Weltmeisterschaften

Juliane Döll holt zweite deutsche WM-Medaille im Sommerbiathlon

22.09.2009 13:51

Sieben Jahre nach der Bronzemedaille durch Michael Genz (Oberaudorf) im Sprint bei den Weltmeisterschaften 2002 in Jablonec (Tschechien) hat heute Nachmittag Juliane Döll (Oberhof/Foto) mit ihrer Bronzemedaille im Sprint der Damen die zweite WM-Medaille im Erwachsenenbereich für den Deutschen Schützenbund gewonnen.

 

Am ersten Tag der Weltmeisterschaften der Sommerbiathleten in Oberhof hatte die 23-jährige Polizistin aus Thüringen zunächst im Liegendschießen drei Fehler auf dem Konto, bevor sie sich mit einer Glanzleistung aus dem Mittelfeld noch ganz nach vorne kämpfte. Auf der drei Kilometer lange schweren Laufstrecke war Juliane Döll eine der Besten, schoss im Stehendanschlag fehlerfrei und unter dem Jubel der Zuschauer lief sie jubelnd ins Ziel. 

„Ich bin einfach nur glücklich über das Rennen“ sagte die strahlende Dritte nach dem Wettkampf, „klar, drei Fehler im Liegendschießen, das ist noch verbesserungsfähig, aber ich bin glücklich über diese Medaille und die gute Platzierung. Morgen in der Verfolgung gibt es sogar vier Schießeinlagen, da kann man noch viel vorbeischießen und die Platzierungen können sich noch stark verändern, aber ich gehe das ganz positiv an.“ 

Mit 28,9 Sekunden auf die führende und neue Sprintweltmeisterin Irina Babetskaja (Weißrussland) wird Juliane Döll dann auf die Verfolgungsstrecke gehen. Vor ihr auch noch Olga Nazarowa (Weißrussland), die heute genau nur eine Sekunde länger unterwegs war, als die neue Weltmeisterin. 

Stefanie Hildebrand (Köthen) wurde mit drei Fehlern auf dem Schießstand 14. und mit jeweils vier Schießfehlern belegten Judith Wagner (Starzach) und Franziska Hildebrand (Köthen) die Ränge 18 und 19. 

Bei den Juniorinnen hat Nina Stöcker (Erndtebrück/Foto) ganz realistische Aussichten auf eine Medaille, denn die junge Westfälin verpasste mit dem vierten Platz nur knapp den Sprung in die Medaillenränge. 22 Sekunden hinter der heutigen Siegerin Larisa Nadejewa (Russland) wird sie morgen die Verfolgung aufnehmen und mit ihren drei Schießfehlern verpasste sie die Bronzemedaille nur um 14 Sekunden. 

Silber gewann Katarzyna Leja (Polen) vor Swetlana Perminowa (Russland), die sich morgen den Angriffen der jungen Deutschen ausgesetzt sieht. Thordis Arnold (Meinerzhagen), die seit vier Monaten wegen gesundheitlicher Probleme keinen Wettkampf bestreiten konnte, belegte mit fünf Fehlern auf dem Schießstand Rang 27. Auf den Plätzen 29 und 30 folgten Anna Wahls (Ulm) und Lena Schäfer (Reutlingen). 

Heute Morgen hatte Hendrik Redeker (Meinersen/Foto) im Sprint der Junioren nur knapp den Sprung auf das Siegerpodest der besten sechs Teilnehmer verpasst. Der junge Starter des Deutschen Schützenbundes landete am Ende mit nur einem Schießfehler im Liegendanschlag auf dem achten Rang.

Einmal blieb die Scheibe beim Liegendschießen stehen und mit seiner guten Laufleistung lag Hendrik Redeker schon auf dem elften Rang in einem hochklassigen Feld, das von den osteuropäischen Staaten dominiert wurde. Nach dem Stehendschießen waren alle Ziele weiß, das hieß fünf Treffer und der junge Schütze gab alles, um das letzte Teil der vier Kilometer langen Strecke zu überwinden. 

