (Berlin) belegte mit 363 Ringen Platz vier und Christine Dossler (Ansbach) kam mit 351 Zählern auf den achten Rang. Den Mannschaftswettbewerb gewannen die drei jungen Schützinnen des DSB sich mit 1082 Ringen vor der Ukraine, die auf 1073 Zähler kam und die Bronzemedaille geht an den Nachwuchs aus Russland mit 1049 Ringen.

„Ich bin mit meinem Wettkampf zufrieden“, so die Silbermedaillengewinnerin Anne Weigel nach dem letzten Schuss, „Bianka Keczeli war heute zu stark. 383 Ringe sind eine Klasseleistung, da kann man nur gratulieren. Ich selbst war mit meiner Technik nicht zufrieden, ich habe oft um die Zehn herumgeschossen. Es waren zu viele Achter dabei und sogar zwei Siebener bei jedem Durchgang dabei, das war dann heute einfach zuviel des Guten. Umso mehr freue ich mich über das Mannschaftsgold. Wir alle fahren zumindest mit zwei goldenen Medaillen nach Hause und das ist ein Riesenerfolg.“

Den Wettbewerb der Damen gewann Irina Izmalkowa nach einem 54:50-Sieg im Stechen gegen Olga Stepanowa (beide Russland), nachdem beide Schützinnen im regulären Wettkampf 379 Ringe erzielt hatten. Die Bronzemedaille ging an Volha Markava (Weißrussland) mit 373 Zählern. Daniela Faust (Großenlüder), die einzige Teilnehmerin des Deutschen Schützenbundes in diesem Wettbewerb, wurde mit 356 Ringen Neunte.

Die bisherigen Ergebnisse der EM für Luftdruckwaffen in Deauville finden Sie hier.

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