International
Grand Prix Antalya: Vier Medaillen geben Auftrieb
Einmal Gold und dreimal Bronze! Das war die starke Bilanz der deutschen Bogensportler beim Grand Prix in Antalya/TUR. Und da der Saison-Höhepunkt, die Europameisterschaft, an gleicher Stelle ausgetragen wird, waren die Stimmen danach sehr zuversichtlich: „Das gibt uns auf jeden Fall Selbstvertrauen im Hinblick auf die EM“, so Moritz Wieser.

Recurve: Gold für die Männer, Bauer mit zweimal Bronze
Wieser hatte kurz zuvor Gold im Teamwettbewerb an der Seite von Jonathan Vetter und Mathias Kramer gewonnen. Im Finale ließ das Trio den Belgiern beim 6:2 (55-54, 56-49, 55-56, 56-53) keine Chance und überzeugte auch in den Runden zuvor (5:1 vs. SVK, 5:1 vs. GBR, 5:3 vs. TUR) mit hohen Passen. „Die Goldmedaille an sich tut natürlich sehr gut, vor allem weil wir nicht den besten Start in die Saison hatten. Wir blicken im Nachgang immer sehr rational auf die Matches zurück und versuchen Dinge für zukünftige Wettkämpfe mitzunehmen. Umso besser ist es, dass wir viele Matches gewinnen konnten und auch ein Arenamatch schießen durften. Das gibt uns auf jeden Fall Selbstvertrauen im Hinblick auf die EM, allerdings ist das auch nur eins von vielen notwendigen Puzzleteilen für den Erfolg“, analysierte Wieser danach.
Und auch in den anderen Recurve-Wettbewerben lief es gut, allen voran bei Katharina Bauer. Die Doppel-Europameisterin von Essen 2024 gewann zunächst an der Seite von Jonathan Vetter Bronze im Mixed durch ein 6:0 (37-35, 39-36, 37-36) gegen die Niederlande, ehe sich Bauer auch im Einzel mit Platz drei eine Medaille sicherte. Nach ihrer 2:6-Niederlage im Halbfinale gegen die tschechische Weltmeisterin von Berlin 2023, Marie Horackva, setzte sie beim 7:1 (29-28, 29-24, 28-28, 28-26) gegen Dunya Yenihayat/TUR einen gelungenen Schlusspunkt und meinte: „Die Woche war für uns sehr wichtig. Es waren fast alle Nationen da, die auch bei der EM mitreden werden. Deswegen war es eine gute Möglichkeit zu sehen, wo wir genau stehen. Auf dem Feld in Antalya ist es immer etwas tricky mit dem Wind. Je mehr Möglichkeiten wir bekommen, dort Wettkämpfe zu schießen, desto sicherer werden wir dort auch. Da gibt mir so eine Woche natürlich auch Selbstvertrauen für die Zukunft. Ich fühle mich auf jeden Fall auf einem guten Weg und bin bereits jetzt recht zufrieden mit meiner Technik und der Umsetzung im Wettkampf bin. Es gibt natürlich immer wieder ein paar kleine Details, die in Stresssituationen ans Licht kommen, an denen ich insbesondere in den nächsten Wochen weiter feilen werde.“ Auch Bundestrainer Oliver Haidn, der sein Team beim Weltcup in Puebla/MEX noch kritisiert hatte, war mit dem Abschneiden einverstanden: „Wir können mit dem Abschneiden unserer Mannschat zufrieden sind. Drei Medaillen und vier weitere Viertelfinals sind eine gute Bilanz. Das war - nach dem Weltcup in Mexiko - sehr wichtig für uns. Und auch für den Nachwuchs war es ein guter Einstieg. Es läuft noch nicht alles rund, aber wir nehmen wichtige Erkenntnisse mit für den weiteren Saisonverlauf. Jetzt geht es unmittelbar in zwei Trainingslager und freuen uns dann auf die EM.“
Compound: Raab geht wieder einmal vorweg
Das tun auch die Compounder, denn auch sie wussten in Antalya zu überzeugen. Allen voran Katharina Raab, die sich – trotz gesundheitlicher Probleme – durchkämpfte und am Ende durch ein 10:9 im Stechen (144:144) gegen die Französin Ambre Puiseux mit Bronze im Einzel belohnte. Und da auch Paolo Kunsch (5. Platz), Marie Marquardt (9. Platz) und die Teams zu überzeugen wussten, sprach Katharina Raab allen aus der Seele: „Die Ergebnisse waren schon sehr wichtig für die EM, vor allem da dort die Konkurrenz noch größer sein wird. Den Platz mag ich recht gerne, auch wenn der Wind hier manchmal nicht ganz einfach einzuschätzen ist. Deshalb ist es auch super, dass wir beim Grand Prix nochmal darauf schießen und uns ein bisschen daran gewöhnen konnten. Ich selbst möchte bis zur EM noch weiter an meiner Technik arbeiten, damit ich dabei noch sicherer werde und natürlich daran, den Wind noch ein bisschen besser einzuschätzen.“
Die deutschen Top 10-Platzierungen in Antalya
Recurve Einzel: Katharina Bauer (3. Platz), Elisa Tartler, Lisa Lucks (beide 7. Platz), Jonathan Vetter (6. Platz)
Compound Einzel: Katharina Raab (3. Platz), Marie Marquardt (9. Platz), Paolo Kunsch (5. Platz)
Recurve Mixed: Katharina Bauer & Jonathan Vetter (3. Platz)
Compound Mixed: Katharina Raab & Paolo Kunsch (5. Platz)
Recurve Team: Männer (1. Platz), Frauen (5. Platz)
Compound Team: Frauen (4. Platz), Männer (5. Platz)

Das deutsche Team in Antalya
Recurve: Moritz Wieser (Rosenheim), Mathias Kramer (Herßum), Jonathan Vetter (Deufringen), Katharina Bauer (Raubling), Johanna Klinger (Dachau), Elisa Tartler (Berlin), Charline Schwarz (Feucht), Lilian Forkert (Marburg), Knut Jacubczik (Tremsbüttel), Leon Zemella (Tecklenburg), Lisa Lucks (Berlin)
Compound: Simon Moritz (Oberschneiding), Noah Nuber (Bad Schönborn), Paolo Kunsch (Schwaikheim), Ruven Flüß (Darmstadt), Henning Lüpkemann (Sigmaringen), Katharina Raab (Wertach), Julia Böhnke (Sigmaringen), Marie Marquardt (Potsdam), Franziska Göppel (Wassertrüdingen), Leoni Dorfner (Alsfeld)
Betreuer: Oliver Haidn, Holger Hertkorn, Harald Kruse, Antje Hoffmann, Grit Reimann, Jonas Wahle, Harry Vohs, Freddy Siebert
