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International: Der Para-Schießsport kommt in die ISSF
Der Internationale Schießsportweltverband (ISSF) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) haben eine Vereinbarung über die Übertragung der Zuständigkeit für den Para-Schießsport vom IPC an die ISSF unterzeichnet. Derzeit wird der Para-Schießsport von World Shooting Para Sport (WSPS), einer Abteilung des IPC, verwaltet. Der Deutsche Schützenbund begrüßt und unterstützt diesen Schritt.

Eine gemeinsame Vision für unseren Sport
Diese Vereinbarung ist der erste formale Schritt zur Vereinheitlichung des olympischen und paralympischen Schießsports und verfolgt folgende Ziele:
- Die Etablierung der ISSF als zentrale globale Autorität für den Schießsport, um eine einheitliche Führung, harmonisierte Standards und koordinierte Entwicklungsstrategien zu gewährleisten.
- Die Förderung eines „Eine Familie – Gemeinsam stärker“-Ansatzes, der eine engere Zusammenarbeit, gemeinsame Entwicklungspfade und mehr Sichtbarkeit für alle Athleten ermöglicht.
- Die Stärkung der Position der ISSF im olympischen und paralympischen Umfeld, um ihren Status beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC), dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) und im gesamten internationalen Sportsystem zu festigen.
ISSF-Präsident Luciano Rossi betonte die Bedeutung der Initiative für die langfristige Entwicklung des Schießsports: „Die ISSF ist fest davon überzeugt, dass die Zusammenführung des olympischen und paralympischen Schießsports unter einer gemeinsamen Führung ein wichtiger Schritt für die Einheit und Zukunft unseres Sports ist. Unser Ziel ist es, den Schießsport weltweit zu stärken und gleiche Sichtbarkeit, gemeinsame Entwicklungspfade und einheitliche Standards zu gewährleisten, wobei wir die Identität und die spezifischen Bedürfnisse von Para-Athleten uneingeschränkt respektieren. Dieser Prozess wird transparent und unter voller Beteiligung unserer Gemeinschaft durchgeführt.“
IPC-Präsident Andrew Parsons begrüßte die Vereinbarung und hob deren positive Perspektiven für den Sport hervor: „Wir freuen uns sehr über diese Vereinbarung mit der ISSF. Wir sind überzeugt, dass dieser Transfer große Chancen für das weitere Wachstum des Para-Schießsports eröffnet und es dem Sport ermöglicht, von einer engeren Angleichung an sein olympisches Pendant zu profitieren, während gleichzeitig die hohen Standards der paralympischen Bewegung gewahrt bleiben. Wir sind zuversichtlich, dass dies für Athleten, Organisatoren und die globale Schießsportgemeinschaft von Vorteil sein wird.“
Auch der Deutsche Schützenbund begrüßt diesen Schritt. Volker Kächele, Vizepräsident Sport, sagt: „Mir ist der Para-Sport immer ein besonderes Anliegen; auch deswegen begrüße ich diese Vereinbarung ausdrücklich. Hiermit werden die Weichen dafür gestellt, dass der Para-Sport nicht nur im Breitensport, sondern auch im Leistungssport seine selbstverständliche Heimat im Deutschen Schützenbund finden kann – mit der Sichtbarkeit, die unsere Athletinnen und Athleten verdienen. Olympischer und paralympischer Schießsport stehen für dieselben sportlichen Werte: Präzision, Disziplin, Fairness und Leistungsbereitschaft. Dieser Schritt ist deshalb organisatorisch und sportpolitisch richtig.“
Der Weg zu LA28 bleibt unverändert & Integrationsphase
Gemäß den Vertragsbedingungen tritt die Übertragung des Para-Schießsports vom IPC an die ISSF erst nach Ratifizierung durch die ISSF-Mitgliedsverbände auf der ISSF-Generalversammlung Ende 2026 in Kraft. Vorbehaltlich der Ratifizierung übernimmt die ISSF ab Anfang 2027 die gesamte Verantwortung für die Leitung, das Management und die Verwaltung des Para-Schießsports, behält sich jedoch die Entscheidungsgewalt über die Integration des Para-Schießsports vor.
Aus diesem Grund schlägt die ISSF vor, den Integrationsprozess schrittweise über einen zweijährigen Zeitraum in den Jahren 2027 bis 2028 umzusetzen (beispielsweise durch die Begrenzung von Änderungen, die den Kalender, die Wettkampfstrukturen und das Qualifikationssystem für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles betreffen könnten). Diese zweijährige Integrationsphase gewährleistet Stabilität, Kontinuität und minimale Beeinträchtigungen für Athleten, Mitgliedsverbände, Organisatoren und alle Beteiligten sowohl der ISSF als auch der Para-Schießsportgemeinschaft.
Ein strukturierter und partizipativer Prozess
Zur Vorbereitung der Übergabe der Leitung und des Betriebs des Schießsports hat die ISSF eine ISSF-Para-Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese hat die Aufgabe, den Dialog zu fördern und sicherzustellen, dass die Übergabe den Bedürfnissen und Erwartungen der gesamten Schießsportgemeinschaft entspricht. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Vertretern des ISSF-Exekutivkomitees, des ISSF-Generalsekretärs, des ISSF-Rechtsteams, der ISSF-Mitarbeiter, der WSPS-Mitarbeiter sowie nationaler Mitgliedsverbände mit Erfahrung in der Para-Integration zusammen.
Bis zur ISSF-Generalversammlung 2026 werden die ISSF und das IPC unter der Leitung der Arbeitsgruppe eine Reihe von Möglichkeiten für Athleten, Trainer, Mitgliedsverbände, Offizielle, Veranstalter, ISSF-Mitarbeiter und weitere Interessengruppen planen und anbieten, sich durch direkte Konsultation und Dialog aktiv am Übergabeprozess zu beteiligen. Ihr Feedback wird dazu beitragen, die zukünftige Struktur des Para-Schießsports innerhalb des ISSF-Rahmens im Einklang mit den Prinzipien des Weltverbandes – Demokratie, Transparenz, Integrität und Inklusion – zu gestalten.
Weitere Einzelheiten zum Übergangsprozess und zu wichtigen Meilensteinen – einschließlich der Möglichkeiten zur Konsultation und Zusammenarbeit – werden in den kommenden Wochen bekanntgegeben.
(ISSF)