Als er ins Ziel kam, stand er sogar auf dem sechsten Rang, doch zwei weitere Athleten zogen noch an dem Deutschen vorbei, der mit seiner Leistung und seiner Platzierung jedoch zufrieden sein durfte. Direkt dahinter auf Rang neun Tobias Schröder (Altenberg), der drei Fehler im Liegendanschlag hatte, im Stehendschießen dagegen alle fünf Scheiben traf. 

Knapp die Top Ten verpasste Niklas Heyser (Nieste) auf Rang elf, Paul Böttner (Gräfenroda) belegte Rang 21, Matthias Albrecht kam auf den 25. Platz und Max Böttner schloss den Wettkampf mit Rang 43 ab. 

Lukas Kristejn (Tschechien) wurde neuer Juniorenweltmeister vor Nazarly Burik (Ukraine) und Anuzar Junusow (Usbekistan). Die Ehrung der besten sechs Teilnehmer übernahm der Vizepräsident der Internationalen Biathlon-Union (IBU), Alexander Tichonow (Russland), und der Präsident des Deutschen Schützenbundes, Josef Ambacher. 

Bei den Herren, die ebenfalls über die Vier-Kilometer-Distanz im Crosslauf mussten, konnte sich kein Teilnehmer des Deutschen Schützenbundes unter den ersten Zehn platzieren. Robert Janikulla (Oberhof/Foto) war am nächsten dran, denn nach dem Liegendschießen war er mit einer fehlerfreien Schussleistung noch im Vorderfeld zu finden. 

Beim folgenden Stehendschießen zielte er mit dem Kleinkalibergewehr zwei Mal etwas rechts hoch und diese beiden Fehler warfen den Thüringer auf den 29. Rang zurück. „Das Liegendschießen klappt bei der derzeitigen Belastung bei mir einfach besser. Beim Stehendschießen hat man heute die Belastung der langen Saison gemerkt und gerade die Strecke hier in Oberhof ist doch sehr selektiv und schwierig. Da merkte man am Schießstand doch die „Nähmaschine“. Ich habe mir selbst vielleicht ein wenig zu viel Druck gemacht im heimischen Stadion, kann aber mit dem Wettkampf insgesamt sehr zufrieden sein.“ 

Auch Lars Zimmer zeigte am Schießstand sehr gute Leistungen, war in beiden Anschlägen vier Mal erfolgreich und beendete sein Rennen auf Rang 22. Steffen Jabin (Jena) wurde mit drei Schießfehlern 27. und Wolfgang Kinzner kam trotz vier Fehlern am Schießstand aur Rang 30. Vier Schießfehler bedeuteten für Christian Moser (Lengdorf) und der sechste Teilnehmer des DSB in diesem Wettbewerb, bias Giering (Sulz-Fischingen) wurde mit fünf Schießfehlern auf dem 48. Platz notiert. 

Neuer Weltmeister bei den Herren wurde Alexej Katrenko (Russland), der damit seinen Titel aus dem vergangenen Jahr verteidigte, vor Ruslan Nasirow (Usbekistan) und Miroslav Matiasko (Slowakei), der wie ein weiterer Starter im Feld der 56 Teilnehmer am Schießstand fehlerfrei blieb.

DSB-Trainer Peter Knauth zog folgendes Fazit über den Auftakt seiner Schützlinge bei der WM in Oberhof: „Wir sind hochzufrieden, weil man gegen dieses Feld der Profis aus dem Winterbiathlon nicht viel mehr gewinnen kann. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten stark mit Verletzungen zu kämpfen gehabt, haben die jungen Athleten an das Team heran geführt und wussten, dass bei den erwachsenen bis auf die Ausnahmeathletin Juliane Döll nicht viel mehr für uns zu holen war. Unsere Damen und Herren haben gebracht, was unter den derzeitigen Bedingungen machbar ist. Beim Nachwuchs hatten wir heute sogar ein wenig Pech, trotzdem bin ich auch hier sehr zufrieden mit dem, was wir hier gesehen haben.“ 

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Die Ergebnisse der Weltmeisterschaften im Sommerbiathlon in Oberhof finden Sie nach Abschluss der Wettbewerbe über diesen Link.