Europameisterschaften

Jolyn Beer erreichte erstmals Druckluft-EM-Finale

23.02.2018 22:19

Jolyn Beer (Foto) erreichte als beste der deutschen Luftgewehrschützinnen bei den Europameisterschaften im ungarischen Györ das Finale – das war für sie eine Premiere. Nach schwierigem Beginn, aber einer deutlichen Steigerung qualifizierte sich die Sportsoldatin nach 626,2 Ringen sicher für den Endkampf. Dort jedoch endeten die Hoffnungen praktisch mit dem ersten Schuss, der in der 8,5 landete. „Ich hätte den Schuss absetzen müssen“, haderte die Kleinkaliberspezialistin mit sich. So wurde sie nach 121,0 Finalringen Achte.

Die beiden anderen Deutschen waren sehr niedergeschlagen. Isabella Straub hatte die gesamte Zeit über klar auf Finalkurs gelegen, schoss auf gleichem Niveau wie Jolyn Beer, bis die Schüsse 56 bis 59 kamen. Auf der Zielgeraden zielte sie dreimal an der Zehn vorbei, traf dazu einmal nur die 10,0 – am Ende fehlten ihr sieben Zehntel zum Finaleinzug. Sie konnte es nicht fassen, statt im Finale mit 624,3 Ringen auf Platz 14 gelandet zu sein.

Julia Simon hatte bei ihrem EM-Debüt hingegen von Anfang an Probleme. „Schon in der Probe war kein Gefühl da, ich bin überhaupt nicht reingekommen“, meinte sie schwer enttäuscht nach Rang 41 mit 620,6 Ringen. Zudem kostete ihr harter Kampf viel Zeit, so dass die Saltendorfer Bundesligaspitzenschützin in der Schlussphase auch noch Zeitprobleme bekam.

Die deutschen Männer machten lange Gesichter. „Das Finalniveau von 626,1 Ringen wäre für alle drei zu schaffen gewesen, alle hatten es drauf, das hat das Training gezeigt“, meinte Bundestrainer Claus-Dieter Roth. Doch alle drei erlaubten sich wenigstens eine Schwächephase. Maximilian Dallinger lag bis nach Ende der zweiten Serie auf Finalkurs, bis er sich mit 101,5 Ringen uneinholbar aus dem Rennen nahm – bei einem durchschnittlich geforderten Serienergebnis von über 104 Ringen. Julian Justus kam zu schwer in den Wettkampf, und bei André Link wechselten die guten zu stark mit den schlechten Momenten. Mit 623,8, 623,1 und 620,4 kamen Dallinger, Justus und Link geschlagen auf den Rängen 23, 28 und 38 ins Ziel.

Im Mixedwettbewerb mit der Luftpistole, der in Tokio 2020 erstmals olympisch sein wird, zeigten beide deutschen Teams eine gute Leistung. „Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass das Niveau so hoch ist“, zeigte sich Bundestrainer Jan-Erik Aeply erstaunt. Das Finaleingangsgrenze der besten Fünf lag bei 770 Ringen, Sandra Reitz und Michael Schwald (Foto) blieben mit 767 Ringen knapp darunter, trotz einer beeindruckenden 197er-Schlussserie. „Ich bin zufrieden, wir konnten umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten“, meinte Reitz. Die Sportpistolen-Silbermedaillengewinnerin von Rio, Monika Karsch, kam zusammen mit Philipp Käfer nach 762 Ringen auf den 13. Rang.