International

Grand Prix Bogen: Silber für Krippendorf, Bronze für Tartler

13.04.2021 08:37

Ein ereignisreicher Grand Prix in Antalya bei schwierigsten Bedingungen ist Geschichte: Mit Silber für Compound-Schütze Tim Krippendorf, Bronze für Recurverin Elisa Tartler und dem internationalen Rücktritt von Compounder Marcus Laube trugen auch die DSB-Schützen dazu bei. Zugleich war der Wettkampf zweiter und letzter Teil der EM-Qualifikation der Compound-Schützen, sodass dem DSB-Bundesausschuss Spitzensport die EM-Besetzung vorgeschlagen wurde.

Foto: World Archery / Tim Krippendorf belohnte sich bei seinem ersten internationalen Auftritt gleich mit Silber.
Foto: World Archery / Tim Krippendorf belohnte sich bei seinem ersten internationalen Auftritt gleich mit Silber.

Recurve: Tartler „veredelt“ starken Auftritt
Es war keine „Windlotterie“, aber der böige Wind trug einiges dazu bei, dass die Athleten zu kämpfen hatten. Elisa Tartler machte dies aus dem deutschen Recurve-Team am besten und belohnte sich am Ende mit ihrer ersten internationalen Medaille bei den Erwachsenen. Im Bronzefinale setzte sie sich 6:2 (25-21, 25-22, 25-28, 24-19) gegen die Rumänin Madalina Amaistroaie durch und meinte anschließend: „Ich bin sehr glücklich mit meinem dritten Platz und bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, diesen internationalen Wettkampf schießen zu können. Ich habe mich beim Schießen nur darauf konzentriert, starke Schüsse zu machen und habe versucht, mein Timing zu behalten, auch wenn der Wind es schwer gemacht hat.“ Auf dem Weg zu Bronze setzte sich Tartler auch gegen die nationale Konkurrenz durch. Zunächst in der dritten Runde gegen Charline Schwarz mit 6:5 im Stechen, dann im Viertelfinale 6:2 gegen Michelle Kroppen. Kroppen als Achte, Lisa Unruh als Sechste und Katharina Bauer als Neunte rundeten das gute Ergebnis der deutschen Damen ab. Bundestrainer Oliver Haidn kommentierte: „Insgesamt können wir mit der Damenmannschaft zufrieden sein, vor allem mit den Finalleistungen von Elisa, Lisa und Michelle, die sich alle in den Top 8 qualifizieren konnten.“

Die Witterungsbedingungen waren jedoch durch den stark böigen Wind schwierig und haben uns gezeigt, dass wir noch an einigen Dingen arbeiten müssen

Oliver Haidn, Bundestrainer über die Bedingungen und die Schlüsse daraus

Foto: World Archery / Ließ die Pfeile gekonnt zu Bronze fliegen: Elisa Tartler.
Foto: World Archery / Ließ die Pfeile gekonnt zu Bronze fliegen: Elisa Tartler.

Die Herren hatten ihre Sternstunde in der dritten Ko-Runde als das Quartett Florian Unruh, Maximilian Weckmüller, Felix und Moritz Wieser siegte. Weckmüller setzte sich im Duell gegen Teamkollege Johannes Maier durch (6:2), aber vor allem der Erfolg von Moritz Wieser gegen den italienischen Weltklasse-Schützen Mauro Nespoli (7:3) sorgte für Aufsehen. Leider verabschiedete sich das DSB-Quartett komplett in der vierten Runde, sodass alle Neunter wurden. Besonders bitter waren die Niederlagen der Wieser-Brüder, die jeweils erst im Stechen ihren Gegnern unterlagen. „In den Finals war mehr drin. Insgesamt sehen wir bei den Herren aber eine positive Gesamtentwicklung. Es hat zwar dieses Mal nicht ganz gereicht, Florian, Felix und Moritz waren aber sehr knapp am Viertelfinale dran“, zeigte sich Haidn nicht unzufrieden, um auch ein Fazit hinterher zu schieben: „Wir haben hier in Antalya in Ausblick auf die Quotenplatz-EM (31. Mai bis 6. Juni) einen wichtigen Wettkampf bestritten. Einige Athleten konnten, wie auch schon in Porec mit guten Leistungen aufwarten. Die Witterungsbedingungen waren jedoch durch den stark böigen Wind schwierig und haben uns gezeigt, dass wir noch an einigen Dingen arbeiten müssen. Wir brauchen jetzt vor allem weitere Wettkämpfe und viel Training im Freien - auch bei Wind - um einen flexiblen und erfolgreichen Schießrhythmus zu entwickeln.“

Compound: Krippendorf holt bei Premiere gleich Silber
Dies gilt sicherlich auch für die Compound-Schützen, die eine noch längere internationale Wettkampfpause hatten als ihre Recurve-Kollegen. Umso beeindruckender war der Auftritt von Tim Krippendorf, der sich vor allem in der Ko-Phase von Runde zu Runde steigerte und gleich bei seinem ersten internationalen Einsatz bei den Herren ins Goldfinale stürmte. Zwar unterlag er dort dem Tschechen Jozef Bosansky 136:139 (siehe anhängendes Video ab 18:00), weil vor allem in der ersten Passe der Wind zu seinen Ungunsten zuschlug und er somit gleich vier Ringe hinter dem Rivalen lag. Dennoch bekam Krippendorf ein dickes Lob von Holger Hertkorn, dem Disziplinverantwortlichen: „Tim hat tolle Finalrunden gegen hochklassige Gegner geschossen. Silber ist ein sensationeller Erfolg für ihn, mit dem man nicht unbedingt rechnen konnte. Ein toller Auftakt der Saison, so kann es gerne weitergehen.“

Silber ist ein sensationeller Erfolg für Tim, mit dem man nicht unbedingt rechnen konnte!

Holger Hertkorn, Disziplinverantwortlicher Compound zum Silber-Coup von Tim Krippendorf

EM-Team Compound steht
Neben Krippendorf wusste auch Florian Grafmans zu überzeugen, der in der Qualifikation mit 703 Ringen eine neue persönliche Bestleistung aufstellte. Krippendorf, Grafmanns und Leon Hollas bilden nun auch das EM-Team, denn der Wettkampf in Antalya war zugleich auch Teil zwei der EM-Qualifikation (Teil eins fand im März in Frankfurt statt). Bei den Damen werden Julia Böhnke und Jennifer Wenzl sowie die gesetzte Janine Meißner die deutschen Farben vertreten. Der Vorschlag muss noch vom Bundesausschuss Spitzensport bestätigt werden.

Laube erklärt internationalen Abschied
Etwas Wehmut kam am Ende dann auch noch auf, denn Marcus Laube gab bekannt, dass Antalya sein letzter internationaler Einsatz war. Ein langer Weg, der 2009 mit der Weltmeisterschaft in Ulsan/KOR begann und viele tolle Momente hatte, endete nun in der ersten Ko-Runde in Antalya.

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